# taz.de -- AfD Oldenburg vor der Stadtratswahl: Nazi-Influencerin geht, Hass bleibt
> Die selbsternannte „Teenage-Nazi“ Miriam Alexandra Tański ist nach einem
> taz-Bericht aus der AfD ausgetreten. Ganz freiwillig geschah das nicht.
(IMG) Bild: „Tag der Deutschen Jugend“ in Schwerin: Miriam Alexandra Tánski (rechts) neben einem Ordner mit Pfeilrad-T-Shirt
Am vergangenen Montag [1][berichtete die taz] darüber, dass die beiden
Oldenburger AfD-Stadtratskandidaten Miriam Alexandra Tański und Felix Wolf
rassistische und antisemitische Äußerungen im Internet verbreitet hatten.
Nun ist zumindest die Influencerin Miriam Alexandra Tański der AfD in
Oldenburg doch zu rechts. Auf Anfrage der taz erklärte
Kreisverbandssprecher Andreas Paul (MdB): „Ein Gespräch mit Frau Tański
ergab, dass die Inhalte, die sie auf Twitter vertrat, nicht vereinbar mit
den Werten der AfD sind.“
Nach dem Gespräch habe Tański ihre Mitgliedschaft zum 11. August gekündigt.
Allerdings stehen die Kandidat:innen für die Stadtratswahl bereits
fest, weshalb Tański ungeachtet ihres Parteiaustritts auf Listenplatz 2 im
Wahlbereich 6 für die AfD kandidieren wird. Kreisverbandssprecher Paul sagt
dazu: „Auf ein mögliches Ratsmandat hat sie erklärt zu verzichten.“
Da Tański nicht aus der Partei ausgeschlossen wurde, wäre ein
Wiedereintritt theoretisch jederzeit möglich. Paul versichert, dass dies
„ausgeschlossen“ sei. Weitere Ämter habe Tański in der Partei nicht
ausgeübt. Darüber hinaus wollte Andreas Paul keine Fragen der taz
beantworten.
Tański verbreitete am 9. Juni ein Foto, aufgenommen von der Besuchertribüne
des Reichstagsgebäudes. Sie hielt einen Sticker mit einem sogenannten
Pfeilrad direkt unter den Bundesadler, was offenbar an den Reichsadler der
Nationalsozialisten erinnern sollte.
Das Rad, bestehend aus acht weißen AfD-Pfeilen auf schwarzem Grund, ist ein
Erkennungszeichen der extrem rechten Szene. Auf einen Post, der ein
fünfarmiges Hakenkreuz mit „25% mehr Hass“ als neues Symbol vorschlug,
antwortete Tański: „Wir haben schon das Pfeilrad. Mit 100% mehr Hass.“ Ob
Tański auf Einladung von Paul den Bundestag besuchte, beantwortete der
Abgeordnete auf dreifache Nachfrage nicht.
Nichts gewusst?
Angeblich habe der Kreisverband bis zur Anfrage der taz nichts von dem
Internetauftritt von Tański gewusst. Das ist zumindest teilweise falsch.
Felix Wolf kandidiert auf Listenplatz 1 im Wahlbereich 3 und pflegt sowohl
auf X als auch persönlich enge Kontakte zu Tański. Dass Tańskis Äußerungen
potenziell strafbar sind, ist ihm offenbar bewusst: „Wieder illegale Wörter
gedacht?“, schrieb er ihr am 15. Juli.
Dass Wolf wohl kein Problem mit Tańskis Aussagen hat, ist nicht
verwunderlich. In dem inzwischen gelöschten Podcast „Letz Hetz“ bezeichnete
Wolf die Aussage [2][Maximilian Krahs], dass nicht alle Mitglieder der SS
Verbrecher seien, als „inhaltlich völlig korrekt“.
In einer anderen Folge fordert er eine „demographische Rückeroberung“ und
„Germanisierung“ der Bevölkerung. Personen, die nicht durch
„[3][Remigration]“ ausgewiesen werden können, müssten „jemanden der Deutsch
ist“ heiraten. So habe man irgendwann – nach mehreren Generationen – wieder
„deutsche Kinder“.
Wenn dieser Plan in Verbindung mit „Remigration“ umgesetzt werde, könne es
perspektivisch wieder eine „Ethnogenese“ geben. Das „Wesen“ der Deutschen
werde laut Wolf wieder erkennbar sein. Andreas Paul ließ die Frage, ob
Wolfs Forderung nach einer „Germanisierung“ der Bevölkerung mit den Werten
der AfD vereinbar ist, unbeantwortet.
## Antisemitische Verschwörungstheorie
Zuletzt schrieb Wolf als Antwort auf einen Post, in dem Tomasz Froelich,
EU-Abgeordneter der AfD, schrieb, die tausendfache Überquerung der
spanischen Grenze in Ceuta sei ein „hybrider Angriff“, der unter anderem
„israelischen Interessen dient“: „Eine Analyse, so präzise wie das Barrett
M82.“ Dabei handelt es sich um Anti-Material Rifle, ein Gewehr, das auch
von Scharfschützen eingesetzt wird.
Als Reaktion auf einen Post, „der Mossad“ habe den Pianisten [4][Igor
Levit] „als perfekten Wutköder konstruiert“, macht Wolf sich über dessen
Haare lustig. Levit ist Deutscher und regelmäßig Ziel antisemitischer
Anfeindungen. Wolf ist der Meinung, dass es einen „Bevölkerungsaustausch“
gebe, der unter anderem von dem jüdischen Investor George Soros gesteuert
werde.
## Felix Wolf bleibt Mitglied
Zum [5][Anschlag auf den CSD in Berlin] schrieb Wolf, dass der Einsatz der
Veranstaltung für Toleranz „vor allem tödlich sei“, und: „Unsere Art zu
leben wird übrigens nicht vom CSD repräsentiert.“
Am 13. Juli schrieb er: „Bald riecht es in der Strasse nicht mehr nach
Gewürzen“, wobei er auf einen Wahlsieg von Ulrich Siegmund in
Sachsen-Anhalt anspielte. Warum fällt die rechtspopulistische Reform-Partei
im Vereinigten Königreich in Umfragen zurück? „Könnte daran liegen, dass
deren halbes Team aus Indern besteht“, so Wolf am 3. August.
Tański ist aus der Partei ausgetreten, Wolf bleibt offenbar weiter
Mitglied. Inhaltlich hat sich der Kreisverband nur wenig verändert.
Hinweis: In einer vorherigen Version hatten wirb geschrieben, dass es sich
beim Barrett M82 um ein Maschinengewehr handelt. Richtig ist, dass es ein
Anti-Material Rifle ist, ein Gewehr also, das auch von Scharfschützen
eingesetzt wird. Wir haben die Passage entsprechend korrigiert.
14 Aug 2026
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