# taz.de -- Zukunft der Energiewende: Verspätung von Energiegesetzen sorgt für Unsicherheit
> Die Verzögerung könnte dafür sorgen, die Energiewende zu stoppen. Nun
> liegt ein unkonventioneller Vorschlag für eine schnelle Lösung auf dem
> Tisch.
(IMG) Bild: Das neue Gesetz zu erneuerbaren Energien ist umstritten, so soll etwa die Förderung für kleine Dachsolaranlagen wegfallen
Teilen und mundgerecht servieren: Um das parlamentarische Verfahren [1][für
die neuen Energiegesetze von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche
(CDU)] zu beschleunigen, fordert das Bündnis Bürgerenergie eine getrennte
Behandlung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und des Netzpakets.
Würden zunächst nur die Teile des EEG verabschiedet, die für eine
Genehmigung der EU erforderlich ist, könnte über die übrigen Regelungen in
Ruhe verhandelt werden, sagte Harald Uphoff vom Vorstand des Bündnisses
Bürgerenergie, der taz. In dem Bündnis sind Firmen, Privatpersonen und
Verbände organisiert, die sich für eine dezentrale, konzernunabhängige
Energieversorgung einsetzen.
Der Hintergrund: In der Energiebranche breitet sich mit Blick auf den
Kalender Nervosität aus. Das derzeitige EEG läuft zum Jahresende aus, ein
neues muss die EU-Kommission bis zum 1. Januar genehmigen. Doch die
ursprünglich für diesen Freitag geplante Verabschiedung des EEG im
Bundestag wurde vertagt, bis sich Union und SPD auf eine gemeinsame Fassung
geeinigt haben. Ohne ein neues, von der EU bewilligtes EEG stehen die
Geldflüsse für neue Windkraft- und Solarprojekte still. Viele Vorhaben sind
bereits ins Stocken geraten, weil unklar ist, ob und wie es 2027
weitergeht.
[2][Wann die Verhandlungen] abgeschlossen sein werden, ist unklar. Eine
Einigung solle „schnellstmöglich“ erfolgen, sagte eine Sprecherin der
SPD-Fraktion. Für die nächste Woche seien weitere Verhandlungstermine
angesetzt. Zu inhaltlichen Fragen, etwa einer Trennung von EEG und
Netzpaket im parlamentarischen Verfahren, wollte sie sich nicht äußern.
Kritiker:innen der Energiegesetze monieren, dass etliche der
vorgesehenen Neuerungen zu Verschlechterungen führen. Geplant ist unter
anderem, dass die Förderung für kleine Dachsolaranlagen wegfällt, was im
neuen EEG vorgesehen ist. Gleichzeitig verhandeln Union und SPD über das
sogenannte Netzpaket. Das sieht unter anderem vor, dass die Entschädigungen
für Erneuerbare-Anlagen bei einer zwangsweisen Abschaltung gesenkt werden.
[3][Das ist der sogenannte Redispatchvorbehalt.] Bei den Anhörungen zu
beiden Gesetzen im Bundestag haben auch von der Union geladene
Expert:innen durchweg massive Bedenken geäußert.
## Erst EEG sichern, dann weiterverhandeln
Die Union will die beiden Gesetze zusammen behandeln, weil sie so mehr
Verhandlungsmasse hat. Aus Uphoffs Sicht gibt es keinen sachlichen Grund,
beides zusammenzufassen. „Die Koppelung und der Zeitdruck dürfen nicht zu
schlechten Ergebnissen führen“, sagte er. Uphoff plädiert dafür, dass die
Abgeordneten jetzt nicht das ganze EEG behandeln, sondern nur die
Bestandteile, die für die EU-Genehmigung wichtig sind.
„Darauf werden sich Union und SPD schnell einigen“, ist er überzeugt. Die
übrigen Gesetzesteile und das Netzpaket könnten dann in Ruhe ausgehandelt
werden. Eine rasche Einigung auf die EU-relevanten Teile sei wichtig, sagte
Uphoff. Schon jetzt sei großer Schaden entstanden. Es sei fraglich, wie
lange Firmen die bestehende Unsicherheit noch aushalten.
Das sieht der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)
ähnlich. „Dass sich EEG und Netzpaket weiter verzögern ist ärgerlich und
schafft Unsicherheiten“, sagt BDEW-Chefin Kerstin Andreae. Da die künftigen
Bedingungen für Erneuerbare maßgeblich von beiden Gesetzgebungsvorhaben
abhingen, würden Investitionsentscheidungen zunehmend aufgeschoben.
Stellung zu der Frage, ob eine Trennung der beiden Gesetzgebungsverfahren
sinnvoll wäre, nahm der Verband nicht.
Der Bundesverband der Erneuerbaren Energie (BEE) dagegen positioniert sich
klar für eine Trennung. Grundsätzlich wäre es sinnvoll, EEG-Novelle und
Netzpaket angesichts des knappen Zeitplans separat zu verhandeln, sagte
BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser. „Im Austausch mit den Abgeordneten
erleben wir großes Engagement und eine intensive inhaltliche
Auseinandersetzung“, berichtete sie. Es sei zu begrüßen, wenn dafür mehr
Zeit bleibe. Das Netzpaket könnte gemeinsam mit dem Verteilnetzpaket
beraten werden, da die Regelungen eng miteinander verzahnt seien.
15 Oct 2026
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## AUTOREN
(DIR) Anja Krüger
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