# taz.de -- Sterndemo „Zeit, dass sich was dreht“: Im Schulterschluss die Stadt erobern
       
       > Bei einer Sterndemo geht ein breites Bündnis vor der Wahl des
       > Abgeordnetenhauses auf die Straßen. Dabei vereint die Demo mehrere Ziele
       > auf einmal.
       
 (IMG) Bild: Wird auch auf der Sterndemo wieder Thema: A100 wegbassen
       
       „Zeit, dass sich was dreht“: Herbert Grönemeyers WM-Hymne aus 2006 ist
       spätestens seit der Neuauflage des Rappers Soho Bani von 2024 vom
       Fußball-Song zur politischen Hymne mutiert. Zwar hatte Grönemeyer sowohl
       CDU als auch Grünen die Nutzung des Songs für Wahlkampfzwecke verboten, als
       Slogan für eine Sterndemo darf der Titel offenbar trotzdem herhalten.
       
       Ein breites Bündnis geht dafür eine Woche vor der Berlin-Wahl auf die
       Straße. Denn dass sich in der Berliner Politik „was drehen“ soll, ist
       interessenübergreifender Konsens. Im Mittelpunkt stehen die Vision und der
       Einsatz für ein klimagerechtes, vielfältiges, sozial gerechtes, offenes und
       demokratisches Berlin.
       
       Am 12. September ziehen sieben Demozüge sternförmig zu einer gemeinsamen
       Abschlusskundgebung um 16 Uhr vor das [1][Rote Rathaus]. Sie bündeln
       thematisch die Forderungen von mittlerweile knapp 100 Organisationen,
       Initiativen und Gewerkschaften.
       
       Veit Hannemann von der Organisation „Gemeinsam Hand in Hand“, die die
       Demonstration initiiert, rechnete auf der Pressekonferenz zur Demo am
       Mittwoch mit bis zu 5.000 Besucher*innen pro Demozug, also mehreren
       Zehntausend insgesamt.
       
       ## Breites Spektrum der Gesellschaft
       
       Beteiligt sind unter anderem die Gewerkschaft Verdi, Fridays for Future
       Berlin, Amnesty International, Sea Watch, der Verein „Die Vielen“, Omas
       gegen Rechts Berlin und das Bündnis „A100 wegbassen“. Auch aus den
       Außenbezirken gibt es zahlreiche Initiativen, zum Beispiel die
       Bürgerinitiative Wuhlheide, die einen sechs Meter langen Kuchen in
       Straßenform vor dem Roten Rathaus verteilen wird, um ihren Protest am Bau
       der Tangentialen Verbindung Ost laut zu machen.
       
       Dass die Forderungen der verschiedenen Gruppen dabei so umfassend sind –
       von Klimaschutz über soziale Gerechtigkeit und Mobilitätswende bis hin zu
       Antirassimus, Feminismus und dem Schutz der Demokratie –, zeuge weniger von
       einer fehlenden Kernbotschaft, sagte Hannemann. Im Gegenteil wolle man mit
       einem möglichst breiten Spektrum der Zivilgesellschaft auf die Straße
       gehen.
       
       Auch um zu zeigen, dass es in Zeiten von zunehmender Vereinzelung von
       Meinungen möglich ist, für „eine Sache“ auf die Straße zu gehen, sagte
       Heinrich Horwitz von „Die Vielen“. Die Sache: ein starkes Bündnis gegen die
       Delegitimierung der Demokratie von rechts.
       
       Obwohl schon diesen Samstag, am 5. September, zahlreiche Besucher*innen
       der Berliner [2][Mietendemo] klare Forderungen an die Berliner Politik
       richten werden, soll die Sterndemo gerade durch ihre verschiedenen
       Perspektiven punkten. „Wir wollen zeigen: Andere Politik ist möglich. Dem
       Diskurs, dass unsere Forderungen alle nicht bezahlbar wären, wollen wir
       nicht folgen“, sagte Hannemann.
       
       Eine Aufforderung, die wohl vor allem an die eventuelle zukünftige
       [3][rot-rot-grüne] Koalition gerichtet ist. Damit die Themen der „breiten
       Mehrheitsgesellschaft“, wie Hannemann es immer wieder betont, endlich Gehör
       bei einer demokratischen Basis finden.
       
       Informationen zur genauen Route und den einzelnen Kundgebungen gibt es
       unter [4][www.sterndemo.de/#info].
       
       2 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Rotes-Rathaus/!t5653557
 (DIR) [2] /Massnahmen-gegen-den-Mietenwahnsinn/!6208739
 (DIR) [3] /Rot-Rot-Gruen/!t5601318
 (DIR) [4] http://www.sterndemo.de/#info
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Laura Mies
       
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