# taz.de -- Kommunalwahl mit extremen Influencern: Mit Rassenhass in den Rat
> Zwei extrem rechte Influencer treten in Oldenburg für die AfD zur
> Kommunalwahl an. Auf Social-Media-Plattformen verhöhnen sie
> Holocaustopfer – bis die taz fragt.
(IMG) Bild: Haben leider nicht genug Farbe für einen Regenbogen: Felix Wolf und Miriam Tanski am „Tag der deutschen Jugend“ in Schwerin
Die extrem rechten Influencer Miriam Alexandra Tanski und Felix Wolf treten
bei der Stadtratswahl in Oldenburg im Rahmen der niedersächsischen
Kommunalwahlen am 13. September für die AfD an. Damit wagen zwei aus dem
sogenannten politischen Vorfeld der Neuen Rechten den Schritt in die
Politik. Ihre Internetaktivitäten zeigen, welchen Kurs der vorgeblich
bürgerliche AfD-Stadtverband damit einschlägt.
Die [1][Verbindungen zwischen Vorfeld und Partei sind nicht neu]. Zuletzt
zeigten sie sich [2][am 1. August in Schwerin beim ersten Aufmarsch der
AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland], dem „Tag der Deutschen
Jugend“. Neben Aktivisten der Identitären Bewegung und der
Jugendorganisation der in Die Heimat umbenannten NPD waren auch die extrem
rechten Influencer Tanski und Wolf dabei.
Die taz hat sich ihre Internetauftritte angeschaut, einige Posts gesichert
und konnte andere einsehen, die bereits gelöscht sind.
Tanski ist im Internet als „miarockatansky“ bekannt und bezeichnet sich
selbst an verschiedenen Stellen als „Miss Germany 1933“, „Teenage-Nazi“ und
„gesichert rechtsextrem“. Angeblich alles „Satire“, die Posts für ihre
knapp 7.000 Follower auf X sprechen aber für sich.
## Wortspiele mit dem Holocaust
Nicht-weiße und queere Menschen bezeichnet Tanski als „entartet“. Sie ist
„gegen Rassenschande“ und nennt Schwarze Menschen wiederholt „N[****]“ und
„Affen“. Muslime haben in ihren Augen „Behinderungen genetischer Art“. Wenn
Menschen in Afrika und im Mittleren Osten verhungern würden, komme „schon
alles so, wie es kommen soll“.
Sie fordert „Nazis rein“ und lobt die Neonazi-Band Landser. In der
Weihnachtszeit backt Tanski Plätzchen in Form der „schwarzen Sonne“ und mit
„HH“-Verzierungen. „Die Achsenmächte werden sich wieder vereinen und gegen
das Böse kämpfen“, prophezeit sie und fordert an anderer Stelle einen
Frieden „ohne Oder-Neiße-Linie“. Dieses Jahr war sie beim rechtsextremen
Trauermarsch in Dresden dabei.
Direkte [3][Holocaustleugnung ist strafbar]. Deshalb verwendet Tanski
Anspielungen und Codes. „6 Millionen sollen es sein“ – angeblich Geld, das
der Amadeo-Antonio-Stiftung gestrichen werden soll. Sie schreibt, eine
Erfindung Israels sei „Ho-Ho-Hol…“ und beendet den Satz mit „Holishkes“,
einem traditionellen jüdischen Gericht. Wiederholt verwendet sie den Code
„271“ für angeblich nur 271.000 ermordete Juden. Das „Buch über Anne Frank“
habe sie „im Altpapier entsorgt“.
„Im neuen Deutschland werden Volksverräter öffentlich an den Pranger
gestellt. Danach geht's auf den Scheiterhaufen“, beschreibt Tanski ihre
Zukunftspläne. Ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung gegen sie sei
laut eigener Aussage eingestellt worden – sie postete ein Foto des
Einstellungsbescheids.
Der Fitnesscoach Felix Wolf ist seit Februar dieses Jahres Teil des
Landesvorstands der Generation Deutschland in Niedersachsen. Davor war er
lange nur anonym als „WolfDesNordens“ bekannt und ist mit 27.000 Followern
auf X ein bekannter Name in der extrem rechten Szene. Im Gegensatz zu
Tanski hat er versucht, seine Zeit im politischen Vorfeld aus dem Internet
zu tilgen – vergeblich.
Der taz liegen gelöschte Posts vor, in denen er fordert, mit „dem
Schuldkult“ zu brechen, erklärt, die „Zionisten-Ära wird enden“ oder
schreibt: „Bevor Polen jemals auch nur einen Cent Reparationen erhält,
bekommen wir erstmal eine ganze Menge Land zurück.“ 2024 war er einer der
Hosts des Podcasts LETZ HETZ, präsentiert von der extrem rechts
positionierten Marke Thor Steinar.
Laut Wolf gibt es einen „Bevölkerungsaustausch“, der unter anderem von dem
jüdischen Investor George Soros gelenkt werde. In der ersten Folge des
Podcasts erklärt er, es bedürfe einer „demografischen Rückeroberung“ und
„Germanisierung“ der Bevölkerung. Auch wenn alle abgelehnten und illegalen
Migranten ausgewiesen seien, müsse man weiter an „Stellschrauben“ drehen,
um einen „Umdrehungsprozess“ einzuleiten.
„Nach unserer Idealvorstellung kann der kein Deutscher sein“, sagt Wolf
über in Deutschland geborene Menschen mit ausländischen Eltern. In einer
anderen Folge macht er sich über den Anschlag auf das Festival der Vielfalt
in Solingen 2024 lustig: „Da gab's etliche geile Memes zu.“
Co-Host des Podcasts war der Identitäre Bewegung-Aktivist Dennis Braun
alias „ArminiusDD“. Das Equipment hat das extrem rechte Filmkunstkollektiv
bereitgestellt, das eng mit der Identitären Bewegung verbunden ist.
AfD-Sprecher gibt sich ahnungslos
Schon 2022 war Wolf zusammen mit Erik Ahrens Teil eines Podcasts der
GegenUni, die auch der Identitären Bewegung nahesteht. Dieses Jahr nahm er
am von Martin Sellner mitorganisierten „Remigrationsgipfel“ in Portugal
teil, wie Fotos zeigen. Die Identitäre Bewegung steht eigentlich auf der
Unvereinbarkeitsliste der AfD.
Auf Anfrage erklärt der Sprecher des Oldenburger AfD-Kreisverbands Andreas
Paul (MdB), er habe von den Umtrieben seiner in der Szene bekannten
Influencerkandidaten keine Kenntnis. Die Posts von Tanski werde man prüfen.
Er sagt, dass „alle Mitglieder“ des Kreisverbands „auf dem Boden des
Grundgesetzes“ stünden – also auch Wolf und Tanski.
Wolf hat auf eine Anfrage der taz nicht geantwortet. Tanski hat nur mit
einem „Daumen hoch“ reagiert. Alle X-Posts sind inzwischen gelöscht.
10 Aug 2026
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aus.