# taz.de -- Urteil in Sachsen-Anhalt: Kein Referendariat nach rechter Vergangenheit
> Ein wegen rechter Umtriebe aus der Bundeswehr entlassener Mann will ins
> Rechtsreferendariat. Das Oberverwaltungsgericht zweifelt an seiner
> Verfassungstreue.
(IMG) Bild: Wer sich rechts umtreibt, kann auch kein Lehrer werden
dpa | Kann einem Bewerber mit extremistischer Vergangenheit der Karriereweg
in der Justiz verwehrt werden, auch wenn die Aktivitäten jahrelang
zurückliegen? [1][In Sachsen-Anhalt] hat das Oberverwaltungsgericht
entschieden, dass ein vorläufiger Ausschluss vom juristischen
Vorbereitungsdienst bei begründeten Zweifeln an der [2][Verfassungstreue]
möglich ist.
Der Vorbereitungsdienst, auch Referendariat genannt, ist eine praktische
Ausbildungsphase nach dem ersten Staatsexamen. Dabei werden Stationen bei
Gerichten, Staatsanwaltschaften, Anwaltskanzleien und der Verwaltung
durchlaufen. Die Phase endet mit dem zweiten Staatsexamen, das zur
Tätigkeit als Richter, Staatsanwalt oder Rechtsanwalt befähigt.
Im konkreten Fall ging es um einen Mann, der bereits im Jahr 2017 aus der
Bundeswehr entlassen worden ist, weil er etwa an einem Treffen ehemaliger
SS-Offiziere in Estland sowie an Veranstaltungen einer
rechtsextremistischen Organisation teilgenommen haben soll. Er soll sich
zudem antisemitisch und rassistisch geäußert haben, heißt es in dem
Beschluss. Weiterhin sei er Funktionär einer Bestrebung gewesen, die vom
Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft worden ist –
gemeint ist die ehemalige [3][AfD]-Nachwuchsorganisation Junge Alternative.
Laut dem Gericht hat das Bundesverwaltungsamt 2023 auch ein
Waffenbesitzverbot angeordnet. Die Behörde habe dies unter anderem mit der
Annahme begründet, dass der Mann Teil der Identitären Bewegung sei.
Der Mann bestritt mehrere Vorwürfe, bekannte sich in einer eidesstattlichen
Versicherung zur freiheitlich demokratischen Grundordnung und wollte mit
seiner Beschwerde erreichen, dass er zum juristischen Vorbereitungsdienst
zugelassen wird. Bereits das Verwaltungsgericht Halle hatte dies
zurückgewiesen.
29 Sep 2026
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