# taz.de -- Klimakrise: Hitzefolgen kosten Wirtschaft 36 Milliarden Euro
> Ernteausfälle und gestoppte Binnenschifffahrt sorgen für enorme Schäden.
> Greenpeace warnt, die wahren Kosten des trockenen Sommers seien noch
> höher.
(IMG) Bild: Die Binnenschifffahrt litt unter dem Niedrigwasser zum Beispiel des Rheins
dpa | Die Folgen der extremen Hitze und wochenlangen Trockenheit kosten die
deutsche Wirtschaft nach Schätzungen von [1][Greenpeace] mindestens 36
Milliarden Euro. Das entspreche 0,8 bis 0,9 Prozent der deutschen
Wirtschaftsleistung, teilte die Umweltschutzorganisation mit. Greenpeace
berechnete dazu die wirtschaftlichen Schäden durch [2][Ernteausfälle],
[3][Waldbrände] und Gesundheitskosten sowie Produktivitätsverluste und
Bildungskosten aufgrund der Hitze.
„Dieser Hitze- und Dürresommer war eine Katastrophe – für Millionen
Menschen und für die Volkswirtschaft“, sagte Greenpeace-Finanzexperte
Mauricio Vargas. „Auch wenn diese Naturkatastrophe keine Trümmerberge
verursacht, ist die Höhe der Schäden erschütternd.“ Vargas forderte die
Bundesregierung auf, auf ihrer Kabinettsklausur „mit dem gebotenen Ernst
auf die Klimakrise“ zu reagieren. „Die Zahlen sind unmissverständlich: Ein
Weiter-so können wir uns schlicht nicht mehr leisten.“
Bei den Berechnungen handele es sich um eine Schätzung, betonte Greenpeace.
Die Organisation habe „aufgrund unvollständiger Informationen mit
bestimmten Unschärfen bei der Quantifizierung“ gearbeitet. „Diese
Unschärfen werden allerdings in Kauf genommen: Die Schäden aufgrund der
unvollkommenen Datenlage nicht zu berücksichtigen, würde zu deutlich
größeren Erkenntnislücken führen und das Ausmaß der Naturkatastrophe massiv
unterschätzen“, hieß es. Es gehe um eine plausible Abschätzung der
Größenordnung der gesamtwirtschaftlichen Schäden.
Wegen der wochenlangen Trockenheit fällt die Ernte in einigen Regionen
Deutschlands voraussichtlich deutlich schwächer aus. Die Binnenschifffahrt
musste wegen [4][extremen Niedrigwassers] streckenweise eingestellt werden.
Betroffen waren vor allem Branchen, die auf große Mengen an Rohstoffen und
Vorprodukten angewiesen sind – etwa Chemie, Stahl und Mineralöl.
Schätzungen zufolge gingen Dutzende Millionen Arbeitsstunden wegen Hitze
verloren.
## „Wahre Kosten deutlich höher“
Greenpeace sieht hier die höchste Schadenssumme: „Bei geschätzt 25
Hitzetagen summieren sich hitzebedingte Produktivitätsverluste und
-ausfälle auf 10,8 Milliarden Euro“, heißt es in der Untersuchung. Dahinter
folgen demnach Waldschäden mit schätzungsweise 5 bis 7,5 Milliarden Euro
sowie wirtschaftliche Schäden durch gesundheitsbedingte Ausfälle mit 6,9
Milliarden Euro. Aber auch Landwirtschaft, Binnenschifffahrt und Ausbildung
seien erheblich betroffen.
Die Organisation betonte, dass einige schwerwiegende Folgen noch gar nicht
berechnet werden könnten, darunter Folgen für das Energiesystem durch
fehlendes Kühlwasser oder durch hitzebedingt erhöhte Ozon- und
Feinstaubbelastung. „Die wahren Kosten von Extremwetterereignissen wie
diesem Hitzesommer liegen weit über unseren Berechnungen“, sagte
Greenpeace-Experte Vargas. „Investitionen in ambitionierten Klimaschutz
schrumpfen daneben auf ein lächerliches Niveau.“
24 Aug 2026
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