# taz.de -- Podcast „So nicht bestellt“: Abgründe der Abschiebung
       
       > Seit Juli schiebt Deutschland auch nicht straffällige Männer nach
       > Afghanistan ab. Ein Podcast erinnert berührend an frühere Fälle.
       
 (IMG) Bild: Abschiebeflug nach Afghanistan im Juli 2026 über den Flughafen Leipzig. Polizei bewacht demonstranten, die dagegen protestieren
       
       Die Taliban sind seit mittlerweile fünf Jahren in Afghanistan wieder an der
       Macht, mit drastischen Folgen für die Menschen vor Ort. [1][Trotzdem
       schiebt seit Juli dieses Jahres Deutschland auch nicht straffällige Männer
       nach Afghanistan ab], dafür muss Deutschland mit den Taliban sprechen.
       
       Höchste Zeit, daran zu erinnern, welche Geschichte Abschiebungen in der
       deutschen Asylpolitik haben.
       
       Bewegend nah kritisiert das der Podcast „So nicht bestellt“. Der Titel ist
       eine Anspielung auf Horst Seehofers Aussage, dass er die Abschiebung von
       69. Afghanen, ausgerechnet an seinem 69. Geburtstag 2018 „So nicht
       bestellt“ habe.
       
       ## Lieber anonym
       
       Über 30 Episoden und Sonderfolgen gibt es, veröffentlicht von 2021 bis
       2023. Eine Anwältin berichtet in einer Folge etwa darüber, wie sie
       Abschiebungen verhindert, zwei Sozialarbeiter*innen über ihre Arbeit
       in einem Lager in Sachsen, die Hosts sprechen mit Aktivist*innen der
       Organisationen Kabul Luftbrücke oder Kirchenasyl. Teils sprechen die
       Teilnehmenden anonym, weil sie Hass und Anfeindungen fürchten.
       
       Am bedrückendsten sind die Folgen, in denen verschiedene Menschen ihre
       Erfahrungen mit Pushbacks oder ihre Eindrücke aus der Abschiebehaftzelle
       teilen. In einer Folge sprechen die Hosts mit Sardar V., der in dem
       Abschiebeflugzeug an Seehofers Geburtstag saß.
       
       In einer anderen erzählt Mohammad über Polizeieinsätze und Solidarität in
       einem Dresdner Lager. „Man kriegt hier keine Luft“ sagt Jihed F. über die
       [2][Abschiebehaftanstalt in Dresden], in der die Menschen isoliert in
       Zellen leben.
       
       Beim Durchhören des Podcasts lernt man viel über das deutsche
       Abschiebesystem, etwa wie eine Abschiebung abläuft, oder was am Flughafen
       passiert, oder wohin die Menschen gehen, wenn die Maschine gelandet ist.
       Aber vor allem erinnert der Podcast an eines: Jede Abschiebung ist eine zu
       viel.
       
       22 Aug 2026
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Ann-Kathrin Leclere
       
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