# taz.de -- Bewerber für Bundestagsausschuss: AfDler als Geheimdienstkontrolleur?
       
       > Die AfD will einen Ex-Oberstaatsanwalt als Kontrolleur der Geheimdienste
       > im Bundestag sehen. Die anderen Fraktionen reagieren reserviert.
       
 (IMG) Bild: Roman Reusch: als Staatsanwalt ein Hardliner, demnächst Geheimdienstkontrolleur?
       
       BERLIN taz | Im Bundestag wird kontrovers diskutiert, ob man den früheren
       Berliner Oberstaatsanwalt Roman Reusch in das Parlamentarische
       Kontrollgremium (PKGr) wählen sollte. Die AfD verkündete am Dienstag, dass
       sie Reusch, heute Abgeordneter ihrer Fraktion, in das Gremium schicken
       will. Das PKGr kontrolliert in streng geheimen Sitzungen die deutschen
       Geheimdienste.
       
       Bei der Wahl der Mitglieder des Gremiums gehe es um „ein besonderes
       Vertrauensverhältnis“, sagte der Grünen-Innenexperte Konstantin von Notz.
       „Das werden die Mitglieder des Parlaments bei ihrer Wahl sicher
       berücksichtigen. Die Denke, jeder Kandidat müsse automatisch eine Mehrheit
       erhalten, steht im Widerspruch zu dem vorgesehen demokratischen Verfahren.“
       Dies zeuge letztlich auch von „einer Haltung, die man dem vermeintlichen
       politischen Establishments gerne vorwirft“, so von Notz. Der Grüne
       kandidiert selbst für das PKGr.
       
       Grundsätzlich steht der AfD als drittstärksten Kraft im Bundestag ein Platz
       in dem Kontrollgremium zu. Anders als bei den Bundestagsausschüssen
       entscheidet aber nicht nur die eigene Fraktion über die dortige Teilnahme,
       die Mitglieder werden vom gesamten Bundestag gewählt. Der Wahlgang findet
       diese Woche statt.
       
       Reusch gehört in der AfD zu den Nationalkonservativen und ist Mitglied des
       Landesvorstands in Brandenburg. Vor seinem Einzug in den Bundestag war er
       leitender Oberstaatsanwalt in Berlin, dort galt er als Hardliner. Bei der
       Generalstaatsanwaltschaft war er für die Abschiebung ausländischer
       Straftäter zuständig.
       
       ## „Nicht in die Falle tappen“
       
       Auch SPD-Innenexperte Burkhard Lischka verwies am Dienstag auf eine
       Mehrheit, die Reusch im Bundestag hinter sich bringen müsse. Der
       SPD-Innenpolitiker Armin Schuster warnte dagegen, der AfD eine Opferrolle
       zu servieren. „In diese Falle sollten wir nicht tappen. Die Wahl muss jeder
       Abgeordnete für sich persönlich treffen.“
       
       Reusch selbst sagte, er rechne „mit Gegenwind“ bei dem Wahlgang. Dann aber
       müssten die anderen Fraktionen erklären, „warum einer, der seit 35 Jahren
       im Staatsdienst ist, dafür ungeeignet sein soll“.
       
       AfD-Parlamentsgeschäftsführer Bernd Baumann kündigte am Dienstag zudem an,
       dass die AfD an Albrecht Glaser als Kandidaten für den
       Vizepräsidentenposten im Bundestag festhalten werde. Er war im Oktober in
       drei Wahlgängen durchgefallen. Die anderen Fraktionen werfen ihm vor, mit
       Anti-Islam-Äußerungen das Grundrecht auf Religionsfreiheit infrage zu
       stellen.
       
       Zudem wollen die Rechtspopulisten den Vorsitz des Haushaltsausschusses für
       sich reklamieren. Über alles andere, so Baumann, werde die Fraktion in den
       kommenden Tagen beraten.
       
       16 Jan 2018
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Sabine am Orde
 (DIR) Konrad Litschko
       
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