# taz.de -- Lobbyranking 2026: Transparenz scheitert oft an der Umsetzung
       
       > Laut Transparency International Deutschland haben sich die Bundesländer
       > leicht darin verbessert, politischer Einflussnahme vorzubeugen – Lücken
       > bleiben.
       
 (IMG) Bild: Vorn im Anti-Lobby-Ranking: Der Landtag von Baden-Württemberg in Stuttgart
       
       12 der 16 Bundesländer erreichen nicht einmal die Hälfte möglicher
       Kriterien für politische Transparenz. Das zeigt ein neuer Bericht von
       Transparency International Deutschland. Der Verein setzt sich gegen
       Korruption ein. Das [1][Lobbyranking] [2][2026] vergleicht die Transparenz-
       und Integritätsregeln der Bundesländer, die für Regierungsmitglieder und
       Abgeordnete gelten.
       
       Zu den Kriterien für Transparenz gehören etwa, ob die Nebeneinkünfte von
       Landtagsabgeordneten veröffentlicht werden, ob sie Spenden annehmen dürfen
       und wann sie nach Ende der politischen Tätigkeit in die Privatwirtschaft
       wechseln dürfen. Die Maßnahmen sollen verhindern, dass Lobbyisten, also
       Interessenvertreter von zivilen und wirtschaftlichen Akteuren,
       intransparent Einfluss auf politische Verfahren nehmen. Für Demokratie sei
       Transparenz unerlässlich, erklärt Transparency International.
       
       Pro Kriterium hat der Verein Punkte an die Bundesländer vergeben – je
       nachdem, wie vollständig die Maßnahme umgesetzt ist. Bei dem entstandenen
       Ranking steht Baden-Württemberg ganz oben: Das Bundesland erreicht 59
       Prozent der möglichen Punkte. Neben ihm haben nur noch Bayern, Hamburg und
       Hessen [3][ein Lobbyregister].
       
       ## Kaum Konsequenzen bei Regelverstößen
       
       Bremen wiederum erfüllt nur 15 Prozent der Kriterien und schneidet damit am
       schlechtesten ab. In dem Bundesland gibt es zwar Verhaltensregeln, jedoch
       fehlen ein Lobbyregister sowie Regelungen zur Karenzzeit und dem
       legislativen Fußabdruck, der aufzeigen würde, wer auf Gesetzesverfahren
       Einfluss genommen hat.
       
       12 Bundesländer haben sich seit [4][dem vergangenen Bericht 2024]
       verbessert. Doch der Verein sieht noch Potenzial: Viele Bundesländer hätten
       zwar gute Regelungen, doch es gebe kaum Konsequenzen, wenn sie nicht
       eingehalten werden. „Wo Verstöße ohne Konsequenzen bleiben, verlieren
       Transparenzregeln ihre Wirkung und die Politik ihre Glaubwürdigkeit“, sagt
       Norman Loeckel von Transparency International.
       
       Der Bund wiederum übertrifft alle Bundesländer. Die Regelungen für
       Bundestagsabgeordnete und Regierungsmitglieder erfüllen 73 Prozent der
       Kriterien. Die Reform des Lobbyregisters 2024 sei ein großer Fortschritt
       gewesen, wertet Transparency International.
       
       25 Aug 2026
       
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