# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Tote bei russischem Luftangriff auf Industriestadt Dnipro
> Die Ukraine wird erneut von nächtlichen Luftangriffen Russlands
> getroffen. Die EU ringt um Aufhebung von Sanktionen gegen zwei russische
> Oligarchen.
(IMG) Bild: Löscharbeiten nach russischem Angriff in der Region Dnipropetrowsk
## Moskau bestätigt Angriffe auf Metall- und Chemieindustrie
Russland hat in der Nacht die südukrainischen Industriestädte Dnipro,
Krywyj Rih und Pawlohrad mit ballistischen Raketen angegriffen. In Dnipro
seien mindestens vier Menschen getötet und weitere sechs verletzt worden,
teilte der Gouverneur des Gebietes Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf
Telegram mit. Unter den Trümmern eines getroffenen Industriebetriebs würden
noch Verschüttete vermutet. Das russische Militär in Moskau sprach von
einem Angriff auf Anlagen der Metall-, Chemie-, Energie und
Rüstungsindustrie in der Ukraine. Neben Raketen seien Marschflugkörper und
Kampfdrohnen eingesetzt worden.
In der ukrainischen [1][Hauptstadt Kyjiw] herrschte nachts mehrfach
Luftalarm. Durch Drohnenangriffe seien drei Menschen verletzt worden,
teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. In einem Logistikbetrieb habe es
gebrannt, ein fünfstöckiges Wohnhaus sei beschädigt worden. Russland
versucht seit mehr als viereinhalb Jahren mit einer großangelegten
Invasion, die Ukraine zu unterwerfen. [2][Diplomatische Bemühungen um ein
Kriegsende] haben noch kein Ergebnis gebracht. Sie sollen heute am Rande
der UN-Generaldebatte in New York fortgesetzt werden. Der ukrainische
Staatschef Wolodymyr Selenskyj wird mit US-Präsident Donald Trump sprechen.
(dpa)
## Russland: Ukrainische Drohnenangriffe auf Region Samara
In der russischen Region Samara an der Wolga haben ukrainische Drohnen nach
Behördenangaben zivile Ziele getroffen. Gouverneur Wjatscheslaw
Fedorischtschew teilt auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram mit, die
Luftabwehr habe in der Nacht zwar Dutzende Drohnen abgeschossen. Dennoch
seien Privathäuser und Autos beschädigt worden. In der Region befinden
sich wichtige Industrieanlagen wie Ölraffinerien. Nach Angaben des
Bürgermeisters der Stadt Samara, Iwan Noskow, ist ein Angriff auf die mehr
als 1.000 Kilometer südöstlich von Moskau gelegene Stadt abgewehrt worden.
Sowohl die Ukraine als auch Russland weisen Vorwürfe zurück, gezielt zivile
Objekte ins Visier zu nehmen. (rtr)
## Lettland sperrt sich gegen Deal zu Russland-Sanktionen
Lettland sperrt sich gegen die unter dem Druck einzelner EU-Staaten
[3][geplante Aufhebung von Sanktionen gegen die beiden russischen
Oligarchen Alischer Usmanow und Michail Fridman]. „Die Haltung der
lettischen Regierung ist unverändert geblieben. Die EU-Sanktionen gegen
Russland sollten verschärft und nicht abgeschwächt werden. Lettland kann
daher dem vorgelegten Vorschlag nicht zustimmen“, schrieb Außenministerin
Baiba Braze auf der Plattform X und fügte hinzu: Was die Standpunkte
anderer Länder betreffe, müssten diese Länder befragt werden. Sanktionen
müssen in der EU einstimmig von den Mitgliedsstaaten beschlossen werden.
Für die EU-Staaten drängt in der Frage die Zeit. Gleichzeitig mit der
Aufhebung der Sanktionen gegen Usmanow und Fridman soll auch die
Verlängerung der Sanktionen gegen rund 3.000 andere Personen, Einrichtungen
und Unternehmen beschlossen werden. Diese laufen sonst in der Nacht zum
Mittwoch aus. (dpa)
## Belarussische Oppositionsführerin Tichanowskaja warnt vor jeglichen
Geschäften mit Minsk
Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja hat angesichts
eines möglichen Düngemittelabkommens zwischen den USA und Belarus vor
jeglichen Handelsvereinbarungen mit Minsk gewarnt. „Jedes Geschäft mit dem
Regime ist mit großen Risiken verbunden“, sagte Tichanowskaja am Montag der
Nachrichtenagentur AFP in New York, wobei sie sich auf die Regierung von
Präsident Alexander Lukaschenko bezog. US-Präsident Donald Trump hatte
zuvor mitgeteilt, Washington arbeite an einem „umfassenden“ Abkommen mit
Belarus über den Kauf von Kalisalz.
