# taz.de -- Proteste im Iran: Weil es nicht mehr auszuhalten ist
> Der neue Widerstand gegen die Islamische Republik ist kleiner als frühere
> Protestwellen. Es sind die Angstlosen, die sich auf die Straße trauen.
(IMG) Bild: Teheran, Iran, 6. Januar: Menschen gehen durch den jahrhundertealten Hauptbasar, während die Geschäfte bei Protesten geschlossen sind
Wenn man in diesen Tagen mit Menschen im Iran spricht, scheint eine Frage
viele von ihnen zu verbinden: Was denn noch? Sie fragen: Was sollen wir
noch unter diesem Regime erleiden? Auf der einen Seite Gewalt und
Unterdrückung, auf der anderen Seite wirtschaftliche Not und Armut. Wenn
jetzt schon [1][die Bazaris] protestieren, die Händler:innen des Landes,
die das Herzstück der iranischen Wirtschaft bilden, dann lässt sich die
Antwort erahnen: Mehr ertragen wir nicht.
Zwar sind bei den Protesten und Streiks, die am 28. Dezember begannen,
nicht Zehntausende auf den Straßen. Zu sehr steckt vielen Menschen noch die
Gewalt in den Knochen, die das iranische Regime bei den
[2][Frau-Leben-Freiheit-Protesten] gegen die Menschen ausgeübt hat:
Hunderte Menschen wurden auf den Straßen getötet, darunter viele Kinder und
Jugendliche. Zehntausende wurden festgenommen, gefoltert, vergewaltigt.
Hunderte von [3][Hinrichtungen] folgten auf die Proteste – als Warnung:
Wagt es nicht, wieder auf die Straßen zu gehen.
Und sie tun es doch. Weil es nicht mehr geht. Angefangen haben dieses Mal
die Bazaris, die traditionell zurückhaltend sind, wenn es um Streiks und
Proteste geht. Sie neigen eher dazu, konservativ zu agieren. Aber mit dem
bodenlosen Fall der Währung und der starken Inflation wird auch ihnen die
Lebensgrundlage genommen. [4][Überall im Land gehen seitdem Menschen auf
die Straßen], Studierende, Bazaris, die Arbeiterschaft.
Das Regime ist nach dem Fall seiner Verbündeten in [5][Syrien], Libanon und
Gaza geschwächt wie nie. Nachdem die Elite um Revolutionsführer Ali
Chamenei beobachten konnte, wie einer ihrer letzten Freunde, [6][Nicolás
Maduro, von den USA entführt] wurde, muss auch sie zittern. Sie traut es
Donald Trump zu, seine Drohung wahr zu machen, auch im Iran einzugreifen.
Bei den Protesten sind bisher mehr als 35 Menschen getötet worden, Hunderte
verhaftet. Man kann nur hoffen, dass es die letzten Opfer dieses Irrtums
der Geschichte sind, der Islamischen Republik Iran.
7 Jan 2026
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## AUTOREN
(DIR) Gilda Sahebi
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