# taz.de -- Gespräche zwischen BSW und AfD: Schmerzgrenze gesucht
       
       > Das Bündnis Sahra Wagenknecht und die AfD haben viele Schnittmengen. Das
       > erleichtert die Zusammenarbeit. Interessanter ist die Frage, was sie
       > trennt.
       
 (IMG) Bild: Das BSW in Sachsen-Anhalt will Gespräche mit der AfD über eine Zusammenarbeit führen
       
       Es ist keine Überraschung, dass das BSW in Sachsen-Anhalt Gespräche mit der
       AfD über eine Zusammenarbeit führen will. BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht
       hat schon vor der Landtagswahl verkündet, dass [1][sie die Brandmauer für
       unsinnig hält.] In ihrer Partei sind nur noch ihr treue Gefolgsleute
       geblieben, die ihrem AfD-Kuschelkurs folgen. Widerstand ist nicht zu
       erwarten, [2][alle anderen haben die Partei verlassen].
       
       Eine Koalition mit der AfD schließt auch das BSW aus. Am wahrscheinlichsten
       dürfte es sein, dass es eine Minderheitsregierung der AfD toleriert – damit
       könnten beide Seiten ihr Gesicht wahren. Ob sich die AfD darauf einlässt
       und das BSW mit seinen Stimmen am Ende dafür sorgt, dass
       AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten gewählt wird,
       ist offen. Über die Details werden beide Parteien jetzt sicher sprechen.
       Die Alternative wären Neuwahlen, oder die alte Regierung bleibt
       kommissarisch noch lange im Amt. Das wollen beide Parteien nicht.
       
       Inhaltlich gibt es ohnehin viele Schnittmengen. Beide Parteien sind etwa
       für Energie-Deals mit Russland. Wagenknecht hat schon angekündigt, das BSW
       könnte im neuen Magdeburger Landtag beantragen, die Pipeline Nord Stream
       wieder zu öffnen und die deutschen Gasspeicher mit russischem Gas zu
       füllen. Ihr geht es um Publicity. Außerdem will Wagenknecht – wie die AfD –
       den öffentlich-rechtlichen Rundfunk schwächen. Darüber ist bereits in
       Brandenburg das BSW und dessen Koalition mit der SPD zerbrochen. Dabei
       kommen die Öffentlich-Rechtlichen Wagenknecht gerade entgegen. Seit das BSW
       wieder auf der Erfolgsspur ist, sitzt ihre Gründerin erneut in
       öffentlich-rechtlichen Talkshows.
       
       Die Frage ist, welche Schmerzgrenze es für Wagenknecht und ihre Leute gibt.
       Der offene Rassismus und Rechtsextremismus der AfD scheint sie nicht zu
       stören. Wird sich ihr Gewissen regen, wenn es Flüchtlingen und – in den
       Augen der AfD – [3][„kulturfremden“ Migranten in Sachsen-Anhalt an den
       Kragen] geht? Diese Hoffnung muss man haben. Sie ist aber gering.
       
       10 Sep 2026
       
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