Es sei jetzt „nicht der richtige Zeitpunkt für Handelsgeschäfte mit dem
Regime“, führte die im Exil lebende belarussische Oppositionspolitikerin
aus. Dies sei so lange der Fall, wie „sämtliche Einnahmen aus dem
Kali-Geschäft in die Unterdrückung und die Unterstützung der russischen
Kriegsmaschinerie fließen“. Sie betonte jedoch ihre Überzeugung, dass die
USA „wissen, wer Lukaschenko ist“, und dass Trump wisse, was er tue. (afp)
## Trump nach Streit mit Kanada: Arbeiten an Kali-Abkommen mit Belarus
Die USA erwägen im [4][eskalierenden Handelsstreit mit Kanada] verstärkte
Kali-Käufe bei dem engen Russland-Verbündeten Belarus. Die USA arbeiteten
an einem umfangreichen Abkommen dazu, schrieb US-Präsident Donald Trump am
Montag auf seiner Plattform Truth Social. Der Preis für Kali aus Belarus
werde deutlich unter dem liegen, den die USA derzeit an Kanada zahlten. Das
Nachbarland liefert bislang den Großteil der US-Kali-Importe, das als
Düngemittel zur Steigerung von Ernteerträgen eingesetzt wird. Belarus und
Russland gehören zu den weltweit größten Kali-Produzenten, deren Export
durch Sanktionen und logistische Hürden erschwert ist. Kanadas
Handelsminister Dominic LeBlanc und der weltgrößte Kali-Produzent Nutrien
wollten sich zunächst nicht zu Trumps Mitteilung äußern. (rtr)
## Kreml räumt Versorgungsengpässe in Oleschky ein – Kyjiw wirft Moskau
Blockade vor
Der Kreml räumt kritische Engpässe bei der Versorgung mit Lebensmitteln
und Medikamenten in der russisch kontrollierten ukrainischen Stadt Oleschky
ein. Das russische Militär arbeite an einer Lösung, teilt die Regierung in
Moskau mit. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha wirft den
russischen Truppen dagegen vor, humanitäre Hilfe zu blockieren und nicht
auf Evakuierungsanfragen zu reagieren. In der Stadt im Gebiet Cherson
„sterben 6.000 Einwohner, darunter 200 Kinder, an Hunger und Kälte“, sagt
er in einem Video auf Facebook. Die ukrainische Delegation wolle das
Thema bei der UN-Vollversammlung in New York auf höchster Ebene
ansprechen, um internationalen Druck auf Russland für einen humanitären
Zugang auszuüben. (rtr)
## Kallas dringt auf Aufrechterhalten von EU-Sanktionen gegen Russland
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat die EU-Mitgliedstaaten zu einem
Aufrechterhalten ihrer Sanktionen gegen Russland aufgefordert. „Wir
brauchen diese Stabilität, dass die Sanktionen für längere Zeit bestehen
bleiben“, sagte Kallas am Montagabend vor Journalisten in New York.
EU-Diplomaten hatten zuvor mitgeteilt, dass die EU es vorerst nicht
geschafft habe, eine grundsätzliche Einigung auf die Aufhebung ihrer
Sanktionen gegen zwei russische Oligarchen zu bestätigen. (afp)
## EU ringt weiter um Aufhebung von Sanktionen gegen zwei russische
Oligarchen
Die EU hat es vorerst nicht geschafft, eine grundsätzliche Einigung für die
Aufhebung ihrer Sanktionen gegen zwei russische Oligarchen zu bestätigen.
Das teilten EU-Diplomaten am Montagabend mit. Die Botschafter der 27
Mitgliedstaaten werden demnach am Dienstagmorgen erneut zusammentreffen, um
vor Ablauf der Frist in der Nacht zu Mittwoch eine Einigung zu erzielen.
Die am Nachmittag erzielte grundsätzliche politische Einigung hätte bis zum
Montagabend schriftlich von den EU-Ländern bestätigt werden müssen. Doch
ein Land, Diplomatenkreisen zufolge Lettland, stellte sich dagegen und
blockierte die Einigung. Beschlüsse der EU im Bereich der Sanktionen müssen
einstimmig von den 27 Mitgliedstaaten gefasst werden. (afp)
## Ukraine: Frau und Kleinkind bei russischen Angriffen getötet
Bei russischen Angriffen sind in der Ukraine eine Frau und ein Kleinkind
getötet worden. Die Frau kam nach Angaben regionaler Behörden bei einer
Attacke auf einen Bus im Gebiet Saporischschja im Südosten des Landes ums
Leben. Drei weitere Menschen seien dabei verletzt worden. Details zu dem
Angriff wurden nicht genannt.
Im südukrainischen Gebiet Mykolajiw kam nach Behördenangaben ein
dreijähriges Kind ums Leben. Der Junge war demnach gerade auf der Straße,
als es einen Luftangriff gab. Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher
Hilfe seit mehr als viereinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg.
(dpa)
## Vor Treffen mit Trump: Selenskyj für begrenzte Waffenruhe
Vor einem in New York geplanten Treffen mit US-Präsident Donald Trump weist
der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj US-Kritik an Angriffen auf
die russische Ölindustrie zurück. Er erneuerte dagegen seinen Vorschlag
einer begrenzten Waffenruhe: „Der ukrainische Energiesektor, kritische
Infrastruktur und unsere Lebensmittelexporte dürfen keine Ziele mehr für
Russland sein, und das wird zu entsprechenden Deeskalationsschritten von
unserer Seite führen“, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. Am Rande der
Generalversammlung der Vereinten Nationen ist an diesem Dienstag Berichten
zufolge ein Treffen von Trump und Selenskyj verabredet.
Trump hatte in einem Post auf seiner Plattform Truth Social geschrieben,
dass Russland im Krieg die Kontrolle über seine Dieselölindustrie verloren
habe. Ein großer Teil der Raffinerien sei gesprengt worden und zumindest
vorübergehend außer Betrieb. „Dieser lächerliche und endlose Krieg mit der
Ukraine muss beendet werden“, schrieb er weiter. Dieser Forderung
pflichtete Selenskyj bei. Schon vor mehr als einer Woche hatte Trump
Selenskyj dazu aufgerufen, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen
und ihn für eine weltweite Dieselknappheit verantwortlich gemacht.
Allerdings wirkt sich besonders der Krieg zwischen der USA und Iran auf den
globalen Ölmarkt aus. (dpa)
22 Sep 2026
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