# taz.de -- Künstliche Intelligenz: Trump vereinbart mit KI-Firmen Selbstkontrolle
> Weltweit wird über Gefahren durch KI diskutiert. Trump sagt nach einem
> Treffen mit Branchen-Chefs, dass die Unternehmen sich gegenseitig
> kontrollieren sollen.
(IMG) Bild: Regelt ihr selbst, richtig?
dpa | US-Präsident Donald Trump will trotz Warnungen vor [1][existenziellen
Risiken Künstlicher Intelligenz] die Aufsicht über die Technologie ihren
Entwicklern selbst überlassen. Die Unternehmen würden sich selber
kontrollieren, sagte Trump nach einem Treffen mit Chefs von KI-Unternehmen
in Washington. Er sieht ausreichenden Schutz durch wirtschaftliche
Interessen der US-Firmen. „Ihre Unternehmen stehen auf dem Spiel, wenn
etwas schiefgeht“, sagte der Präsident. „Sie werden das nicht zulassen.“
Die Unternehmen würden „sich gegenseitig kontrollieren“.
Zuletzt hatten [2][eigenständige Hacking-Attacken durch KI-Modelle] die
Sorgen um Gefahren Künstlicher Intelligenz hochkochen lassen. Einige
Branchenvertreter selbst warnten, man könne nicht ganz ausschließen, dass
KI in der Zukunft die Menschheit auslösche.
Der Chef der KI-Firma Anthropic, Dario Amodei, hatte sich dafür
ausgesprochen, die Entwicklung der leistungsfähigsten KI-Modelle
abzubremsen, um sicherzugehen, dass man nicht die Kontrolle über die
Technologie verliert. Trump hatte bereits zuvor eine verstärkte staatliche
Regulierung der Technologie abgelehnt. Es sei wichtig, dass die USA den
Vorsprung zu China nicht einbüßten, betont er.
Amodei sagte nach dem Treffen mit Trump, KI habe großes Potenzial – „aber
auch sehr reale Risiken“. Maßnahmen, um diesen Risiken entgegenzuwirken,
seien „noch in der Diskussion“.
## Freiwillige Selbstverpflichtung
Jetzt wurde bei dem Treffen in einer Selbstverpflichtung eine Reihe von
Grundsätzen vereinbart, zu denen „robuste interne Kontrollen“ gehören, wie
aus dem von Trump veröffentlichten Dokument hervorgeht. Dies solle unter
anderem Biowaffen- und Chemiewaffen-Risiken ausräumen – und auch dafür
sorgen, dass es keine Hacking-Attacken gebe.
Darüber hinaus erklärten sich die Unternehmen bereit, externe Beobachter
zuzulassen. Das entspricht einer Idee, die Amodei vor einigen Wochen
vorstellte, und die unter anderem von seinem Konkurrenten Sam Altman beim
ChatGPT-Entwickler OpenAI sowie Tech-Milliardär Elon Musk unterstützt
wurde. Die Verwaltungsräte der KI-Firmen – die in etwa den deutschen
Aufsichtsräten entsprechen – sollen zudem gesonderte unabhängige Gremien
einrichten, die interne und externe Berichte prüfen.
„Mit der Zeit könnte es Sinn ergeben, diese Schritte in Gesetzen oder
Regeln festzuhalten“, hieß es in dem Dokument auch. Das Papier wurde unter
anderem von Amodei, Musk, Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, Google-Chef
Sundar Pichai sowie dem Chef des KI-Chip-Spezialisten Nvidia, Jensen Huang,
unterzeichnet.
## OpenAI setzt auf KI-Agenten
Für [3][OpenAI] unterzeichnete das Papier Altmans rechte Hand, der
Top-Manager Greg Brockman. Der Firmenchef konnte nicht zu dem recht
kurzfristig angesetzten Treffen nach Washington kommen, weil er auf der
jährlichen Entwicklerkonferenz von OpenAI in San Francisco auftrat. Er
stellte dort unter dem Namen „Dots“ (Punkte) sogenannte KI-Agenten vor, die
eigenständig Aufgaben im Auftrag der Nutzer erfüllen können. Ein Dot könne
am Computer praktisch alles machen, „was man sich einfallen lassen kann“.
Nach dem Start in den USA sollen Dots „bald“ auch in Europa verfügbar sein,
hieß es.
Zunächst bekommt man nur einen Dot pro Nutzer – aber mit der Zeit solle
eine Vielzahl solcher Agenten für die Nutzer im Einsatz sein. Kommuniziert
mit der Software wird über einen Chat. Für einzelne Wissensbereiche in
Unternehmen – etwa Buchhaltung, Marketing oder Rechtsfragen – soll es
spezialisierte Dots geben. Zunächst sind Dot-Assistenten nur hinter
Abo-Schranken nutzbar, was ihre Verbreitung zunächst vor allem auf den
Berufsalltag beschränken dürfte. „Aber sie sollten davon ausgehen, dass wir
eines Tages etwas im Massenmarkt für Milliarden Menschen machen.“
## Meta will mit KI für Verbraucher punkten
Meta hatte erst vor wenigen Wochen einen ähnlich funktionierenden
KI-Assistenten mit dem Namen Muse zunächst in den USA gestartet, der auf
Verbraucher ausgerichtet ist. Die Muse-App erklomm danach die
Spitzenposition im US-App-Store von Apple, und Meta wurde an der Wall
Street nach Milliarden-Investitionen in KI-Infrastruktur wieder als ein
aussichtsreicher Anwärter im Wettbewerb um eine führende Rolle bei
Künstlicher Intelligenz gesehen. ChatGPT hatte den Hype um Künstliche
Intelligenz erst ausgelöst, bei dem neuesten KI-Assistenten für Verbraucher
kam Meta dem Vorreiter aber zuvor. Altman sagte indes, Dots sei „allem, was
heute auf dem Markt verfügbar ist, weit voraus“.
Im Prinzip könnten auch Verbraucher Dots schon jetzt für Alltagsdinge
benutzen, sagte OpenAI-Manager Alexander Embiricos der Deutschen
Presse-Agentur. Aber damit würden sie nicht die wirklichen Vorteile der
Software nutzen, schränkte er ein. Dots sei eher für ambitionierte Aufgaben
optimiert, um mehr zu machen, als man sich selbst zugetraut hat.
30 Sep 2026
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