# taz.de -- Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Wagenknecht bietet sich als AfD-Königsmacherin an
       
       > Die Spitzen der Wagenknecht-Partei BSW kündigen an, einer rechtsextremen
       > Landesregierung in Sachsen-Anhalt per Enthaltung zur Macht verhelfen zu
       > wollen.
       
 (IMG) Bild: Prost Mahlzeit: Böse Zungen behaupten, Sahra Wagenknecht unternimmt gerade den nächsten Versuch einer Parteizerstörung
       
       Der Eiertanz des BSW mit Blick auf ihre Position zur gesichert
       rechtsextremen AfD in Sachsen-Anhalt ist beendet. Die BSW-Bundesspitze
       stellte jetzt unmissverständlich klar, dass eine BSW-Fraktion im Falle
       eines Einzugs in den Magdeburger Landtag dem AfD-Spitzenkandidaten Ulrich
       Siegmund ins Amt des Ministerpräsidenten verhelfen wird.
       
       In der Bild-Zeitung von Mittwoch besang Parteigründerin Sahra Wagenknecht
       zum wiederholten Mal ihr Fantasiekonzept einer „Bürgerregierung“ mit einem
       „überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit einem Kompetenzkabinett und
       wechselnden Mehrheiten regiert. Das bedeutet: auch mit der AfD.“
       
       Nur lehnen die anderen Parteien das Modell durch die Bank ab, AfD
       inklusive. Das weiß auch Wagenknecht. Also fügte sie hinzu, dass sich das
       BSW, sollte es in vier Wochen den Sprung in den Landtag von Sachsen-Anhalt
       erstmals schaffen, bei einer Wahl von Siegmund spätestens „im dritten
       Wahlgang enthalten“ werde. Nahezu identisch äußerte sich die
       BSW-Bundesvorsitzende Amira Mohamed Ali in der Rheinischen Post.
       
       Im Klartext bedeutet das: Verfehlt die AfD die absolute Mehrheit der Sitze,
       steht das BSW bereit, per Enthaltung im dritten Wahlgang die dann nur noch
       nötige einfache Mehrheit zu garantieren, um damit den Weg freizumachen
       [1][für die erste rechtsextreme Regierung der deutschen
       Nachkriegsgeschichte].
       
       ## Das BSW und ihr Geschwätz von gestern
       
       Bislang war die Wagenknecht-Partei in der entscheidenden Frage zum etwaigen
       Abstimmungsverhalten ausgewichen. Noch im April betonte BSW-Generalsekretär
       Oliver Ruhnert [2][im Gespräch mit der taz]: „Wir haben zwar immer klar
       gesagt, dass wir die Brandmauer für falsch halten, werden uns aber sicher
       nicht der AfD andienen.“
       
       Stattdessen fokussierte sich die Partei darauf, die Unterschiede zu den
       Rechtsextremisten nach vorn zu stellen. Anders als das BSW wolle die AfD
       Milliardäre nicht „angemessen besteuern“, unterstütze die
       „Hochrüstungspolitik der Bundesregierung“, rechtfertige „die Kriege der USA
       und Israels“, hieß es Ende Juni etwa [3][in einem Brief der BSW- an die
       AfD-Bundesspitze].
       
       Zweck des Schreibens war es, AfD-Chefin Alice Weidel zu mehreren
       öffentlichen Rededuellen auf „großen Marktplätzen im Osten der Republik“
       mit Sahra Wagenknecht zu motivieren. Ein Angebot, das Weidel mit dem
       süffisanten Verweis auf die einstweilige Irrelevanz des BSW [4][über ihren
       Sprecher zurückweisen ließ]. Tatsächlich ist es unsicher, ob es die
       Wagenknecht-Partei überhaupt in den Landtag von Sachsen-Anhalt schafft.
       
       Ähnlich unbeeindruckt zeigte sich nun der sachsen-anhaltische
       AfD-Spitzenkandidat von der aktuellen Königsmacher:innen-Ankündigung der
       BSW-Granden. Er wolle sich „selbstverständlich nicht“ durch eine Enthaltung
       des BSW zum Regierungschef wählen lassen und setze weiter auf die absolute
       Mehrheit im Parlament, sagte Ulrich Siegmund dem Sender Welt-TV. Denn: „Was
       bringt es mir denn, ein formaler Ministerpräsident zu sein, ohne eine
       Mehrheit im Parlament?“
       
       Vor wenigen Tagen waren in Sachsen-Anhalt zahlreiche, teils ehemals
       führende Funktionär:innen [5][aus dem BSW ausgetreten]. Sie begründeten
       ihren Schritt unter anderem mit der „zunehmenden“ Orientierung des
       Landesverbands „an Positionen der AfD“.
       
       12 Aug 2026
       
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