# taz.de -- Landesmedienanstalt Sachsen-Anhalt: Ein charmanter Hang zum Rechtspopulismus
> Sachsen-Anhalts Landesmedienanstalt lädt rechte Kritiker zum Gespräch
> ein. Preise gingen aber an alternative Medien, denen die AfD an den
> Kragen will.
(IMG) Bild: Radio Corax unterwegs: Das Radio hat beim Bürgermedienpreis reüssiert
Vier Tage vor der [1][Landtagswahl in Sachsen-Anhalt] hatte die
Landesmedienanstalt Sachsen-Anhalt (MSA) zum „Halleschen Mediengespräch“
eingeladen. Unter dem Titel „Meinung, Macht und Medien“ wurde zum Thema
„Wie plural ist der öffentliche Diskurs?“ diskutiert. Nach
Teilnehmerberichten war es mit der Debatte allerdings nicht so weit her.
Jedenfalls war schon eine Stunde früher Schluss als geplant.
Das könnte auch am Panel gelegen haben, das sich hier auf Einladung der MSA
versammelt hatte. Zur traditionell nichtöffentlichen Veranstaltung der
Medienversammlung waren nämlich der eben erst von Springers Berliner
Boulevardschleuder B. Z. zu Julian Reichelts Krawallmaschine Nius
übergelaufene Gunnar Schupelius, ARD- und ZDF-Grundsatzkritiker Aleksander
Teske, plus der Ostdeutsche-Allgemeine- und Berliner-Zeitung-Verleger
Holger Friedrich eingeladen.
Weil das noch nicht plural genug war, hatte die MSA auch noch
„Klar“-Moderatorin Julia Ruhs angefragt, die aber genauso wenig konnte wie
am Ende Schupelius, der von Nius-Politikchef Ralf Schuler vertreten wurde.
Nun ist bei der öffentlich-rechtlichen und aus dem Rundfunkbeitrag
finanzierten sachsen-anhaltischen Landesmedienanstalt und ihrem Direktor
Martin Heine ein charmanter [2][Hang zum Rechtspopulismus] nicht ganz neu.
Von AfD-Nähe verbietet es sich allerdings trotz der Nähe zum Wahltag zu
sprechen, schließlich ist die MSA total staatsfern und Heine in der CDU.
Mehr noch, Heine ist sogar Ortsbürgermeister von Seehausen, Stadtrat der
Gemeinde Wanzleben-Börde und wegen seines unbefristeten Arbeitsvertrags de
facto auf Lebenszeit zum MSA-Direktor verdammt. Wobei ihm das sichtlich
großen Spaß macht, weil er so immer wieder gegen die von ihm nicht so
geschätzte Wokeness vorgehen kann.
## Preis für Radio Corax
Die „Wokeness“ meldete sich noch in der gleichen Woche beim
Bürgermedienpreis der MSA zurück. Das Gespräch konterkarrierte aufs
Schönste die Intention des Mediendialogs mit seiner
[3][rechtspopulistischen Schlagseite]. In der Kategorie „Bester Beitrag
Erwachsene Hörfunk“ ging der erste Preis an Konstantin Weber für einen
Beitrag bei Radio Corax. In der Kategorie „Bester Beitrag Nachwuchs
Hörfunk“ wurde die Jugendredaktion des inklusiven Radioprojekts
„IrreLeicht“ ausgezeichnet. Es läuft – bei Radio Corax.
Und bekanntlich will die AfD genau diesem nichtkommerziellen Radio Corax
wie anderen zivilgesellschaftlichen Institutionen und allem Queeren an den
Kragen.
Weshalb der Sonderpreis „Europa bewegt – Deine Perspektive, Dein Beitrag“
beruhigenderweise an die BRaVE-Redaktion des Offenen Kanals Wernigerode für
die Sendung „Europa medial erleben – QueerRights Now“ ging. Vergeben wird
der Preis übrigens von einer unabhängigen Jury, die etwas pluraler als der
Hallesche Mediendiskurs zusammengesetzt war.
Die Zivilgesellschaft in Sachsen-Anhalt ist also höchst lebendig. Und das
kann nicht mal die MSA ignorieren. „Was aber nützen die Preise, wenn nach
dem AfD-Sieg die Gefahr droht, dass die Fördermittel der MSA gestrichen
werden“, fragt die Mitbewohnerin.
14 Sep 2026
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## AUTOREN
(DIR) Steffen Grimberg
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