# taz.de -- Abschiebepolitik der AfD: Rüstung für die „Remigration“
> Sachsen-Anhalts AfD-Wahlsieger Ulrich Siegmund verbindet die
> Rüstungsproduktion mit einer künftigen Abschiebeoffensive. Der
> potenzielle Partner BSW reagiert empört.
(IMG) Bild: Spricht über seine Pläne zur Remigrations- und Abschiebeoffensive: Ulrich Siegmund (AfD)
dpa | [1][Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund] hat die
Produktion von Rüstungsgütern mit einer angestrebten Abschiebeoffensive
verknüpft und damit heftige Kritik ausgelöst „Die Äußerungen von Ulrich
Siegmund markieren eine neue Qualität“, sagte die Fraktionsvorsitzende der
SPD-Landtagsfraktion, Katja Pähle. „Wer bei der angekündigten
Massenausweisung von Menschen aus Sachsen-Anhalt ausgerechnet Rüstungsgüter
ins Spiel bringt, spricht über Gewalt als Mittel der Politik.“
Auch das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), [2][das bisher eine projekt- und
themenbezogene Zusammenarbeit mit der AfD nicht ausgeschlossen hatte],
reagierte empört. Die AfD unterstütze Hochrüstung und „rechtfertigt die
Ansiedlung des israelischen Rüstungskonzerns Elbit mit dem Einsatz von
Rüstungstechnik für ‚Remigration‘“, schrieb der Co-Bundesvorsitzende Fabio
De Masi. „Das zeigt, die wollen gar nicht regieren und suchen verzweifelt
einen Ausweg durch Provokation.“
Nach der [3][konstituierenden Fraktionssitzung] der AfD im Magdeburger
Landtag hatte Siegmund am Donnerstag auf die Frage eines Journalisten nach
der geplanten Ansiedlung eines israelischen Rüstungskonzerns geantwortet:
„Wir verteufeln nicht pauschal Produktion von Rüstungsgütern, weil wir bei
(der) späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch
entsprechende Hilfsmittel brauchen. Natürlich auch im Sinne der inneren
Sicherheit, der eigenen Stabilität und auch der Landesverteidigung.“
Er betonte, man müsse im Einzelfall abwägen. „Wir wollen uns genau
anschauen: Was wird da produziert, unter welchen Bedingungen, und laufen
wir dadurch Gefahr, uns an fremden Konflikten zu beteiligen? Dann sehen wir
das mehr als kritisch.“
Pähle sagte, dies sei keine missverständliche Formulierung, sondern eine
politische Drohung. Hier zeige sich die hässliche Fratze einer Politik,
deren Sprache und Vorstellungen erneut an totalitäre Vorbilder erinnerten.
Sie forderte das BSW auf, sich klar zu den Aussagen zu positionieren. Das
Bündnis hatte zuvor erklärt, eine punktuelle Zusammenarbeit mit der AfD in
Sachsen-Anhalt nicht auszuschließen.
11 Sep 2026
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