# taz.de -- Donald Trumps UN-Rede: Der Hegemon tritt um sich
       
       > Der US-Präsident bleibt sich mit seiner Rede vor der
       > UN-Generalversammlung selbst treu. Er lügt und droht in gewohnter Manier.
       
 (IMG) Bild: Protest gegen Donald Trump in der Nähe des UN-Hauptquartiers in New York am 22.09.2026
       
       Die Rede von US-Präsident Donald Trump vor der UN-Generalversammlung kann
       man offenbar so oder so lesen. So freute sich ein [1][Kommentator der
       „Tagesschau“] über den sanfteren Ton, den Trump im Vergleich zum vorigen
       Jahr angeschlagen habe. Es ist eben alles relativ, so scheint es, denn
       Trump ist Trump und er lieferte erneut eine Tirade ab, die gespickt war mit
       wilden Drohungen und Lügen, etwa über eine sich angeblich abkühlende Erde.
       
       Die US-Kriegsverbrechen werden keineswegs dadurch weniger schlimm, dass sie
       von präsidentiellen Präsidenten mit der nötigen Gravitas und Würde des
       Amtes begangen werden. Wenn Donald Trump am Rednerpult der Vereinten
       Nationen mit der „Auslöschung“ des Iran liebäugelt, dann muss man diese
       genozidale Sprache auch als solche benennen. Genauso wie die brutale
       Belagerungstaktik, die die [2][USA gegenüber Kuba] fahren, und die den
       Menschen auf der Insel den Tod bringt.
       
       Der US-Präsident forderte die Staaten zum Austritt aus dem Internationalen
       Strafgerichtshof in Den Haag auf. Vielleicht sollte man internationale
       Organisationen auch danach bewerten, ob Supermächte wie die USA sich ihrer
       bedienen können, um unter dem Deckmantel des Universalismus ihre eigenen
       Interessen durchzusetzen, oder ob die Mächte darauf abzielen, sie zu
       zerstören. Die [3][Feindseligkeit diverser US-Regierungen gegenüber dem
       Internationalen Strafgerichtshof IStGH] – auf dessen Anklagebank Trump
       nicht als erster US-Offizieller gehört – können sich die Richter:innen
       auf jeden Fall als Gütesiegel an die Robe heften.
       
       Wenn Trump sagt, der Iran verhalte sich schlecht, nicht, weil man in
       Teheran stark und selbstbewusst ist, sondern weil die Islamische Republik
       schwach und verzweifelt sei, dann ist das eigentlich eine gute Beschreibung
       der US-Regierung, seiner selbst also. Leider ist der morbide Hegemon noch
       immer bis an die Zähne bewaffnet, und so ist der Verfall eine blutige
       Angelegenheit. Stoppen kann man diesen Koloss kaum von außen, sondern nur
       mit einer neuen Politik in den Vereinigten Staaten selbst.
       
       23 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.tagesschau.de/kommentar/trump-rede-un-kommentar-100.html
 (DIR) [2] /Uebernahmegelueste-durch-die-USA/!6163284
 (DIR) [3] /Internationaler-Strafgerichtshof/!6205475
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Leon Holly
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Vereinte Nationen
 (DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
 (DIR) Donald Trump
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) GNS
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) UN-Vollversammlung in New York: Donald Trump zwischen Kriegstreiber und Friedensstifter
       
       Der US-Präsident nutzt die Generalversammlung der Vereinten Nationen ein
       weiteres Mal zur Selbstinszenierung. Themen waren unter anderem der Krieg
       in Iran.
       
 (DIR) +++ Nachrichten im Iran-Krieg +++: USA und Iran nehmen Gespräche wieder auf
       
       Trotz Trumps neuer Drohungen kommen die USA und Iran am Rande der
       UN-Vollversammlung in New York erstmals seit dem Scheitern der Waffenruhe
       wieder ins Gespräch.
       
 (DIR) 81. UN-Generalversammlung in New York: Kriege und KI im Fokus des UN-Gipfels
       
       Bei der jährlichen UN-Vollversammlung stehen wieder aktuelle Krisen und
       Herausforderungen im Mittelpunkt, echte Durchbrüche sind nicht zu erwarten.