# taz.de -- Abschiebungen nach Afghanistan: Schmutziger geht's nicht
       
       > Dobrindt arbeitet bei Abschiebungen mit den Taliban zusammen, obwohl
       > diese die afghanische Zivilbevölkerung terrorisieren. Das ist eine
       > Schande.
       
 (IMG) Bild: Taliban-Soldaten am Grenzübergang zu Pakistan
       
       Dass es einen schmutzigen Deal zwischen der Bundesregierung und den Taliban
       gibt, war schon länger offensichtlich. Deutschland ließ letztes Jahr
       Vertreter der Islamisten einreisen und sie inoffiziell die afghanische
       Botschaft übernehmen. Und parallel starteten wieder Abschiebungen aus
       Deutschland in das verarmte Land.
       
       Nur wie schmutzig das Geschäft ist, auf das sich die Bundesregierung da
       eingelassen hat, das wissen wir erst seit den Enthüllungen des [1][ZDF
       Magazin Royal aus der letzten Woche]. Unter höchster Geheimhaltung karren
       die Bundesländer offensichtlich Afghanen nach Berlin, die abgeschoben
       werden sollen. Um ihre Identität festzustellen und die nötigen Papiere zu
       besorgen, werden die Betroffenen dann von den Taliban-Vertretern
       identifiziert – in den Gebäuden der deutschen Behörden.
       
       Wir erinnern uns: Gegen die Taliban hat die Bundeswehr über zehn Jahre lang
       Krieg geführt. Und seit der Rückeroberung 2021 haben die Taliban ihr Land
       in einen abstoßenden Ort verwandelt: Frauen sind so massiv vom öffentlichen
       Leben, von Bildung und Gleichberechtigung ausgeschlossen, dass viele
       Beobachter:innen von [2][Geschlechter-Apartheid] sprechen. Zuletzt
       führten die Taliban ein neues Gesetzbuch ein, das je nach sozialer Klasse
       des Angeklagten unterschiedliche Strafen vorsieht.
       
       Nicht jeder und jede mag Mitleid finden für die Straftäter, um die es bei
       den Abschiebungen nach Afghanistan bislang geht. Aber das
       Bundesinnenministerium unter Alexander Dobrindt (CSU) arbeitet schon daran,
       auch unbescholtene Afghan:innen zurückzuzwingen. Und an der
       [3][diplomatischen Aufwertung der Taliban], die das Zusammenarbeiten mit
       den Islamisten zwangsläufig bedeutet, kann wirklich niemand ein Interesse
       haben.
       
       Es hat ja gute Gründe, dass Afghan:innen zuletzt die größte Gruppe unter
       den Asylbewerber:innen in Deutschland waren. Die Menschen fliehen vor
       den unerträglichen Lebensbedingungen in ihrem Heimatland. Diejenigen, die
       dafür verantwortlich sind, macht die Bundesregierung gerade zu ihren
       Partnern.
       
       3 May 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.zdf.de/video/shows/zdf-magazin-royale-102/zdf-magazin-royale-vom-1-mai-2026-100
 (DIR) [2] /Gegen-Frauen-Bildung-und-Wirtschaft-/!6114658
 (DIR) [3] /Abschiebungen-nach-Afghanistan/!6123786
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Frederik Eikmanns
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Taliban
 (DIR) Alexander Dobrindt
 (DIR) Schwerpunkt Afghanistan
 (DIR) Abschiebung
 (DIR) Social-Auswahl
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Österreich
 (DIR) Taliban
 (DIR) Taliban
 (DIR) Schwerpunkt Afghanistan
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Abkommen für Abschiebungen: Österreich setzt auf unsicheren Drittstaat
       
       Die Regierung Österreichs nutzt Usbekistan als Transitstation für
       Abschiebungen – auch nach Afghanistan. Experte warnt: EGMR-Urteile sind
       dort nicht vollstreckbar.
       
 (DIR) Bundesinnenminister Dobrindt: „Türöffner der Taliban“
       
       Alexander Dobrindt (CSU) soll laut einer Recherche des „Magazin Royale“ mit
       dem afghanischen Taliban-Regime zusammengearbeitet haben. Das kritisieren
       die Grünen scharf.
       
 (DIR) Dobrindts Afghanistan-Abschiebeoffensive: Taliban? Normal
       
       Der Innenminister will künftig Frauen nach Afghanistan abschieben und
       Personendaten mit den Taliban teilen. Damit sprengt er alle moralischen
       Grenzen.
       
 (DIR) Abschiebungen nach Afghanistan: Regierung verteidigt Gespräche mit Taliban
       
       Innenminister Dobrindt will mehr Abschiebungen durchsetzen. Dafür sollen
       seine Mitarbeiter in Kabul mit Vertretern des afghanischen Regimes
       verhandeln.