# taz.de -- +++ Nachrichten im Iran-Krieg +++: USA und Iran nehmen Gespräche wieder auf
> Trotz Trumps neuer Drohungen kommen die USA und Iran am Rande der
> UN-Vollversammlung in New York erstmals seit dem Scheitern der Waffenruhe
> wieder ins Gespräch.
(IMG) Bild: Ein einzelner iranischer Delegierter hört zu, während US-Präsident Trump vor der UN-Generalversammlung spricht
ap | Erstmals seit dem Scheitern der Waffenruhe im Juni haben sich
Vertreter der USA und Irans im Rahmen der Generaldebatte der
UN-Vollversammlung in New York wieder zu direkten Gesprächen getroffen. Das
Treffen war jedoch von gegenseitigen Drohungen überschattet. Zuvor hatte
US-Präsident Donald Trump Iran mit „Vernichtung“ gedroht, sollte nicht bald
eine Vereinbarung zur Beendigung des seit fast sieben Monaten andauernden
Krieges erzielt werden.
## Gespräche über Vermittler
Trump sagte, seine Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner hätten sich am
Rande der UN-Vollversammlung rund drei Stunden mit iranischen Vertretern
getroffen. Er machte jedoch nur wenige Angaben zu den Gesprächen. „Es war
ein sehr gutes Treffen“, sagte Trump. Es seien nicht die höchstrangigen
Vertreter Teherans gewesen. „Aber es ist schon etwas.“
Witkoff schrieb auf X, die Gespräche seien über Vermittler geführt worden,
die zwischen den amerikanischen und iranischen Delegationen hin- und
hergewechselt seien. Er hoffe, dass die Gespräche sich „als konstruktiv und
vielversprechend erweisen“ würden.
Nach dem Scheitern der kurzlebigen Waffenruhe im Juni war die Kommunikation
zwischen Washington und Teheran [1][weitgehend ins Stocken geraten]. Anfang
Juli hatten sich US-amerikanische und iranische Unterhändler in Doha
getrennt mit Vermittlern aus Katar und Pakistan zu indirekten Gesprächen
getroffen.
## Scharfe Töne aus Teheran
Das iranische Militärkommando bezeichnete Trumps Drohungen als
„innenpolitische Propaganda“, die nicht die Realität vor Ort widerspiegele.
Die wiederholten Drohungen aus Washington zeigten eine „strategische
Verzweiflung“. Iran sei darauf vorbereitet, den USA und Israel „noch
schwerere, verheerende und unvorhersehbare Schläge“ zuzufügen.
Auch der [2][iranische Präsident Massud Peseschkian] schlug vor seiner
Abreise zur UN-Generaldebatte einen konfrontativen Ton an. Die USA täten
„alles, was sie können“, um Iran zur Aufgabe zu zwingen. Dies sei ihnen
[3][auf militärischem Wege nicht gelungen], sagte er nach Angaben
iranischer Staatsmedien. Zugleich äußerte er Vorbehalte gegen eine neue
Verhandlungsrunde.
US-Außenminister Marco Rubio sagte unterdessen, Trump sei offen für ein
Treffen mit Peseschkian in New York. „Dies ist ein Präsident, der sich
grundsätzlich mit jedem trifft, weil er glaubt, dass es wichtig ist, mit
Menschen ins Gespräch zu kommen, wenn man Probleme lösen will“, sagte Rubio
in der NBC-Sendung „Today“. „Das bedeutet nicht, dass man am Ende einer
Meinung ist, aber es ist wichtig.“
## Streit um Golfregion und Schifffahrt
Trump traf sich zudem mit Vertretern der Mitgliedstaaten des
Golf-Kooperationsrats – Kuwait, Katar, Oman, Saudi-Arabien, Bahrain und die
Vereinigten Arabischen Emirate – sowie mit Jordanien, um über das weitere
Vorgehen im Krieg gegen Iran zu beraten. Der Rat forderte ein Ende der
iranischen Angriffe und verbündeter Milizen auf die arabischen Staaten am
Persischen Golf. Auch der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus und
die Meerenge Bab al-Mandab müsse wieder ungehindert möglich sein, sagte
Generalsekretär Dschasim al-Budaiwi.
Ein hochrangiger iranischer Militärberater wies die Forderungen später
zurück. Die Lage an der Meerenge Bab al-Mandab werde angesichts des
Konflikts zwischen Israel, den USA und den mit Iran verbündeten
Huthi-Rebellen im Jemen nicht zu ihrem früheren Normalzustand zurückkehren,
sagte Generalmajor Jahja Rahim Safawi dem iranischen Staatsrundfunk.
Die USA hätten ihr Ziel hinsichtlich der Straße von Hormus nicht erreicht
und stünden nun vor einem neuen Problem: der Meerenge Bab al-Mandab, sagte
Safawi. Eine Wiederöffnung der Straße von Hormus sei an die Erfüllung
iranischer Bedingungen geknüpft. Durch militärischen Druck der USA werde
die wichtige Meerenge nicht wieder geöffnet werden.
## Trump droht mit „Vernichtung“
In seiner Rede bei der UN-Generaldebatte drohte Trump Iran erneut mit einer
Eskalation. Er stehe vor der „großen Entscheidung“, ob er ein Abkommen mit
Teheran schließen solle, das dem Land einen Wiederaufbau ermögliche, oder
die Islamische Republik schnell zu „vernichten“. Mitglieder der iranischen
Delegation verließen während seiner Äußerungen den Saal.
23 Sep 2026
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