# taz.de -- Nach langem Hin und Her: Koalition einigt sich auf Zuckersteuer
       
       > Union und SPD wollen eine Steuer auf stark gezuckerte Getränke einführen.
       > Um die Details wurde lange gerungen. Jetzt gibt es eine Einigung.
       
 (IMG) Bild: Der Kompromiss der Koalition sieht eine zweistufige Zuckersteuer und Ausnahmen für kleinere Hersteller vor
       
       dpa | Die schwarz-rote Koalition hat ihren Streit über die Einführung einer
       [1][Steuer auf zuckergesüßte Getränke] beigelegt. „Die Bundesregierung hat
       sich auf eine Formulierungshilfe für die Regierungsfraktionen zur Umsetzung
       der vereinbarten Zuckergetränkesteuer geeinigt“, verlautete am Abend aus
       dem Bundesfinanzministerium. Die Vorlage soll den Angaben zufolge am
       Mittwoch im Kabinett beschlossen werden. Zuvor hatte das Redaktionsnetzwerk
       Deutschland (RND) berichtet.
       
       Der Kompromiss sieht laut RND eine zweistufige Steuer und Ausnahmen für
       kleinere Hersteller vor. Wie aus der Formulierungshilfe hervorgeht, die
       auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, soll ab dem 1. Juli 2027 ein
       Steuersatz von 26 Cent auf gesüßte Getränke mit einem Zuckergehalt ab 5
       Gramm pro 100 Milliliter erhoben werden. Bei einem Zuckergehalt von 8 Gramm
       pro 100 Milliliter soll der Satz 32 Cent betragen.
       
       Mit der Zuckersteuer will Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) nicht
       nur Einnahmen für den Bundeshaushalt generieren, sondern auch
       Getränkeherstellern einen Anreiz geben, den Zuckergehalt zu senken und ihre
       Produkte gesünder zu machen. [2][Das Kanzleramt hatte seine Pläne jedoch
       Anfang des Monats vorerst gestoppt.] In Regierungskreisen hieß es, sein
       Entwurf weiche vom Vorschlag der Finanzkommission Gesundheit ab und sei in
       dieser Form in der Regierung nicht mehrheitsfähig.
       
       ## 690 Millionen Euro Steuereinnahmen im kommenden Jahr
       
       Nach der jetzigen Einigung geht die [3][Bundesregierung] davon aus, dass
       die Steuer dem Bund 2027 rund 690 Millionen Euro einbringen wird, im Jahr
       2028 dann 925 Millionen Euro. Laut RND soll die Steuer nicht für Hersteller
       gelten, die weniger als eine Million Liter gezuckerte Getränke pro Jahr
       produzieren.
       
       Gegen die Steuer gab es bis zuletzt erhebliche Widerstände. Vor wenigen
       Tagen hatten sich auch die neun Agrar- und Verbraucherschutzminister der
       Union aus den Bundesländern in einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz
       (CDU) dagegen ausgesprochen. Eine Zuckersteuer setze auf staatliche Lenkung
       und belaste den Kauf bestimmter Lebensmittel unnötigerweise zusätzlich,
       kritisieren die Ressortchefs in dem Schreiben.
       
       14 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Koalitionskrach-wegen-Zuckersteuer/!6218490
 (DIR) [2] /Zuckersteuer-gestoppt-Kanzleramt-pfeift-Klingbeil-zurueck/!6217950
 (DIR) [3] /Ruecktritt-von-Baerbel-Bas/!6216825
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Zuckersteuer
 (DIR) Getränke
 (DIR) Gesundheit
 (DIR) Steuern
 (DIR) Schwarz-rote Koalition
 (DIR) Bundesregierung
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Kampf gegen Übergewicht: Bundesregierung will Zuckersteuer auf Getränke ab Mitte 2027
       
       Das Kabinett beschließt einen Entwurf mit weniger Einnahmen als bisher vom
       Finanzministerium geplant. Kleine Hersteller sollen verschont werden.
       
 (DIR) Koalitionskrach wegen Zuckersteuer: Süße Gefahr
       
       Deutschland isst zu viel Zucker. Dass Schwarz-Rot immer noch über die
       Steuer auf süße Getränke streitet, ist fatal – und Ergebnis harter
       Lobbyarbeit.
       
 (DIR) Regierungskrise wegen Zucker: Es geht nicht wirklich um Gesundheit
       
       Beim Streit um die Zuckersteuer entlädt sich der Grundkonflikt zwischen
       Union und SPD. Letztlich geht es darum, wie das Land aus der Krise kommt.
       
 (DIR) Zuckersteuer liegt auf Eis: Kanzleramt pfeift Klingbeil zurück
       
       Es ist ein außerordentlicher Rüffel: Das Kanzleramt bremst Steuerpläne des
       Vizekanzlers aus. Wie es weitergeht – und was das über die Koalition
       aussagt.