# taz.de -- Roman
       
 (DIR) „Dschinns“ am Hamburger Thalia Theater: Leben und Tod am Esstisch
       
       Nach Vaters Beerdigung beginnt das Aufarbeiten: Hakan Savas’ Bühnenfassung
       des Romans „Dschinns“ gerät am Hamburger Thalia Theater etwas zu
       pädagogisch.
       
 (DIR) „Haus zur Sonne“ am Theater Hannover: Ambitioniert herumliegende Teile
       
       Thomas Melles „Haus zur Sonne“ handelt von perfider Erfüllung letzter
       Wünsche. Adrian Figueroas Inszenierung lebt von Hauptdarsteller Jan Meeno
       Jürgens.
       
 (DIR) Abschluss der Frankfurter Buchmesse: Halt dich an deiner Haltung fest
       
       Die unerträgliche Gleichzeitigkeit des Seins: Die Frankfurter Buchmesse ist
       vorbei, die Stimmung war durchwachsen, die Fronten waren geklärt.
       
 (DIR) Roman von Nadia de Vries: Nichts als Beifang
       
       Mein Name ist Schellfisch: Die niederländische Autorin Nadia de Vries führt
       sprachmächtig durch die Schattenreiche der modernen Arbeitswelt.
       
 (DIR) Debatte um Thélyson Orélien: Um Integrität geht es nur am Rande
       
       Die Rechte mischt mit: In der französischen Debatte um KI-Vorwürfe gegen
       den Schriftsteller Thélyson Orélien wird auch um die kulturelle Hegemonie
       gekämpft.
       
 (DIR) Roman von Sarah Elena Müller: Eine Abrissliebe
       
       Sarah Elena Müller schreibt sich in ihrem Roman „Unwucht“ tief in eine
       unglückliche Liebe hinein. Die Sprache, die sie dafür findet, ist die einer
       Künstlerin
       
 (DIR) Neuer Roman von Sven Regener: Wer hier lebt, entwickelt ganz bestimmt eine Mauermacke
       
       Der Autor schickt „Frankie und Freddie“ durch die Mauerstadt: Der neue
       „Herr-Lehmann“-Roman ist so lustig und blöd, wie man es sich nur wünschen
       kann.
       
 (DIR) Buch von Hendrik Bolz aka Testo: Jutebeutel und platzende Träume
       
       Hendrik Bolz kommt aus der ostdeutschen Platte ins Studentenmilieu Berlins.
       Sein Roman „Aus Ruinen“ beschreibt eine unwahrscheinliche Transformation.
       
 (DIR) Neues Buch von Christoph Kramer: Irgendwas mit Liebe und Fußball
       
       Fußballweltmeister Christoph Kramer hat wieder einen Roman geschrieben. Die
       Werbung dafür wird man in den nächsten Wochen nicht übersehen können.
       
 (DIR) Neuer Roman von Douglas Stuart: Daddy-Issues im Dauerregen
       
       Booker-Preisträger Douglas Stuart erzählt von homosexuellem Leben auf den
       Äußeren Hebriden. Eine Form findet er nicht.
       
 (DIR) Roman von Shida Bazyar: Der Geist aus dem Off
       
       Shida Bazyar verbindet in „Die Lücken“ deutsche Post-NS-Geschichte mit
       einer exiliranischen Perspektive auf die deutsche Gesellschaft.
       
 (DIR) Queere Climate Fiction von Pol Guasch: Der Körper, der verfällt, während andere über ihn sprechen
       
       „Auf den Händen brennt das Paradies“ ist eine sprachgewaltige Dystopie über
       die Klimakatastrophe und eine Aids-Pandemie. Pol Guaschs Roman fasziniert
       und überfordert.
       
 (DIR) Debütroman von Alisha Gamisch: Um nicht so zu werden wie die verrussten Deutschen
       
       Von drei Generationen russlanddeutscher Frauen erzählt Alisha Gamisch in
       ihrem Debütroman „Parasiti“. Auch um die Regeln des Frauseins geht es.
       
 (DIR) Neues Buch von Maxim Biller: Was nicht erzählt wird
       
       Maxim Biller widmet sich in „Schwarze Samstage“ den Nachwirkungen des 7.
       Oktobers auf Jüd:innen. Mit Hass ist der Geschichte eines Ressentiments
       dabei nicht beizukommen.
       
 (DIR) Shortlist zum Deutschen Buchpreis: Alles Gewinner:innen?
       
       Fünf Autorinnen und ein Autor stehen auf der Shortlist zum Deutschen
       Buchpreis. Die Kritik ist voll des Lobes.
       
 (DIR) Literarischer Abend über das Schlachten: Die Lust am Fleisch
       
       Beim Internationalen Literaturfestival Berlin stand einen Abend lang das
       Schlachten im Mittelpunkt. Im Metzger steckt hohes literarisches Potenzial.
       
 (DIR) Neuer Roman von Caroline Wahl: Auf der schönen Oberfläche
       
       Bali, Berlin, St. Moritz: Caroline Wahl reiht in ihrem neuen Roman „1999
       Meter über dem Meer“ die Klischees aneinander. Ist sie auf einem antiwoken
       Kreuzzug?
       
