# taz.de -- Warnung vor linker Bürgermeisterin: Unionsländer drohen Berlin mit Geldentzug
> Nach dem Wahlsieg in Berlin könnte die Linke die Regierung anführen.
> Unionsgeführte Bundesländer wollen dann die Finanzierung der Hauptstadt
> in Frage stellen.
(IMG) Bild: Ratschläge aus Bayern: Klaus Holetschek, CSU-Fraktionsvorsitzender, bei der Herbstklausur
dpa | Im [1][Falle einer erfolgreichen Regierungsbildung in Berlin] unter
Führung der Linkspartei drohen die unionsregierten Bundesländer mit
finanziellen Konsequenzen. „Sollte Berlin eine Landesregierung bekommen,
die Antisemitismus und Judenhass im Programm hat, werden wir eine
gemeinsame Initiative starten, auch zur Frage, wer finanziert die
Hauptstadt“, sagte CSU-Landtagsfraktionschef Klaus Holetschek nach einem
Treffen der Fraktionschefs aus den CDU/[2][CSU-regierten Bundesländern] in
München.
Am Sonntag hatten sich die Fraktionschefs der CDU/CSU-regierten Länder zum
Austausch mit Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder in der
Staatskanzlei in München getroffen. Dieser hatte ebenfalls in der
Vergangenheit über finanzielle Folgen gesprochen, sollte [3][die Linke eine
Regierung in Berlin bilden können].
Dabei geht es zum einen um Geld aus dem Länderfinanzausgleich – Berlin ist
eines der größten Nehmerländer. Zum anderen müsse auch der neu
ausgehandelte Hauptstadtfinanzierungsvertrag nochmals besprochen werden.
Dieser gleicht Mehrausgaben des Landes Berlin durch den Bund in den
Bereichen innere Sicherheit und Hauptstadtkultur aus.
## Schnellere Entscheidungen gefordert
Holetschek, der Initiator des Treffens, sagte weiter, in Zeiten
bundespolitischer Herausforderungen brauche es den engen Schulterschluss
der Länder mehr denn je. „Politik muss wieder schneller entscheiden und
wirksame Ergebnisse liefern. Die Menschen erwarten konkrete Lösungen etwa
bei Gesundheit, Pflege und Energiekosten. Dafür braucht es im Föderalismus
enge Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg und einen guten Draht
zwischen Regierungen und Parlamenten.“ Auch mit Kanzler und CDU-Chef
Friedrich Merz sei ein entsprechendes Treffen geplant.
„Wir wollen dabei Taktgeber und Stabilitätsanker sein, politische Impulse
setzen und gemeinsame Werte, Eigenverantwortung und Gemeinsinn stärken“,
betonte Holetschek. Themen des Treffens seien unter anderem die
wirtschaftliche Stabilisierung des Landes und die anstehenden
Sozialreformen, aber auch die Bedeutung des Föderalismus gewesen.
## Union muss Versprechen „Wohlstand für alle“ erneuern
Der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzendenkonferenz, Niedersachsens
CDU-Chef Sebastian Lechner, sagte, die Union stehe seit mehr als 80 Jahren
für das Versprechen „Wohlstand für alle“. Dieses Versprechen müsse erneuert
werden. „Wer arbeitet, muss wieder mehr von seinem Lohn behalten. Genau
daran wird sich erfolgreiche Politik messen lassen. Die beschlossenen
Reformen bei Rente, Gesundheit und Pflege müssen jetzt konsequent umgesetzt
werden.“
„Die jüngsten Wahlergebnisse sind ein unüberhörbarer Weckruf für die
gesamte Union. Jetzt müssen sich zwingend alle zusammenreißen, geschlossen
handeln und die Voraussetzungen für ein gutes Leben auch in Zukunft
schaffen“, betonte Andreas Bühl, CDU-Fraktionschef im Thüringer Landtag.
Die Themen der Menschen endeten nicht an Landesgrenzen. CDU und CSU wollten
daher im Schulterschluss der Unionsfraktionen „erfolgreiche Lösungen
schneller voneinander übernehmen und unseren gemeinsamen Anliegen in Berlin
mehr Gewicht verleihen“.
29 Sep 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Sondierungsgespraeche-in-Berlin/!6216763
(DIR) [2] /Streit-ueber-Antisemitismusvorwurf-Linke-zeigt-Dobrindt-an/!6216920
(DIR) [3] /Start-der-Sondierungsgespraeche-in-Berlin/!6215714
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt Wahlen in Berlin
(DIR) CDU/CSU
(DIR) Die Linke Berlin
(DIR) Elif Eralp
(DIR) GNS
(DIR) Die Linke
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Union und der Länderfinanzausgleich: Die Wunderwaffe gegen linke Politik
Eine von der Linken regierte Hauptstadt will die Union nicht
mitfinanzieren. Bei der AfD in Sachsen-Anhalt war CSU-Chef Söder nicht so
rigoros.
(DIR) Angriffe gegen Berliner Linke: Jetzt wollen alle mal was sagen
Wahlverlierer CDU schießt auf allen Kanälen gegen die Berliner Linke. Aus
Schleswig-Holstein kommt eine Attacke eher skurriler Art.
(DIR) Eralp zeigt Dobrindt an: Überfällige rote Karte
Der inflationäre Missbrauch des Antisemitismus-Vorwurfs zu politischen
Zwecken ist fatal. Nicht nur die Linke sollte sich dagegen wehren.
(DIR) Debatte um Antisemitismus: Wie Jüdinnen und Juden auf die Linke schauen
Deutschland streitet um echten und vermeintlichen Antisemitismus in der
Berliner Linkspartei. Hier erzählen Juden*Jüdinnen aus der Hauptstadt,
wie sie dazu stehen.
(DIR) Sondierungen in Berlin: SPD und Grüne mit Vorabsprachen
Am Donnerstag wollen SPD und Grüne erstmals mit der Linken sondieren, vor
allem über das Thema Antisemitismus reden. Steffen Krach schließt Posten im
Senat für sich aus.