# taz.de -- Migration nach Spanien: Gewalttätige Proteste in Ceuta
> Aus Spanien angereiste Rechtsextreme fachen den Unmut der Bevölkerung in
> Ceuta an. In Madrid wächst der Druck auf Regierungschef Sánchez.
(IMG) Bild: Feuer in einem Lager von Migrant*innen auf Ceuta, gelegt von rechtsextremen Demonstrant*innen
„Ceuta ist kein Auffanglager“, lautet eine der Parolen, die seit Tagen
immer wieder auf Protestmärschen in der spanischen Exklave zu hören sind.
Seit vor genau einem Monat rund 70.000 Menschen aus Marokko kommend die
Grenzanlagen umschwammen und die Garnisonsstadt mit etwas über 80.000
Einwohner förmlich überrannten, [1][kommt Ceuta nicht zur Ruhe]. Zwar
verließ ein Großteil der Geflüchteten in den darauffolgenden Tagen
freiwillig die Stadt, doch eine Minderheit blieb. 2.000 sagen die einen,
bis zu 10.000 die anderen. Spaniens Regierung gibt an, keine genauen Zahlen
zu haben.
„Das ist keine Immigration, das ist eine Invasion“, skandieren die
Demonstranten auf den mittlerweile täglich stattfindenden Protesten. Diese
sind nicht immer friedlich. Denn unter die Bewohner von Ceuta haben sich
gewaltbereite Rechtsextreme gemischt, die aus dem restlichen Spanien
angereist sind. Sie brannten vergangenen Mittwoch selbsterrichtete Hütten
der Immigranten am Strand nieder, warfen deren Hab und Gut ins Meer und
hinderten das Rote Kreuz und andere Hilfsorganisationen an der Ausgabe von
Essen und Trinkwasser an die Immigranten. So mancher Anwohner lässt sich
von diesen Gruppen mitreißen.
Die [2][Umweltschutzorganisation DAUBMA] warnt vor „Personen in
Militärkleidung und mit Sturmhauben“. Sie würden nachts durch die
Stadtteile patrouillieren und spanische Muslime angreifen. „Diese
Ereignisse müssen mit höchster Priorität untersucht werden, da sie eine
ernsthafte Gefahr für das Zusammenleben und die öffentliche Sicherheit
darstellen“, schreibt DAUBMA.
[3][Die in der Stadt gebliebenen Immigranten haben keine Unterkunft.] Sie
schlafen auf der Straße, an den Stränden und im Wald. In den letzten Tagen
griffen Immigranten in mindestens zwei Fällen Soldaten mit Steinen an. Es
kam zu mehreren Verhaftungen. Die Betroffenen wurden umgehend abgeschoben.
Lebensmittelgeschäfte öffnen meist nur mit Wachpersonal, aus Angst vor
Ladendiebstählen. Pfefferspray sei ausverkauft, vor allem Frauen hätten
Angst vor gewalttätigen Immigranten – so zumindest heißt es in den
Nachrichten der örtlichen Presse.
## Sánchez will Rede und Antwort stehen
Um weitere Gewalt zu verhindern, wurde am Freitag eine Demonstration
abgesagt. Die nächste größere Mobilisierung ist für den kommenden Mittwoch
angesagt, das ist ein Tag bevor der spanische Regierungspräsident Pedro
Sánchez im Madrider Parlament auf eigenen Wunsch zur Situation in Ceuta
Rede und Antwort stehen wird.
Spaniens Rechte wittert die Chance, mit dem Thema Ceuta die Regierung
Sánchez endgültig in die Knie zu zwingen und so die Wahlen im kommenden
Jahr zu gewinnen. Politiker der rechtsextremen VOX und der konservativen PP
geben sich in der Exklave die Tür in die Hand. Neben PP-Chef Alberto Nunez
Feijóo reiste auch der ehemalige Ex-Regierungschef José María Aznar (PP)
nach Ceuta.
30 Aug 2026
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## AUTOREN
(DIR) Reiner Wandler
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