# taz.de -- 81. UN-Generalversammlung in New York: Kriege und KI im Fokus des UN-Gipfels
       
       > Bei der jährlichen UN-Vollversammlung stehen wieder aktuelle Krisen und
       > Herausforderungen im Mittelpunkt, echte Durchbrüche sind nicht zu
       > erwarten.
       
 (IMG) Bild: Für António Guterres ist die jetzige UN-Generalversammlung die letzte als UN-Generalsekretär
       
       Trotz der erneuten Absage von Bundeskanzler Friedrich Merz blickt die Welt
       diese Woche zum alljährlichen [1][UN-Gipfel] nach New York. Dort werden in
       dieser Woche zum alljährlichen UN-Gipfel knapp 130 Staats- und
       Regierungschefs in der US-Metropole erwartet.
       
       Ganz oben auf der Agenda stehen die Kriege im Nahen Osten und der Ukraine.
       Doch auch das Thema [2][künstliche Intelligenz (KI)] und die in den letzten
       Wochen immer größer werdenden Forderungen nach einheitlichen Regulierungen
       stehen hoch im Kurs. Für UN-Generalsekretär António Guterres, dessen
       Amtszeit am 31. Dezember endet, ist es die letzte Vollversammlung seiner
       Amtszeit.
       
       Seine Erwartungen sind aufgrund der weltweiten Bedrohungen und Konflikte
       jedoch getrübt. „Wenn wir auf den Krieg zwischen Russland und der Ukraine
       und auf den gesamten Nahen Osten blicken, sehen wir, dass sich die Lage Tag
       für Tag ein wenig verschlechtert. Nirgendwo ist eine Besserung in Sicht.
       Und wenn sich die Dinge so entwickeln, dass es täglich ein Stück schlimmer
       wird, besteht die ernste Gefahr einer Eskalation, die zu einer
       katastrophalen Situation mit verheerenden globalen Folgen führen kann“,
       sagte Guterres am Donnerstag der Presse.
       
       Am Samstag wurde bekannt, dass Chiles linke Ex-Präsidentin Michelle
       Bachelet ihre Kandidatur für Guterres’ Nachfolge zurückgezogen hat. Am
       Vortag soll die 74-Jährige, die 2018 bis 2022 bereits UN-Hochkommissarin
       für Menschenrechte war, bei einer Probeabstimmung im UN-Sicherheitsrat auf
       dem vorletzten Platz gelandet sein.
       
       ## US-Diplomat erwartet erneute UN-Kritik von Trump
       
       Der Weltsicherheitsrat wird sich auch mit dem Thema künstliche Intelligenz
       (KI) beschäftigen. Die rapiden Entwicklungen in diesem Bereich, darunter
       besorgniserregende Sicherheitstestresultate, haben in den vergangenen
       Wochen für viel Diskussion gesorgt. Führende amerikanische KI-Konzerne wie
       OpenAI und Anthropic plädierten sogar dafür, Geschwindigkeit bei der
       KI-Entwicklung zu drosseln, um eventuelle Gefahren einzudämmen.
       
       Ein echter Durchbruch wird aber bei keinem der Themen erwartet. „Ich
       erwarte eher oberflächliche Initiativen“, sagte der frühere US-Diplomat
       Brett Bruen der taz. Und genau hier liegt das Problem der Vereinten
       Nationen, die aufgrund ihrer Struktur oft nur wenig Konkretes liefern
       können.
       
       Bruen, der unter US-Präsident Barack Obama im Weißen Haus tätig war, geht
       davon aus, dass Trump bei seiner Rede am Dienstag die UN erneut für deren
       vermeintliche „Untätigkeit“ kritisieren wird und versuchen könnte, sein
       letztes Jahr ins Leben gerufenes Board of Peace („Friedensrat“)
       wiederzubeleben.
       
       Interessanter als Trumps Rede sei laut Bruen allerdings die Reaktion der
       anderen Länder. „Wird der Rest der Welt – und insbesondere die westlichen
       Demokratien – versuchen, eigene Wege zu gehen und eigene Initiativen zu
       entwickeln?“, fragt er. Die diesjährige Vollversammlung werde zudem zeigen,
       in welchem Ausmaß Trumps internationaler Einfluss und sein Ansehen
       geschrumpft sei, so Bruen.
       
       Experten rechnen damit, dass Trump in seiner Rede auch Wahlkampf betreiben
       werde. Weniger als zwei Monate vor den US-Kongresswahlen sieht es Umfragen
       zufolge immer mehr danach auch, dass die republikanische Partei ihre
       Mehrheiten im Kongress verlieren könnte.
       
       ## Irans Delegation darf einreisen
       
       Neben Trump werden auch die Reden von Israels Premier Benjamin Netanjahu,
       des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und der iranischen
       Delegation gespannt erwartet. Diese erhielt von der US-Regierung die
       benötigten Einreisedokumente. Im Gegensatz dazu wird Palästinenserführer
       Mahmud Abbas wieder nur per Video sprechen.
       
       Chinas Präsident Xi Jinping wird Medienberichten zufolge nicht in New York
       auftreten. Er wird sich aber am Donnerstag mit Trump in Washington treffen.
       Das genaue Programm dafür steht noch aus.
       
       Angesichts der Hitzerekorde, die vielerorts in diesem Jahr aufgestellt
       wurden, und der Zunahme extremer Wetterereignisse steht auch der
       Klimaschutz auf der Agenda des Gipfeltreffens. Die parallel abgehaltene New
       Yorker Klimawoche stellt zudem sicher, dass das Thema nicht zu kurz kommt.
       
       Am Rande des UN-Gipfels soll auch der Grönland-Deal zwischen den USA,
       Dänemark und Grönland unterzeichnet werden. Neben weitläufigen
       Straßensperrungen werden auch Dutzende Demonstrationen wieder zu
       Verkehrsproblemen in der Stadt führen.
       
       21 Sep 2026
       
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