# taz.de -- Plastiksteuer: Union nimmt Gesundheit nicht so wichtig
       
       > Plastik ist überall: Wir atmen, trinken und essen es, es lagert sich im
       > Körper ab und macht krank. Eine Plastiksteuer lehnt die Union trotzdem
       > ab.
       
 (IMG) Bild: Plastik ist überall und das soll nach dem Willen der CDU auch so bleiben
       
       Die Legitimität des Staates liegt darin, seine Einwohner:innen zu
       schützen: vor militärischen Angriffen, vor rechtlicher Willkür, vorm
       Verhungern und Verelenden – und auch vor gesundheitlichen Schäden. Die
       Aufgabe einer Regierung ist, für all dies zu sorgen. So die Theorie.
       
       In der Praxis sieht das oft anders aus, Gegenbeispiele gibt es genug. Ein
       jüngstes Beispiel: Der Unionsfraktionsvorsitzende Thorsten Frei ließ bei
       Welt TV verlauten, die Union trage den aktuellen Gesetzentwurf zur
       [1][Plastiksteuer] nicht mit. Den hatte der Bundesumweltminister Carsten
       Schneider, SPD, vor zwei Wochen vorgelegt. Dem Papier zufolge sollen ab
       Juli 2027 pro Tonne Kunststoffverpackungen 550 Euro Steuern anfallen. Das
       soll [2][neues Geld in die Staatskasse spülen] und für weniger Verbrauch
       von Plastik sorgen. [3][Plastik] ist überall, wir atmen es ein, nehmen es
       mit Wasser und Nahrung und über die Haut auf. Es reichert sich in unseren
       Körpern an, im Blut, in den Organen, im Gehirn. Immer mehr medizinische
       Studien weisen auf die gesundheitlichen Folgen hin, von Hormonstörungen und
       Unfruchtbarkeit bis hin zu Demenz und Krebs.
       
       Natürlich bietet Plastik auch hygienische und damit gesundheitliche
       Vorteile – und bisweilen ist eine Plastikverpackung alternativlos, vor
       allem im medizinischen Bereich. Dennoch: Je mehr Plastik sich im Umlauf
       befindet, desto mehr landet in unseren Körpern. Eine Metastudie aus dem
       Jahr 2014 kam zu dem Schluss, dass sich bis 2040 die Freisetzung von
       Mikroplastik mehr als verdoppeln könnte. Das zeigt, wie dringend es eine
       Plastiksteuer braucht, um die Verwendung zumindest etwas einzudämmen.
       
       Die Union begründet ihre Ablehnung des aktuellen Gesetzentwurfs stattdessen
       mit hohen Kosten für die Industrie sowie mit einem Bürokratieaufwand, der
       das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht rechtfertigen würde. Sagen wir es doch
       deutlich: Den Unionspolitiker:innen ist der Gesundheitsschutz
       schlicht weniger wert als die Interessen von Unternehmen.
       
       15 Oct 2026
       
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