 (DIR) Roman von Ingo Schulze: Die Hoffnung und ihre Verlustgeschichte
       
       Ein Sommer in der DDR und ein skurriles Lesungswochenende in einem
       mecklenburgischen Gasthof: Ingo Schulze sucht in seinem Roman nach den
       Lehren der Geschichte.
       
 (DIR) Erster Spielfilm von Brezel Göring: Männer sind ein Problem
       
       Brezel Görings Spielfilm „Für immer 16“ ist ein Super-8-Spektakel. Bunt,
       frei, bekloppt. Er beruht auf dem Roman „Lebenslänglich vierzehn“ von
       Françoise Cactus.
       
 (DIR) Comic „Der Schnee war schmutzig“: Abgründiges Gesellschaftsporträt
       
       Der Autor Jean-Luc Fromental und der Zeichner Yslaire adaptieren einen
       Roman von Georges Simenon. Die Bilder sind in fast giftigem Stil gehalten.
       
 (DIR) Autorin Valeria Luiselli: „Auf Sizilien spürt man den Ursprung des Planeten“
       
       Vulkane, antike Halbgötter und der Verlust einer Patchworkfamilie: Die
       mexikanische Autorin Valeria Luiselli über ihren Roman „Anfang Mitte Ende“.
       
 (DIR) Longlist zum Deutschen Buchpreis: Ein jeder wird geboren
       
       Heimaterkundung bedeutet im Jahr 2026 nicht nur Fischen in der
       bundesrepublikanischen Ursuppe: Die Longlist zum Deutschen Buchpreis ist
       da.
       
 (DIR) Strandthriller über den Sommer 1972: Länger werdende Schatten über dem Bagno Stella
       
       Sandro Veronesi entfaltet ein Coming-of-Age-Drama am italienischen
       Mittelmeer. Es spielt vor dem historischen Hintergrund des
       Olympia-Attentats 1972.
       
 (DIR) Roman „Sonnenspiel“: Sperr die Journalistin in die Speisekammer
       
       Andrea Grill erzählt in „Sonnenspiel“ eine queere Liebesgeschichte vor
       malerischer italienischer Landschaft. Der Roman strotzt nur so vor
       Klischees.
       
 (DIR) Neuer Roman von Dave Eggers: Eine amerikanische Idee
       
       Erfolg oder Wahrhaftigkeit: Dave Eggers hat genug von Tech-Dystopien und
       legt nun mit „Contrapposto“ einen Künstlerroman vor.
       
 (DIR) Roman von Maria Reva: Wenn das Gehäuse links dreht
       
       Drei Frauen entführen dreizehn Männer in einem Wohnmobil voller Schnecken:
       Nichts ist zu absurd in Zeiten des Krieges und in Maria Revas brillantem
       Ukraine-Roman.
       
 (DIR) Roman über Sudan: Dir soll niemals ein Kind sterben
       
       Zwischen den Fronten: Die Autorin Stella Gaitano macht in „Eddos goldenes
       Lächeln“ die Geschichte eines Kriegs erfahrbar, der den Sudan zweiteilen
       sollte.
       
 (DIR) Roman „Lori“ von Anousch Mueller: Wie die anderen Außenseiter zuvor
       
       Anousch Mueller erzählt von einem verunsicherten Aufwachsen in Thüringen.
       Das Familienleben im Abseits ist von Verschweigen geprägt. Ein Kind fehlt.
       
 (DIR) Debütroman von Şeyda Kurt: Schleichende Versumpfung in sieben Tagen
       
       Fiebertraum statt Revolution: Vor dem Hintergrund der Apokalypse macht sich
       Şeyda Kurt in ihrem ersten Roman an die Abschaffung bürgerlicher Normen.
       
 (DIR) Bücher von Johanna Sebauer: Wenn du wirklich ich bist, wirst du all das sehen
       
       Johanna Sebauer im Doppelpack: Die österreichische Autorin erzählt vom
       Medienzirkus und vom Sterbenlernen in „Das Gurkerl“ und „Popóm“.
       
 (DIR) Roman „Kleine Schwächen“: Welche Abgründe müssen in dieser Familie lauern
       
       Aus dem streng katholischen Irland der 70er ins düstere London der 90er:
       Megan Nolan erzählt von einem Todesfall und den Tricks der Boulevardpresse.
       
 (DIR) Roman „Eisen“: Monteur der Avantgarde
       
       Gusel Jachina kommt dem Regisseur Sergej Eisenstein in ihrem Roman nahe.
       Nebenbei erzählt sie, wie der Osten auf den Westen prallt und beide um
       Vorherrschaft ringen.
       
 (DIR) Roman „Verlorene Schäfchen“: Gott und der freie Markt
       
       Gelungene US-Komödie: In Madeline Cashs Debütroman lauert hinter jedem Witz
       eine Kränkung. Und hinter jeder Kränkung eine Sehnsucht.
       
 (DIR) Die USA in sechs Romanen: Oh, say can you see?
       
