# taz.de -- Klimaanpassung in Kitas und Pflegeheimen: Bundesregierung will mehr Geld für Hitzeschutz bereitstellen
> Zwei Jahre lang wurde keine neue Förderung für Pflegeheime vergeben. 2027
> will das Umweltministerium wieder mehr Geld in Hitzeschutz stecken.
(IMG) Bild: Mit der Anpassungsförderung der Bundesregierung können Pflegeheime zum Beispiel Hitzeschutzpläne entwickeln
Die Bundesregierung will soziale Einrichtungen wie Kitas und Pflegeheime
wieder bei der Anpassung an die Erderhitzung unterstützen. Das teilte ein
Sprecher des Ministeriums auf taz-Anfrage mit: „Durch die geplante
Verlagerung von Haushaltsmitteln für die Förderrichtlinie vom
Bundeshaushalt in den Klima- und Transformationsfonds (KTF) werden die
Haushaltsmittel Stand jetzt ab dem Haushaltsjahr 2027 steigen.“
Dadurch werde das Bundesumweltministerium in die Lage versetzt, 2027 neue
Anträge für die sogenannte „AnpaSo“-Förderrichtlinie bewilligen zu können,
so der Ministeriumssprecher. Das Ministerium hatte [1][weder 2025 noch 2026
neue Förderung für Klima-Anpassung ausgeschrieben]. Bereits bewilligte
Anträge wurden aber [2][weiter finanziert].
Wie viel höher die AnpaSo-Förderung im kommenden Jahr ausfallen soll,
konnte der Ministeriumssprecher unter Verweis auf interne
Abstimmungsprozesse noch nicht sagen. Der Haushaltstitel, unter den die
Förderung fällt, steigt von 2026 auf 2027 im Regierungsentwurf des KTF von
50 Millionen Euro auf 126 Millionen Euro.
Darin finden sich aber auch zahlreiche andere Anpassungsmaßnahmen, sodass
sich aus der Aufstockung keine verlässlichen Schlüsse ziehen lassen.
Ohnehin sind es nur die Entwürfe der Bundesregierung – entscheiden muss der
Bundestag, der im Herbst über den Haushalt verhandelt.
## Soziale Einrichtungen sind nicht auf die Hitze vorbereitet
„Es ist gut zu sehen, dass politischer Druck aus der Opposition wirkt“,
sagt Julia Schneider, Bundestagsabgeordnete der Grünen. „Ich bin froh um
jeden Euro für die sozialen Einrichtungen. Wir werden im Haushaltsverfahren
die Regierung in die Pflicht nehmen, die Gelder tatsächlich zu erhöhen.“
Kritisch sieht Schneider, dass die Förderrichtlinie künftig nicht mehr aus
dem Kernhaushalt, sondern aus dem KTF bezahlt wird. Den [3][zapft
Schwarz-Rot für immer mehr Zwecke an, die kein CO2 einsparen]. „Die
Bundesregierung darf Klimaschutz und Klimaanpassung nicht gegeneinander
ausspielen“, warnt die Grünenpolitikerin.
Angesichts des tödlichen Hitzesommers, dem [4][laut Robert-Koch-Institut]
bereits Mitte Juli 8.700 bis 10.900 Menschen zum Opfer fielen, wurde die
Kritik an fehlender Klimaanpassung zuletzt lauter. Einer [5][Umfrage] des
Paritätischen Gesamtverbandes zufolge brauchen 80 Prozent der 2.871
befragten sozialen Einrichtungen eine Klimaanlage, nur 20 Prozent haben
schon eine. [6][Selbst einen Hitzeschutzplan] hat weniger als ein Drittel
der befragten sozialen Einrichtungen.
Gleichzeitig beobachten die Mitarbeiter*innen in drei Vierteln der
Einrichtungen, dass Patient*innen und Klient*innen die Hitze zu
schaffen macht, vor allem durch Kreislauf-, Konzentrations- und
Schlafprobleme.
Noch häufiger belastet sind die Mitarbeiter*innen selbst: 87 Prozent
der Einrichtungen geben an, dass die Mitarbeiter*innen von der Hitze
belastet waren und unter Erschöpfung, hoher körperlicher Belastung und
Konzentrationsproblemen litten. Jede*r Vierte gab sogar an, dass aufgrund
der Hitze mehr Fehler passierten.
## Paritätischer fordert Hitzenotfallfonds
„Einige Einrichtungen berichten von Innenraumtemperaturen zwischen 30 und
40 Grad, überhitzten Wohn- und Gruppenräumen und Situationen, in denen
Räume zeitweise nicht mehr nutzbar waren“, sagt Katja Kipping,
Geschäftsführerin des Paritätischen. „Die zunehmenden Belastungen durch
extreme Hitze können nicht allein vor Ort aufgefangen werden, sondern
erfordern verlässliche politische Unterstützung und gemeinsame Lösungen.“
Der Paritätische fordert deswegen unter anderem einen bundesweiten
Hitzenotfallfonds, um bauliche und technische Schutzmaßnahmen sowie
zusätzliches Personal finanzieren zu können.
Die Investitionsbedarfe sind gigantisch: Allein die Deutsche
Krankenhausgesellschaft fordert 31 Milliarden Euro staatlicher Förderung,
um Krankenhäuser an die Erderhitzung anzupassen und klimafreundlich
umzubauen – deutlich mehr also, als für die AnpaSo-Förderrichtlinie
insgesamt zur Verfügung steht.
31 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Hitzeschutz-fuer-Pflegeheime-und-Kitas/!6159518
(DIR) [2] /Aus-Klimaschutzprogramm-gestrichen/!6170539
(DIR) [3] /Bundesregierung-will-Einschnitte-beim-Klima-Fond/!6196189
(DIR) [4] https://www.rki.de/DE/Themen/Gesundheit-und-Gesellschaft/Gesundheitliche-Einflussfaktoren-A-Z/H/Hitze/Bericht_Hitzemortalitaet.html
(DIR) [5] https://www.der-paritaetische.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/260714_Umfrage_Hitze_in_sozialen_Einrichtungen_und_Diensten.pdf
(DIR) [6] /Foerderstopp-fuer-Klimaanpassung/!6163642
## AUTOREN
(DIR) Jonas Waack
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