# taz.de -- Ewigkeitschemikalien: Verbot hat Verspätung
       
       > Ewigkeitschemikalien stecken in vielen Alltagsprodukten – einige gelten
       > aber als gefährlich. Trotzdem tut sich die EU schwer mit einem Verbot.
       
 (IMG) Bild: Demonstration gegen Pfas in Lyon am 4. Oktober 2025
       
       afp | Eigentlich will die EU-Kommission sogenannte Ewigkeitschemikalien
       (Pfas) seit Langem verbieten – ein Gesetzesvorschlag dürfte aber noch
       mehrere Monate auf sich warten lassen. Die nötigen Studienergebnisse sollen
       zum Jahresende vorliegen, wie die europäische Chemieagentur Echa am Montag
       erklärte. Erst danach kann die Kommission offiziell ein Verbot vorschlagen,
       über das dann in Brüssel beraten wird.
       
       Pfas sind per- und polyfluorierte Alkylverbindungen, die synthetisch
       hergestellt werden. Sie sind wasser- und fettabweisend und stecken deshalb
       in etlichen Alltagsprodukten wie beschichteten Pfannen, Funktionskleidung,
       Imprägniersprays und Einwegverpackungen. Pfas werden als
       Ewigkeitschemikalien bezeichnet, weil sie biologisch nicht abbaubar sind
       und sich in der Natur und [1][im menschlichen Körper anreichern].
       
       Studien deuten darauf hin, dass einige der Chemikalien bei Menschen die
       Leber und das Immunsystem schädigen, die Wirkung von Impfungen und die
       Fruchtbarkeit verringern und [2][Krebs erzeugen können]. Eine Reihe der
       Tausenden weltweit bekannten Pfas-Verbindungen sind in der EU bereits
       verboten. Brüssel kann allerdings nur Verbote für einzelne Untergruppen
       aussprechen. Diese werden in der Industrie anschließend häufig durch
       ähnliche Pfas ersetzt.
       
       ## Verbot schon für vergangene Legislaturperiode angekündigt
       
       Die EU-Kommission arbeitet deshalb seit Jahren [3][an einem umfassenden
       Pfas-Verbot]. Es war ursprünglich für die vergangene Legislaturperiode
       angekündigt und schon mehrmals verschoben worden. Umweltkommissarin Jessika
       Roswall bezeichnete die Reform am Montag in Brüssel trotz der Verzögerungen
       als Priorität. „Es ist möglich, die Industrie bereitet sich schon darauf
       vor“, sagte sie.
       
       Ein früherer Entwurf war im vergangenen Jahr in einer internen Prüfstelle
       der Kommission durchgefallen. Nun muss Roswall auf zwei Echa-Studien warten
       – eine zu den chemischen Risiken und eine zu den wirtschaftlichen Folgen
       eines Verbots.
       
       19 Jan 2026
       
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