       Die USA werden 250 Jahre alt: Das literarische Amerika ist mehr als Moby
       Dick, Walden und Manhattaner Geldadel. Ein kleiner taz-Gegenkanon.
       
 (DIR) Elspeth Barker „O Caledonia“: Die Unverstandene
       
       Barkers einziger Roman „O Caledonia“ spielt in der romantischen Landschaft
       der schottischen Highlands. Der Humor ist finster.
       
 (DIR) Roman von Lídia Jorge: Die Mythen der Revolution
       
       Lídia Jorge setzt in ihrem neuen Roman den Protagonisten der
       Nelkenrevolution in Portugal ein Denkmal. 1974 hatten sie die Diktatur zu
       Fall gebracht.
       
 (DIR) Debütroman von Clara Umbach: Die totale Bejahung und ihr Gegenteil
       
       Clara Umbach erzählt in ihrem Debütroman eine queere Liebesgeschichte zum
       Teil in Form von Chatnachrichten. Das entwickelt einen eigentümlichen Sog.
       
 (DIR) Kinderbücher für den Sommer: Picknick und Fieberträume
       
       Nikolaus Heidelbach und Jockum Nordström illustrieren ein staunenswertes
       Miteinander. „Stuxx“ erzählt von koreanischem Kimchi und der ersten Liebe.
       
 (DIR) Deutsch-dänisches Roman-Debüt: Die Gegenwart ist ein Archiv
       
       Marie-Louise Monrad Møllers neuer Roman „Viel wichtiger ist jetzt die
       Gegenwart“ erzählt eindrucksvoll nüchtern vom Sterben im Norden. Und vom
       Erinnern.
       
 (DIR) Roman „Michaela Kohlhaas“: Unmerklicher Umstieg auf ein paralleles Leben
       
       Heike Geißler erfindet Kleist neu: Unbeirrbar schreitet in ihrem Roman die
       Aussätzige „Michaela Kohlhaas“ dem eigenen Ende entgegen.
       
 (DIR) Neuer Roman von Asako Yuzuki: Wie der Nilbarsch so der Mensch
       
       Eine etwas zu enge Beziehung: Im neuen Roman der Bestsellerautorin Asako
       Yuzuki geht es um Freundschaft und die Rolle der Frau in der japanischen
       Gesellschaft.
       
 (DIR) Neuer Roman von Ben Lerner: Transatlantisches Elysium
       
       Ben Lerners neuer Roman gilt hierzulande bereits als Meisterwerk. Vor allem
       ist er jedoch eine Versicherung, dass man Amerika nicht aufgeben darf.
       
 (DIR) Booker Prize an Autorin Yang Shuang-zi: „Unsere Zwei“ gehen leer aus
       
       Mit Yang Shuang-zi und „Taiwan Travelogue“ geht der Booker Prize 2026
       erstmals an einen auf Mandarin verfassten Roman. Nominiert waren auch zwei
       deutsche Autor:innen.
       
 (DIR) Roman von Johann Reißer: In einem schönen Schwarzwaldtal
       
       Wo heute Rheinmetall Kanonen fertigt: Johann Reißer nimmt in „Pulver“ auf
       mitreißende Weise die Anfänge der deutschen Rüstungsindustrie in den Blick.
       
 (DIR) Roman aus Japan „Die Fabrik“: Den Waldgeist bitte ignorieren
       
       Hiroko Oyamada beschreibt Arbeit als totalen Zustand in „Die Fabrik“. Was
       genau dort produziert wird, bleibt ebenso unklar wie der Sinn der
       Tätigkeiten.
       
 (DIR) Lara Rüter schreibt über „Affenliebe“: Die zwei Cousinen Rührung und Berührung
       
       Eine Dichterin unter Affen: Lara Rüters poetische Annäherung an Primaten
       vor und hinter Käfigstäben, „Affenliebe“.
       
 (DIR) Neuer Roman von Birgit Birnbacher: Mutter und Sohn sind im Spielen nicht gut
       
       Birgit Birnbacher schaut auch in ihrem neuen Roman dahin, wo zwischen
       Mensch und sozialen Strukturen Reibung entsteht: „Sie wollen uns erzählen“.
       
 (DIR) Roman von Sharon Dodua Otoo: Worte allein werden nicht helfen
       
       In „So, in etwa, ist es geschehen“ erdrosselt die Protagonistin ihren Chef
       mit einem Schal von FC Bayern München. Es ist ein Roman wie ein Geständnis.
       
 (DIR) Roman von Yavuz Ekinci: Die Gewalt in Frage stellen
       
       Der kurdisch-türkische Schriftsteller Yavuz Ekinci widmet sich in seinem
       neuen Roman dem Leid, das der Krieg zwischen PKK und türkischer Armee
       verursacht.
       
 (DIR) Roman „Nelka“ von Svenja Leiber: Es kostet zu viel
       
       Spätes Wiedersehen: Eine polnisch-jüdische Zwangsarbeiterin trifft in
       Svenja Leibers Roman auf ihren einstigen Vorgesetzten und Vergewaltiger.