# taz.de -- Russlands Terror gegen die Ukraine: Man muss der Ukraine jetzt helfen, nicht erst später
       
       > Sicherheitsgarantien für die Zukunft sind kein Ersatz für mehr
       > Unterstützung der Ukraine heute. Nur dies könnte Russland zum
       > Gewaltverzicht zwingen.
       
 (IMG) Bild: Kein Strom, kein Wasser, keine Heizung – Mitten im Winter. Ein russischer Angriff hat Kyjiws zivile Infrastruktur lahmgelegt
       
       Selten war die Kluft zwischen politischer Debatte und militärischer
       Realität im Ukrainekrieg so breit wie in diesen ersten Januartagen 2026.
       Die westlichen Verbündeten der Ukraine reden sich die Köpfe heiß über
       Sicherheitsgarantien. Gleichzeitig zerbombt Russland gezielt [1][die
       Energieinfrastruktur der Ukraine und lässt Millionen von Menschen bei
       strengem Frost ohne Strom, Wasser und Heizung]. Die Hauptstadt Kyjiw ist
       ein Hauptziel dieser Angriffe, die rein terroristischer Natur sind – außer
       man betrachtet die Überlebensgrundlagen von Menschen als legitime
       militärische Ziele, wie es leider inzwischen allgemein praktiziert wird.
       
       Es nützt nichts, immer neue Zusagen an die Ukraine für die Zukunft zu
       machen, aber sie in der Gegenwart schutzlos zu lassen. Noch immer verfügt
       die Ukraine nicht über ausreichende militärische Mittel, um Russlands
       Raketen und Drohnen an der Quelle zerstören zu können – dabei wäre diese
       Möglichkeit im Rahmen des Rechts auf Selbstverteidigung zwingend, um die
       Angriffe zu stoppen und Menschenleben zu retten.
       
       Solange das so bleibt, wird Russland keinen Grund sehen, sich an
       irgendeinen Verhandlungstisch zu begeben. Es wird weiter mittels Terror
       Druck ausüben. Da mögen Selenskyj, Trump, Macron, Merz und Starmer noch so
       eifrig miteinander über Friedenspläne reden – solange niemand Putin zum
       Gewaltverzicht zwingt, sind diese Pläne reine Luftnummern.
       
       Dabei mehren sich die Anzeichen, dass Russland allmählich militärisch die
       Puste ausgeht, vor allem am Boden. Auf die jüngsten US-Maßnahmen [2][gegen
       die russische Schattenflotte] hat Russland ebensowenig eine Antwort wie auf
       die Aussicht, dass die USA demnächst drastische Sanktionen gegen Abnehmer
       russischen Öls verhängen. Moskau muss damit rechnen, dass seiner
       Kriegswirtschaft demnächst die finanziellen Fundamente abhandenkommen. Die
       Gelegenheit wäre günstig, jetzt auch den schleichenden Zerfall der
       russischen Militärkraft etwas zu beschleunigen.
       
       11 Jan 2026
       
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