# taz.de -- Nach taz-Recherche: Linke verurteilt statistische Lücke zu hitzetotem Vieh
       
       > Durch die Hitze verendet massenhaft Geflügel, doch Statistiken gibt es
       > nicht. Die Linke kritisiert die Lücken in den Daten – und in der
       > Klimapolitik.
       
 (IMG) Bild: Der Hitzetod bei Tieren, zum Beispiel Hühnern, ist nicht meldepflichtig
       
       Die Linkspartei hat das statistische Dunkelfeld zum Hitzetod von deutschen
       Nutztieren scharf kritisiert. Mindestens Zehntausende Legehennen,
       Masthähnchen und Puten verendeten in Deutschland während des
       [1][Hitzewochenendes zwischen dem 26. und 27. Juni 2026] durch die extremen
       Temperaturen. Das konnte eine [2][taz-Recherche] feststellen. Statistiken
       gibt es dazu jedoch keine.
       
       Dem zuständigen Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
       (BLEH) liegen laut eigenen Angaben bislang keine Erkenntnisse zu
       hitzebedingtem Viehsterben und damit verknüpften ökonomischen Verlusten von
       Landwirt*innen vor. Somit bestehe auch „kein Anlass für Maßnahmen zur
       Kompensation entsprechender wirtschaftlicher Auswirkungen“. Das schrieb das
       BLEH in einer Antwort auf eine schriftliche Einzelanfrage, die die
       Linkspartei vorige Woche an die Bundesregierung stellte.
       
       „Die fehlende Kenntnis über hitzetote Tiere konterkariert die Zahlen vieler
       Tierkörperbeseitigungsanlagen“, kritisierte Ina Latendorf, agrarpolitische
       Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag, die Antwort des
       Ministeriums. „Dass die Bundesregierung keinerlei Maßnahmen zum Schutz der
       landwirtschaftlichen Nutztiere vor den Folgen der ambitionslosen
       Klimapolitik der letzten Jahrzehnte plant, ist verantwortungslos.“
       
       ## Hitzetod nicht meldepflichtig
       
       Der Grund für diesen blinden Fleck der Regierung: Die zuständigen
       Veterinärämter erheben vielerorts schlicht keine Daten zu hitzetoten
       Nutztieren. Denn anders als bei Tod infolge von Krankheiten ist der
       Hitzetod bei Tieren nicht meldepflichtig. Noch dazu kann Hitze oft nicht
       klar als Todesursache festgestellt werden. Eine Versicherung oder
       staatliche Kompensation für die entstehenden ökonomischen Verluste gibt es
       nicht.
       
       Mit Blick auf die sich verschärfende Klimakrise betont Latendorf, die
       Landwirtschaft müsse auf die nächsten Jahrzehnte vorbereitet werden. Die
       Millionen Todesfälle von Nutzvieh in Frankreich seien dabei ein trauriges
       Warnsignal dafür, was durch den [3][Klimawandel auch in Deutschland] in den
       kommenden Jahren droht. „Statt Ignoranz brauchen wir klare Vorgaben zum
       Hitzeschutz in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung und entsprechende
       Förderungen beim Umbau.“
       
       14 Aug 2026
       
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