# taz.de -- Schädliche PFAS in Meerestieren: Fischbrötchen mit Ewigkeitschemikalien
       
       > Greenpeace hat in Meerestieren aus Nord- und Ostsee schädliche
       > Chemikalien gefunden. Schon eine Speise pro Woche gefährdet die
       > Gesundheit laut NGO.
       
 (IMG) Bild: Auch wenn's schmeckt: Zu viele Brötchen mit Fisch aus Nord- oder Ostsee sollte man nicht essen
       
       Berlin taz | Speisefische, Muscheln und Krabben aus Nord- und Ostsee sind
       stark mit den schädlichen Chemikalien PFAS belastet. Das hat eine
       [1][Greenpeace-Recherche] anhand von 17 Meerestierproben gezeigt. Scholle,
       Hering, Steinbutt und Krabben wiesen Werte auf, die über dem empfohlenen
       Aufnahmekonsum der Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit liegen.
       
       Erwachsene können die maximal tolerierbare Wochen-Dosis an PFAS schon mit
       einer 150-Gramm-Mahlzeit dieser Meerestiere überschreiten, Kinder mit 50
       Gramm auf dem Teller.
       
       Per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) sind synthetische Stoffe,
       die wegen ihrer wasser- und fettabweisenden Eigenschaften in
       Alltagsprodukten wie beschichteten Pfannen, Outdoorkleidung oder
       Lebensmittelverpackungen enthalten sind. Diese sogenannten
       „Ewigkeitschemikalien“ verbreiten sich leicht im Ökosystem, zum Beispiel
       durch Abwässer, setzen sich kaum abbaubar in Natur [2][sowie Menschen fest]
       und schaden Umwelt und Gesundheit.
       
       „Die deutschen Behörden müssen viel stärker als bisher Speisefische,
       Muscheln und Krabben aus dem Meer auf PFAS untersuchen. Die Europäische
       Behörde für Lebensmittelsicherheit warnt bereits vorbildlich vor den
       krebserregenden und hormonell wirksamen Stoffen“, sagt Julios Kontchou,
       Ökotoxikologe von Greenpeace.
       
       ## Chemieindustrie blockiert Alternativen
       
       Die Stichproben haben Greenpeace-Aktive Ende Juni 2025 gekauft, direkt von
       Fischkuttern, auf Fischmärkten und in Geschäften in Niendorf,
       Heiligenhafen, Cuxhaven, Büsum, Bremerhaven und Hamburg. Jede Probe
       enthielt zwischen einer und sieben quantifizierten PFAS-Verbindungen. Die
       krebserregende Untergruppe PFOS entdeckte Greenpeace in allen Proben. Für
       Scholle, Steinbutt und Krabben wurden in einzelnen Proben sieben
       verschiedene PFAS nachgewiesen.
       
       Obwohl es inzwischen für viele Verwendungen [3][PFAS-freie Alternativen]
       gibt, blockiere die Chemieindustrie bisher alle Vorschläge für eine
       [4][europäische Regulierung] der PFAS, kritisiert Kontchou: „Die
       Bundesregierung muss Menschen und Umwelt vor den Interessen der
       Chemiebranche schützen. Der Einsatz von PFAS in Alltagsgegenständen gehört
       ohne Ausnahme verboten.“
       
       13 Oct 2025
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.greenpeace.de/publikationen/PFAS_Fische_.pdf
 (DIR) [2] /Auch-deutscher-Umweltminister-betroffen/!6115424
 (DIR) [3] /Kreislaufwirtschaft/!6113744
 (DIR) [4] /Schadstoffe-im-Abwasser/!6114483
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Theresa Walter
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Meeresverschmutzung
 (DIR) Fischerei
 (DIR) Greenpeace
 (DIR) Chemikalien
 (DIR) Chemikalien
 (DIR) wochentaz
 (DIR) Ostsee
 (DIR) Fast Fashion
 (DIR) Umwelt
 (DIR) Plastikmüll
 (DIR) Gewässerschutz
 (DIR) Chemikalien
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Ewigkeitschemikalien: Verbot hat Verspätung
       
       Ewigkeitschemikalien stecken in vielen Alltagsprodukten – einige gelten
       aber als gefährlich. Trotzdem tut sich die EU schwer mit einem Verbot.
       
 (DIR) Kriegsschrott und Klimakrise: Wie geht es der Ostsee, Herr Greinert?
       
       Öl, Dünger, Klimawandel – die Ostsee muss viel aushalten. Zumindest für die
       Tonnen an giftigem Bombenschrott hat Meeresgeologe Greinert eine Lösung.
       
 (DIR) Zu viele Schadstoffe im Wasser: Ungewöhnliche Rettungsallianz für die belastete Ostsee
       
       Bauernverbände und das Landwirtschaftsministerium in Kiel schlagen
       gemeinsame Maßnahmen zur Rettung der Ostsee vor. Das Problem: Es ist alles
       freiwillig.
       
 (DIR) Greenpeace-Recherche zu Fast Fashion: Jacken, die tausendfach giftiger sind als erlaubt
       
       Schon wieder fällt der Billigmodenshop Shein durch schadstoffbelastete
       Kleidung auf. Ein Anti-Fast-Fashion-Gesetz wie in Frankreich könnte helfen.
       
 (DIR) Ewigkeitschemikalien im Wasser: Na denn prost!
       
       PFAS sind potenziell toxisch. Der BUND weist aber in 42 von 46
       Wasserquellen Belastungen nach – mancherorts sollen Kinder es nicht mehr
       trinken.
       
 (DIR) Auch deutscher Umweltminister betroffen: Ewigkeitschemikalien stecken in Spitzenpolitikern
       
       EU-Umweltminister haben ihr Blut auf Ewigkeitschemikalien testen lassen.
       Bei allen wurden welche gefunden, auch beim deutschen Minister Schneider.
       
 (DIR) Schadstoffe in Gewässern: Europa will weniger Chemie in Flüssen
       
       Die EU hat sich auf bessere Kontrollen von langlebigen Schadstoffen in
       Gewässern geeinigt. Umweltschützer:innen geht die Richtlinie nicht
       weit genug.
       
 (DIR) Umweltverschmutzung an der Nordsee: Chemikalien-Alarm am Strand
       
       In den Niederlanden gibt es Aufregung um PFAS im Meeresschaum. Die
       Verschmutzung verweist auf das größere Problem der Chemikalien-Belastung im
       Alltag.