# taz.de -- Remigration und Rüstungsgüter: AfD mit ICE-Fantasien
       
       > Ulrich Siegmund will Rüstungsgüter für seine „Remigrations“-Pläne. Die
       > Absichten für „ethnische Säuberungen“ lassen sich nicht mehr
       > wegdefinieren.
       
 (IMG) Bild: Ulrich Siegmund (AfD) spricht in Magdeburg bei einer Pressekonferenz
       
       Friedrich Merz versteht nicht allzu viel von Deutschland im Jahr 2026. Aber
       er hat kleine Momente der Klarheit, die man ihm zugutehalten kann. Dass er
       in seiner Bundestagsrede am Mittwoch die [1][„Remigrations“-Pläne der AfD
       als de facto „ethnische Säuberung“ b]ezeichnete, war einer davon. Groß war
       die Empörung anschließend in Teilen des polit-medialen Mainstreams. Der
       Vorwurf sei überzogen gewesen und verteufele die AfD grundlos, konnte man
       sich schon am Mittwochabend etwa von Markus Lanz erklären lassen. Auch
       konservative Historiker kritisierten Merz.
       
       Das hielt bis zum Freitag. Da erklärte Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der
       AfD in Sachsen-Anhalt: „Wir verteufeln nicht pauschal die Produktion von
       Rüstungsgütern, weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensiven
       natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen“. Hier kündigt ein
       Spitzenpolitiker der [2][AfD offen an, dass „Remigration“ für ihn nicht nur
       ein gewalttätiges Unterfangen] ist, sondern eines, für das es militärisches
       Gerät benötigt. Was soll das denn sonst sein, wenn nicht eine systematische
       und gewalttätige Vertreibungskampagne gegen Menschen, die als nicht-deutsch
       verstanden werden? Das Fachwort dafür ist und bleibt: „ethnische
       Säuberung“.
       
       Aber es geht um viel mehr als nur um Begriffe. Es geht darum, dass die AfD
       im Moment ihre Ziele so offen ausspricht wie nie zuvor – und gleichzeitig
       ein Teil der deutschen Öffentlichkeit krampfhaft versucht, das nicht
       wahrzunehmen. [3][Als ob man das Problem wegdefinieren könnte.] Es ist ja
       auch schwer zu glauben, dass sich über 40 Prozent der Wählenden in
       Sachsen-Anhalt für eine Partei entschieden haben, die ethnische Säuberungen
       plant. Und dass es in bundesweiten Umfragen fast 30 Prozent erwägen. Aber
       genau so ist es.
       
       Dieses gewaltige Problem lässt sich sicherlich nicht lösen, indem man
       verzweifelt versucht, es umzudeuten. Ganz im Gegenteil: Der erste Schritt
       für eine erfolgreiche Reaktion ist es, sich wirklich klarzumachen, womit
       man es zu tun hat.
       
       13 Sep 2026
       
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