# taz.de -- Waldbrände in Europa: Die Klimakrise macht’s
> Forschende haben berechnet, welchen Anteil die Klimakrise bei den
> Großbränden in Spanien und Frankreich spielt. Die Lage ist auch in
> anderen Regionen kritisch.
(IMG) Bild: Ein Hubschrauber wirft Wasser auf einen Waldbrand am San-Juan-Stausee in der Provinz Madrid
dpa | Die verheerenden [1][Waldbrände] in [2][Spanien] und [3][Frankreich]
sind einer aktuellen Schnellanalyse zufolge durch den Klimawandel deutlich
wahrscheinlicher geworden. Die Wetterbedingungen, die die enorme
Ausbreitung der Feuer ermöglichen, seien in Frankreich durch den
menschengemachten Klimawandel mindestens doppelt so wahrscheinlich
geworden, in Spanien sogar mindestens 20-mal so wahrscheinlich, wie
Wissenschaftler der Organisation World Weather Attribution (WWA) berechnet
haben. Dabei handelt es sich nach Angaben der Forscher sogar noch um
konservative Schätzungen.
Im heutigen Klima sei mit solchen verheerenden Waldbränden im Südwesten
Frankreichs etwa alle 20 Jahre zu rechnen, in Zentralspanien etwa alle 6
Jahre, heißt es weiter.
## Ein gefährlicher Mix aus Trockenheit, Hitze und Wind
Die Forscher betrachteten einen Sieben-Tages-Zeitraum aus dem aktuellen
Juli, in dem extreme Brandrisikobedingungen in den Regionen vorherrschten,
und verglichen diese mit den extremsten Brandrisikozeiträumen früherer
Sommer. Mithilfe von Simulationen berechneten sie, wie viel
wahrscheinlicher solche Bedingungen im heutigen Klima entstehen im
Vergleich zu den klimatischen Bedingungen des vorindustriellen Zeitalters.
Das sogenannte Feuerwetter wird in der Analyse mithilfe eines Indexes
definiert, der sowohl Hitze als auch Luftfeuchtigkeit und Wind
berücksichtigt.
Die aktuellsten Waldbrände in Frankreich und Spanien gehören zu den
verheerendsten in der Geschichte der Länder und haben Hunderttausende zur
Flucht aus ihren Häusern gezwungen. Die aktuelle Hitze erschwert die
Bekämpfung zusätzlich.
„Der Klimawandel sorgt dafür, dass die Wetterkonstellationen, die
Landschaften zu Brandherden machen und Brände zur Katastrophe werden
lassen, deutlich häufiger auftreten“, erklärte die Forscherin und
WWA-Gründerin Friederike Otto vom Imperial College London.
## So ist die Lage
Während sich die Waldbrandlage in Frankreich und Spanien derzeit entspannt
und Tausende Evakuierte nach Hause zurückkehren, ist die Situation in
Griechenland und der Türkei weiter angespannt. Von hoher Trockenheit und
Hitze begünstigte Brände, die von kräftigem Wind weiter angefacht werden,
machen der Feuerwehr sehr zu schaffen.
Die Waldbrandlage auf Kreta spitzt sich weiter zu. Orkanartige Nordwinde
fachen die Flammen immer wieder an und machen die Löscharbeiten zu einem
gefährlichen Kraftakt. Nahe der Ortschaft Preveli brach ein weiterer Brand
aus. Wegen der dichten Rauchschwaden musste die Küstenwache rund 50
Menschen aus einem Küstenabschnitt in Sicherheit bringen.
Einsatzkräfte in der Türkei kämpfen weiter gegen zahlreiche Waldbrände im
Süden und Westen des Landes, die durch starke Winde angefacht werden. Seit
Mittwoch habe man landesweit bei 169 Bränden eingegriffen, 163 davon seien
am Donnerstagabend vollständig unter Kontrolle gebracht worden, zitierte
die staatliche Nachrichtenagentur den Forstminister Ibrahim Yumakli.
## Brand nahe AKW
In der englischen Grafschaft Suffolk kämpfen derzeit mehr als 100
Feuerwehrleute gegen einen Waldbrand in der Nähe eines Kernkraftwerks.
Bereits am frühen Mittwochabend wurden die Einsatzkräfte zu dem Feuer in
dem Küsten- und Heidelandgebiet Dunwich Heath gerufen. Die örtliche
Feuerwehr stuft den Brand inzwischen als Großereignis ein.
Demnach lodern die Flammen auf einer Fläche von etwa 100 Hektar. Anwohner
und unter anderem ein nahegelegener Ferienpark mussten bereits evakuiert
werden, auch Notunterkünfte wurden eingerichtet. Stellenweise kam es in
Haushalten zu Stromausfällen. Das Feuer breitete sich den Angaben nach
zudem nur wenige Kilometer von dem Atomkraftwerk Sizewell B entfernt aus.
Derzeit bestehe für dieses jedoch keine unmittelbare Gefahr.
In Deutschland brennt es auf dem alten Militärgelände in Jüterbog erneut.
250 Hektar stünden aktuell in Flammen, teilte die Regionalleitstelle in
Brandenburg an der Havel mit. Das Feuer sei nicht unter Kontrolle, es seien
zahlreiche Einsatzkräfte aktiv. „Der Wind erschwert das Ganze“, sagte der
Sprecher der Leitstelle. 250 Hektar entsprechen der öffentlich nutzbaren
Fläche des Tempelhofer Feldes in Berlin.
31 Jul 2026
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