# taz.de -- CDU denkt um: Abgeordnetendiäten steigen nun doch nicht
> Eigentlich ist die Höhe der Diäten an die Lohnentwicklung gekoppelt – in
> diesem Jahr hieße das plus 4,2 Prozent. Doch der Mechanismus wird
> ausgesetzt.
(IMG) Bild: Doch nicht: Union lenkt ein bei Diskussion um Abgeordnetendiäten
Auf die Frage, was ihn denn nun zum Umdenken gebracht habe, geht Jens
Spahn, der Fraktionschef von CDU und CSU, erst einmal in die Verteidigung.
„Ich gebe nicht leichtfertig einen bewährten Mechanismus auf“, sagt er.
Aber da man mit den anstehenden Reformen vielen Menschen etwas abverlange,
sollten und würden auch die Abgeordneten ihren Beitrag leisten.
Den Mechanismus, den Spahn da meint, das ist die Kopplung der
Abgeordnetendiäten an die Entwicklung der Durchschnittslöhne. Steigen die
Löhne, steigen auch die Bezüge der 630 Parlamentarier*innen im
Bundestag. Würden die Löhne sinken, würden auch die Diäten reduziert. Die
Regelung gilt seit 2014 – und hat sich bewährt. Bis dahin hatten
Abgeordnete nämlich ihre eigenen Einkommen noch regelmäßig selbst per
Handzeichen erhöht.
Zum 1. Juli steht eigentlich wieder eine Änderung an: Da zuletzt die Löhne
gewachsen sind, sollten auch die Abgeordnetendiäten erhöht werden, genau
genommen um 4,2 Prozent. Die monatlichen Bezüge der Abgeordneten würden
damit um 497 Euro auf rund 12.330 Euro vor Steuern steigen.
## Nun doch die Notbremse
Jetzt aber [1][ziehen Union und SPD doch die Notbremse].
SPD-[2][Generalsekretär Tim Klüssendorf] hatte bereits Anfang Mai gesagt,
seine Partei wolle die anstehende Diätenerhöhung aussetzen und dabei auf
die beschlossenen Sparmaßnahmen für die Bürger*innen verwiesen. Auch die
Grünen und [3][die Linke] sprachen sich dafür aus, die Erhöhung ausfallen
zu lassen. Nur die Union, und ganz besonders Spahn, hatten bis zum
Wochenende noch auf eine Beibehaltung des automatischen Mechanismus
gedrängt.
Das änderte sich diese Woche. „Die Fraktionen erarbeiten eine Regelung zur
einmaligen Aussetzung des Mechanismus“, sagt Alexander Hoffmann, der
Landesgruppenchef der CSU, der neben Spahn vor dem Fraktionssitzungsaal der
Union steht am Dienstag. Das sei ein wichtiges Signal. Grundsätzlich aber
habe sich Mechanismus bewährt.
Zum Umdenken hat vielleicht nicht nur der Druck aus den anderen Fraktionen,
sondern auch eine repräsentative Umfrage geführt. Darin hatte sich die
[4][große Mehrheit der Bürger*innen gerade gegen eine Erhöhung der
Diäten] ausgesprochen. 85 Prozent der Befragten waren der Ansicht, die
Abgeordneten sollten angesichts der aktuellen Lage auf eine Anhebung
verzichten. Die Meinung der Bevölkerung von ihrer Bundesregierung ist
ohnehin nicht gut, da will man vermutlich nicht auch noch weiteres
Verhetzungspotenzial schaffen.
## Bundestag soll schnell beraten
Schon in der kommenden Sitzungswoche Anfang Juni soll der Bundestag über
die Aussetzung der Diätenerhöhung beraten, bis Anfang Juli soll das
Verfahren auch in Bundestag und Bundesrat abgeschlossen sein. Das sagte der
Parlamentarische Geschäftsführer der Union, Steffen Bilger (CDU), der für
das Organisatorische zuständig ist.
Die Aussetzung soll zeitgleich mit der Reform der Gesetzlichen
Krankenversicherung (GKV) im Bundestag beraten werden, die für die
Bürger*innen zahlreiche Belastungen enthält. Man wolle deutlich machen,
so Bilger, „dass wir auch bei uns ansetzen“. Es könne schon sein, dass es
in der Fraktion noch Gesprächsbedarf dazu gebe. Überraschend wäre das
nicht. Schließlich war es eine beachtliche Wende, die Spahn da plötzlich
vollzogen hat.
19 May 2026
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## AUTOREN
(DIR) Sabine am Orde
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