# taz.de -- Waldbrände in Frankreich: Waldbrandlage in Frankreich in der Nacht „insgesamt stabil“
       
       > In Frankreich wüten verheerende Waldbrände. Jetzt sei nicht die Zeit,
       > Klima-Lösungen auszubremsen, sagt der deutsche Bundesumweltminister.
       
 (IMG) Bild: Das Feuer wütet im nördlichen Teil des Arcachon-Beckens in der Gironde im Südwesten Frankreichs
       
       afp/dpa | Der [1][heftige Waldbrand, der in der Gironde im Südwesten
       Frankreichs] 42.000 Hektar Land verwüstet und zur Evakuierung von 220.000
       Menschen geführt hat, ist in der Nacht zum Montag nach Angaben der
       Präfektur „insgesamt stabil“ geblieben. Es habe im Laufe der Nacht „keine
       nennenswerten Entwicklungen gegeben“, hieß es am Montagmorgen. Die Einsatz-
       und Rettungskräfte seien „weiterhin in vollem Umfang im Einsatz und setzen
       ihre Aufgaben vor Ort fort“.
       
       Die Flammen hatten sich in der Region zuvor mehrere Tage lang ausgebreitet.
       Allein am Samstag und Sonntag brannten 10.000 Hektar Land ab. Am
       Sonntagabend sprach die Präfektur von einer „ungünstigen“ Lage. Die
       Regionalregierung setzte den Betrieb von Ferienlagern und Pfadfinderlagern
       sowie von behindertengerechten Aufenthalten in der Gironde aus.
       
       Am Sonntag wurde Touristen empfohlen, „nicht zu kommen“ und „ein anderes
       Reiseziel in Betracht zu ziehen“. Die Feuerwehr befürchtete eine mögliche
       Verschärfung der Lage am Dienstag, da für die Gironde dann [2][starke Hitze
       mit Temperaturen von über 40 Grad] angekündigt ist.
       
       Der Brand war am Mittwoch in Saumos im Westen des Départements
       ausgebrochen. Er breitete sich zunächst in Richtung der Halbinsel Cap
       Ferret an der Atlantikküste aus, dann in die Bucht Bassin d’Arcachon. Am
       Sonntag waren die Feuer Behördenangaben zufolge bis auf 15 Kilometer an das
       Ballungsgebiet von Bordeaux herangerückt.
       
       ## Deutscher Umweltminister: Klimaschutz voranbringen
       
       Angesichts der Waldbrände in Westeuropa mahnt [3][Bundesumweltminister
       Carsten Schneider dringend, den Klimaschutz voranzubringen]. „Der
       Klimawandel ist bereits schmerzhafte Realität und er trifft unseren
       Kontinent besonders stark“, sagte der SPD-Politiker in Berlin.
       
       Jetzt sei die Zeit für Brandbekämpfung, Nothilfe und europaweite
       Solidarität. „Zugleich muss es darum gehen, den gefährlichen Klimawandel zu
       stoppen, damit Hitze, Dürre und Waldbrände in Zukunft nicht noch schlimmer
       werden“, betonte Schneider. „Der Ausbau der erneuerbaren Energien und
       anderer Klima-Lösungen darf jetzt nicht gebremst werden, sondern muss volle
       Vorfahrt bekommen.“ Das sei ein Gebot ökonomischer Vernunft, aber auch der
       Schutz von Menschen und ihrer Heimat.
       
       „Wir haben noch die Chance, unsere Umwelt besser vorzubereiten auf die neue
       Realität“, betonte Schneider. „Zur Lösung gehört auch der Umbau unserer
       Wälder von Monokulturen in klimastabilere Mischwälder und ein
       Paradigmenwechsel mit Blick auf unseren Umgang mit Wasser. Dafür müssen wir
       gemeinsam arbeiten, national und international.“
       
       27 Jul 2026
       
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