# taz.de -- BSW-Erfolg in Sachsen-Anhalt: Zum Steigbügelhalten bereit
> Das Bündnis Sahra Wagenknecht steht bereit, um einen
> AfD-Ministerpräsidenten ins Amt zu hieven. Spitzenkandidat Ulrich
> Siegmund lässt offen, ob er das will.
(IMG) Bild: Verhelfen sie der AfD zur Macht? Amira Mohamed Ali, Claudia Wittig und Fabio De Masi bei der BSW-Wahlparty
Allen Umfragen zum Trotz hat es das BSW in Sachsen-Anhalt in den Landtag
geschafft. Parteigründerin Sahra Wagenknecht hat alles auf eine Karte
gesetzt und [1][die Spaltung ihrer Partei – in Thüringen wie zuvor schon in
Brandenburg] – in Kauf genommen, um die Partei vor dieser Schicksalswahl
wieder als Anti-Establishment-Kraft zu profilieren. In Sachsen-Anhalt hat
Wagenknecht ihr Ziel erreicht, mit dem BSW [2][das Zünglein an der Waage zu
sein].
Wagenknecht hat schon vor der Landtagswahl klargemacht, dass sie die
Brandmauer zur AfD ablehnt und die rechtsextreme Partei als potenziellen
Partner betrachtet. Beide Parteien haben viel gemein: Beide lehnen die
Unterstützung der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland ab, sie sind
für einen harten Kurs gegen Einwanderer und Flüchtlinge und sie wollen den
öffentlich-rechtlichen Rundfunk in seiner jetzigen Form abschaffen.
Nach ihrem Erdrutschsieg hat die AfD wenig Grund, auf Wagenknechts Angebot
einzugehen, sich auf einen überparteilichen Kandidaten für das Amt des
Ministerpräsidenten zu verständigen. Das BSW hat schon signalisiert, dass
es [3][im Zweifel einem AfD-Ministerpräsidenten an die Macht verhelfen
werde]. Es steht als Steigbügelhalter bereit.
Will AfD-Wahlgewinner Ulrich Siegmund das überhaupt? Er will
Ministerpräsident werden und sieht den Regierungsauftrag bei seiner Partei,
nun sucht er eine Mehrheit im Landtag. Dabei schielt er auf Überläufer aus
der CDU, die er nur zu gerne spalten möchte. Das BSW ist gar nicht seine
erste Wahl. Insofern ist nicht ausgemacht, dass Wagenknechts Pläne aufgehen
und ihre Partei in Sachsen-Anhalt eine Schlüsselrolle spielt.
Es kann auch sein, dass Wagenknecht einen Pyrrhussieg errungen hat. Selbst
wenn sich eine AfD-Regierung vom BSW dulden lässt – welche eigenen Akzente
kann es dann setzen? Klar ist nur: Der russische Präsident Wladimir Putin
kann sich über diese Konstellation in Sachsen-Anhalt freuen.
7 Sep 2026
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