# taz.de -- Kürzungen in Hamburgs Schulen: Viel Verantwortung für eine Senatorin
       
       > Hamburgs Schulsenatorin agiert ausweichend im Streit um Schulbegleitung
       > und verteidigt Kürzungen mit Größe ihres Ressorts. Vielleicht ist es zu
       > groß.
       
 (IMG) Bild: Um Antworten verlegen: Hamburgs Schulsenatorin Ksenija Bekeris (SPD)
       
       Es handle sich um „Panikmache“ – [1][die Schulbegleitung] werde nicht
       „pauschal gekürzt“ hat Hamburgs Schulsenatorin Ksenija Bekeris (SPD) vor
       den Ferien behauptet. Da waren Eltern aus Sorge vor Kürzungen auf die
       Barrikaden gegangen. Doch inzwischen zeigt sich, dass es durchaus einen
       starken Effekt hatte, dass Bekeris die Genehmigungen an sich zog. Seitdem
       entscheidet ihre Behörde und nicht mehr regionale Stellen, ob einem Schüler
       ein Betreuer zur Seite gestellt wird.
       
       Von 5.200 Anfragen der Schulen nach Schulbegleitung wurden zu Schulbeginn
       3.518 bewilligt und 161 wurden noch überprüft. Sprich: Knapp ein Drittel
       wurde abgelehnt, wenn es so bleibt.
       
       Nun, zu Beginn neuen Schuljahrs, muss sich die Senatorin den Fragen der
       Presse und der Bürgerschaft stellen. Ihre Antworten sind jedoch
       unzureichend: Wie viele der Schulbegleitungsstellen besetzt sind, kann sie
       nicht sagen. Und zur Frage, was denn Kinder am ersten Schultag tun, deren
       Bewilligung noch aussteht, sagt sie: „Es gibt kein Kind, das deswegen jetzt
       nicht zur Schule gehen kann.“
       
       In [2][Eltern-Chats] kursieren indes andere [3][Erfahrungen]. Teils stehen
       die Schulbegleitungen noch nicht wieder zur Verfügung, nachdem ihnen vor
       den Ferien gekündigt wurde. Ein Klassenteam stellte den Eltern gar frei,
       Kinder mit Pflegebedarf in [4][der ersten Schulwoche zu Hause zu behalten].
       Die Schulbehörde schreibt danach gefragt, die Schulen hätten genug
       Personal, um den Schulbesuch jedes Kindes zu sichern.
       
       ## Senatorin verweigert Antworten
       
       Auf so eine Schulbegleitung haben Schüler mit Behinderung einen
       Rechtsanspruch. Übersteigt der Bedarf das Budget, muss Geld nach bewilligt
       werden. Doch [5][der Hamburg Senat steht unter Spardruck]. Da wirkt die
       bisher stets freundliche Schulsenatorin, die neuerdings mit Kita, Familie
       und Jugend eine größere Behörde verantwortet, als durchliefe sie eine
       Bewährungsprobe und müsse Härte beweisen.
       
       Das erklärt auch ihren Auftritt am Donnerstag im Schulausschuss. So gab
       Bekeris auf die Frage der CDU-Abgeordneten Birgit Stöver, wie viele
       Anfragen für Schulbegleitung die Schulen gestellt hätten, keine Antwort.
       
       Doch die Frage ist wichtig in diesem [6][politischen Streit]. Immerhin
       hatte Bekeris ihren [7][Kritikern ja Panikmache vorgeworfen]. Und die
       eingangs genannte Zahl von 5.200 stand bisher nur im Hamburger Abendblatt.
       Auf schriftliche Fragen der Opposition dazu wich der Senat immer aus.
       
       Die CDU-Politikerin Stöver wollte daraufhin im Ausschuss wissen, wie viele
       Stunden [8][Schulbegleitung pro Kind] denn im Durchschnitt bewilligt
       wurden? Wieder wich Bekeris aus, denn aus so einer Zahl könne man „falsche
       Rückschlüsse ziehen“. Das macht natürlich neugierig.
       
       „Frau Bekeris macht Kommunikation durch Nicht-Kommunikation. Sie spricht
       von Transparenz, aber praktiziert sie nicht“, sagte die Linken-Abgeordnete
       Sabine Ritter nach der Sitzung, in der es auch um Kürzungen für den
       Doppelhaushalt 2027/28 ging. Zum Beispiel sollen die [9][Grundschulen für
       ihr Ganztagsangebot] statt Lehrern nur noch Erzieher bekommen. Ritter
       fragte, was das an Lehrerstunden spart und bekam keine Antwort.
       
       Dabei stellt diese Maßnahme über Jahre entwickelte Schulkonzepte infrage.
       Elternräte von 17 Schulen hatten Bekeris vor der Sitzung die Forderung
       überreicht, den Schulen die Lehrer zu lassen. Es gibt noch einen ganzen
       Katalog von Maßnahmen, der die Lehrerversorgung an Berufsschulen,
       [10][Gymnasien und Stadtteilschul-Oberstufen] ausdünnt. Ritter nennt es
       „unverantwortlich“, bei den Schulen derart die Axt anzulegen.
       
       Die Schulsenatorin argumentiert, dass ihr Ressort 40 Prozent des Hamburger
       Haushalts umfasse, da müsse sie zur Konsolidierung beitragen. Nur ist die
       Größe kein Argument. Hier entstand eine Riesenbehörde mit einer Senatorin,
       die viel Verantwortung trägt. Bis vor Kurzem gehörten Kita und Schule zu
       getrennten Behörden, um deren Etats separat gerungen wurde. Vielleicht war
       das besser.
       
       23 Aug 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Inklusion-in-der-Bildung/!6191038
 (DIR) [2] /Inklusion-an-Hamburgs-Schulen/!6204651
 (DIR) [3] https://www.instagram.com/p/DcL9nXViKAA/
 (DIR) [4] https://www.abendblatt.de/hamburg/politik/article412907731/noch-immer-ohne-schulbegleitung-hamburger-mutter-ist-mit-den-nerven-am-ende.html
 (DIR) [5] /Rot-gruene-Haushaltsplaene/!6190131
 (DIR) [6] https://www.elternkammer-hamburg.de/2026/07/02/elternkammer-hamburg-fordert-stopp-der-aenderungen-bei-der-schulbegleitung/
 (DIR) [7] https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bsfb/schulbegleitung-wird-nicht-pauschal-gekuerzt--1193702
 (DIR) [8] https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/kuerzungen-bei-schulbegleitung-sorgen-bei-eltern-sind-gross,hamj-13796.html
 (DIR) [9] /Bildungspolitik-in-Hamburg/!6194699
 (DIR) [10] /Schulstart-in-Hamburg/!6205214
       
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