# taz.de -- Sommerklausur der Partei: CSU fordert Produktion von 100.000 Drohnen
       
       > Die CSU spricht sich für eine Drohnenflotte aus. Die Ukraine soll zur
       > Weitergabe ihres Know-hows an Deutschland verpflichtet werden.
       
 (IMG) Bild: Die CSU beschäftigt sich bei ihrer Sommerklausur mit der Zukunft. Hier der CEO Sven Kruck (r.) von Quantum Systems mit Alexander Hoffmann (l.)
       
       Als CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann und Sven Kruck, der CEO des
       bayrischen Rüstungsunternehmens [1][Quantum Systems], vor der malerischen
       Kulisse des Klosters Banz Fragen der Presse beantworten, steht am Rand ein
       junger Mann mit einem schwarzen Gerät unter dem Arm: einer Abfangdrohne,
       die Kruck später den Bundestagsabgeordneten der CSU zeigen will.
       
       Bei der zweitägigen Klausurtagung im Oberfränkischen soll es laut Hoffmann
       vor allem um Zukunftsthemen gehen – und „Defense-Technologie“ gehört für
       die CSU dazu. Was dem Landesgruppenchef allerdings missfallen dürfte:
       Wieder einmal lenken Ereignisse in Berlin – der tödliche Angriff auf den
       CSD, aber auch das Chaos bei der Regierungsumbildung des Kanzlers – die
       Aufmerksamkeit von den Ideen der CSU ab.
       
       „Wir fordern eine Drohnenarmee, 100.000 Einheiten an Drohnen“, sagt
       Hoffmann. „Eine Produktion, die wir schnell hochfahren können und eine
       Unterstützungsdividende durch die Ukraine.“ So steht es auch in dem
       Beschlusspapier, das die CSU-Bundestagsabgeordneten am Dienstag
       verabschieden. „Wir wollen die Bundeswehr durch technologische Dominanz zur
       stärksten konventionellen Armee in Europa machen“, heißt es da. Und weiter:
       „Dazu gehört eine Drohnenflotte mit mindestens 100.000 Drohnen in allen
       Größenklassen, die durch die Einbeziehung von KI und eigenen
       weltraumgestützten Fähigkeiten ihre volle Durchsetzungsfähigkeit erhält.“
       
       Die CSU setze dabei auf skalierbare Produktionskapazitäten durch
       Vorhalteverträge. Das heißt: Fertige Drohnen sollen nicht ungenutzt im
       Lager liegen, es sollen Werkzeuge für die Massenproduktion vorbereitet
       werden. „Die Produktion wollen wir im Ernstfall schnell hochfahren und die
       Drohnen dann mit der jeweils aktuellen Software ausstatten.“
       
       ## Ukraine soll Wissen teilen
       
       Die Ukraine soll zudem durch ein bilaterales Abkommen zur Weitergabe ihres
       Know-hows verpflichtet werden, heißt es in dem Beschluss. Deutschland, so
       Hoffmann, sei der größte Unterstützer der Ukraine, die so „hervorragende
       Fähigkeiten“ im Bereich Drohnen, Drohnenabwehr, aber auch bei
       Marschflugkörpern entwickelt habe. Diese technischen Fähigkeiten müsse sie
       teilen.
       
       Auch Rüstungsunternehmer Kruck betont, wie wichtig das Vorhalten von
       Drohnen für die Verteidigungsfähigkeit sei. In der Ukraine würden schon
       jetzt bis zu 70 Prozent der Frontstellungen [2][von unbemannten Systemen
       gehalten]. Sein Unternehmen, spezialisiert genau auf solche Waffen, hat
       nach eigenen Angaben derzeit 600 Mitarbeiter:innen in der Ukraine
       unter anderem für Service, