# taz.de -- Kinder fragen, die taz antwortet: Ist das die gleiche Sonne in Italien wie bei uns daheim?
       
       > Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche
       > beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Josha, 5 Jahre alt.
       
 (IMG) Bild: Weil Italien weiter im Süden liegt, kommt hier also mehr Strahlung auf der Erde an
       
       Vor ein paar Tagen laufe ich mit meinen Freundinnen und [1][einem großen
       Pistazieneis] durch Turin. Das Eis schmilzt, tropft mir auf die Hand, und
       ich versuche umständlich zu verhindern, dass mir die Kugel aus der Waffel
       fällt. Turin ist eine Stadt im Norden von Italien, im Moment ist es dort
       sehr heiß. Damit die Sonne mich nicht blendet, ziehe ich meine Sonnenbrille
       auf, sie hat orangebraune Gläser und macht alles um mich herum ein bisschen
       dunkler. Und während ich da so laufe und das italienische Leben genieße,
       kommt mir die Frage in den Kopf, die du, Josha, uns gestellt hast: Ist das
       in Italien die gleiche Sonne wie bei uns zu Hause? Oder warum scheint sie
       dort so viel greller und heißer?
       
       Ja, [2][die Sonne selbst ist die gleiche]. Aber: Wie viel Sonnenstrahlung
       uns erreicht – das ist verschieden. Julian Krüger vom Max-Planck-Institut
       für Meteorologie erklärt das so: „Italien ist näher am Äquator, der Mitte
       der Erde. Deshalb ist Italien der Sonne das ganze Jahr über mehr zugeneigt
       als Deutschland.“ Weil Italien weiter im Süden liegt, kommt dort also mehr
       Strahlung auf der Erde an.
       
       Im Sommer steht die Sonne sowohl in Deutschland als auch in Italien viel
       höher als sonst. Das liegt daran, dass die sogenannte Rotationsachse der
       Erde um 23 Grad geneigt ist. Du kannst dir das gut vorstellen, wenn du dir
       einen Globus anguckst. Auch der steht nicht gerade, sondern immer ein
       bisschen schräg. Das heißt: Während sich die Erde um sich selbst und
       gleichzeitig um die Sonne dreht, bleibt sie immer in dieselbe Richtung
       geneigt. „Durch die Neigung ist die Sonneneinstrahlung im Sommer in Italien
       noch mal stärker“, sagt Krüger.
       
       Dabei setzt sich die Sonnenstrahlung aus verschiedenen Arten zusammen: dem
       sichtbaren Licht, das uns blenden kann, und unsichtbaren Wellen. Das ist
       zum einen Infrarotstrahlung. Wir können [3][ihre Wärme spüren]. Und zum
       anderen die UV-Strahlung, wobei UV für „ultraviolett“ steht. Sie
       transportiert die Energie von der Sonne zu uns. Je kürzer UV-Strahlen sind,
       desto mehr Energie haben sie. UV-A-Strahlen sind am längsten. UV-B-Strahlen
       sind etwas kürzer, haben also mehr Energie. Diese Wellen verursachen
       Sonnenbrände. Am kürzesten und stärksten sind UV-C-Strahlen. „Aber die
       werden von der Erdatmosphäre abgeblockt und erreichen uns gar nicht erst“,
       erklärt Krüger.
       
       Weil in Italien mehr UV-Strahlung ankommt, ist die Sonne dort gefährlicher
       für unsere Haut. Doch auch überall sonst – ob zu Hause oder im Urlaub – ist
       es wichtig, sich vor UV-Strahlen zu schützen. Und wie geht das?
       [4][Natürlich mit Sonnencreme!]
       
       Hast du auch eine Frage? Dann schreib sie uns an: kinderfragen@taz.de.
       
       30 Jul 2026
       
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