# taz.de -- Zukunft von Volkswagen: VW-Vorstand verspielt Vertrauen
> 100.000 Jobs stehen auf dem Spiel. Bei Besuchen in Wolfsburg und
> Braunschweig wollte VW-Chef Blume Klarheit schaffen – konnte aber kaum
> überzeugen.
(IMG) Bild: VW-Vorstandschef Oliver Blume muss Sparpläne vor den Arbeitnehmer:innen rechtfertigen
Ihr Vertrauen in den VW-Vorstand ist erschüttert, das machte Daniela
Cavallo bei der Betriebsversammlung in Wolfsburg deutlich. Cavallo steht an
der Spitze des Gesamtbetriebsrats bei Volkswagen, und sie spart kaum mit
Kritik an Vorstandschef Oliver Blume. „Mit einem CEO, der seinen Leuten
nicht sagt, was ist, lässt sich nicht arbeiten“, sagte Cavallo am Dienstag.
Die Beschäftigten reagierten mit brandendem Beifall, wie
Teilnehmer:innen der Versammlung [1][dem NDR] erzählten.
Richtig viel sagte Blume am Dienstag tatsächlich nicht, zumindest nicht
viel Konkretes. Die Führungsriege des großen Autobauers Volkswagen rechne
weiterhin mit dem zusätzlichen Abbau von rund 50.000 Stellen, etwa die
Hälfte dieser Stellen werde voraussichtlich in Deutschland gestrichen,
teilte Blume in Wolfsburg mit. Die Zahl war [2][schon im Juli
durchgesickert], der geplante Abbau weiterer 50.000 Jobs wiederum schon
länger bekannt – insgesamt sollen also etwa 100.000 Arbeitsplätze
wegfallen.
Blume bemühte sich nun jedoch, die 50.000 nicht als gesetzte Zielmarke zu
verkaufen. „Sie ist eine theoretische Rechengröße – abgeleitet von unseren
Kosten“, gab Blume weiter an. Was genau das für die Stellen heißt, die auf
dem Spiel stehen? Das ließ der Vorstand am Dienstag offen. Blume sagte, das
Ziel sei es, „in den nächsten sechs bis zwölf Monaten belastbare
Perspektiven für alle Standorte zu schaffen“.
Für die VW-Werke in Emden, Hannover, Zwickau und das Werk der VW-Tochter
Audi in Neckarsulm lasse sich noch keine „wettbewerbsfähige Belegung für
die 2030er Jahre darstellen“, wiederholte Blume. „Das heißt aber nicht,
dass Werkschließungen beschlossen sind.“ Schon im Juli hingegen hatte das
Management probiert, Sparmaßnahmen durchzudrücken, die auf Werkschließungen
hinauslaufen würden – war damit allerdings im Aufsichtsrat gescheitert.
## Blume reist Mittwoch nach Emden und Zwickau
Nun waren die Betriebsversammlungen in Wolfsburg und Braunschweig am
Dienstag der Auftakt einer Reihe von Besuchen des Vorstands an
verschiedenen VW-Standorten, von denen sich viele Beschäftigte Klarheit
versprochen hatten. Am Mittwoch reisen Blume und VW-Markenchef Thomas
Schäfer zur Belegschaft ins ostfriesische Emden, dann [3][nach Zwickau in
Sachsen].
Am 4. September kommt der Aufsichtsrat erneut zusammen und da wird Blume
wohl einen neuen Anlauf für sein Kürzungspaket starten – trotz aller Mühen,
die Wogen zu glätten. Konzerninsider berichteten der Nachrichtenagentur
Reuters, dass sowohl die Arbeitnehmervertreter:innen als auch das
Land Niedersachsen, zweitgrößter VW-Aktionär nach der Familie
Porsche/Piëch, jeweils eigene Konzepte vorlegen werden. (mit Agenturen)
25 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/liveticker-zu-vw-unser-vertrauen-in-vorstand-ist-beschaedigt,vw-1334.html
(DIR) [2] /Kampfansage-an-die-Belegschaft/!6192546
(DIR) [3] /Autokrise-in-Sachsen/!6142847
## AUTOREN
(DIR) Nanja Boenisch
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