# taz.de -- Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt: Grüne gehen auf Wagenknecht-Partei zu
       
       > Die Grünen öffnen sich für den BSW-Vorschlag eines unabhängigen
       > Ministerpräsidenten. Das sagte Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz
       > der taz.
       
 (IMG) Bild: Will nach dem „letzten Strohhalm“ greifen: Susan Sziborra-Seidlitz, Grünen-Spitzenkandidatin in Sachsen-Anhalt
       
       Die Grünen in Sachsen-Anhalt öffnen sich für [1][den Vorschlag des BSW,]
       einen überparteilichen Kandidaten ins Amt des Ministerpräsidenten zu
       wählen. Susan Sziborra-Seidlitz, Spitzenkandidatin der Partei zur
       Landtagswahl am vergangenen Sonntag, sagte am Dienstag der taz: „Es wurde
       von dem ein oder anderen die Idee eines unabhängigen Ministerpräsidenten
       ins Feld geführt, der keiner Partei angehört und ohne Koalition das Land
       regiert. Das ist eine sehr ungewöhnliche Idee. Aber an uns würde das nicht
       scheitern. Wir sind gesprächsbereit.“
       
       Die Alternativen seien [2][eine AfD-geführte Regierung] oder eine
       Pattsituation, in der kein neuer Regierungschef gewählt wird. Ein
       unabhängiger Kandidat sei „der letzte Strohhalm, wenn wir sowohl eine
       faschistische Regierung als auch eine Blockade im Land verhindern wollen.
       Für das Erste sind wir gewählt worden, das Zweite wäre ebenfalls schlecht
       fürs Land.“
       
       Einen eigenen Personalvorschlag wollen die Grünen im Moment allerdings
       nicht machen. „Das ist an der Stelle nicht an uns“, sagte
       Sziborra-Seidlitz. „Es ist wichtig, dass sich die CDU sortiert und
       möglicherweise einen Vorschlag macht oder dass vom BSW ein Vorschlag
       kommt.“
       
       Um Verabredungen über die Person des Ministerpräsidenten hinaus gehe es
       dabei nicht. „Es ist nicht an uns, Koalitionsgespräche mit irgendwem zu
       führen. An dieser Stelle halte ich auch das BSW nicht für verlässlich
       genug“, sagte Sziborra-Seidlitz.
       
       Der neue Landtag von Sachsen-Anhalt besteht aus 83 Abgeordneten. Zur Wahl
       des Ministerpräsidenten ist in den ersten beiden Wahlgängen eine absolute
       Mehrheit von 42 Stimmen erforderlich, danach reicht eine einfache Mehrheit.
       Die AfD hat 39 Sitze – genauso viele wie CDU, SPD, Grüne und Linke
       zusammen. Der BSW-Fraktion mit ihren 5 Abgeordneten könnte bei der
       Regierungsbildung daher die entscheidende Rolle zukommen.
       
       8 Sep 2026
       
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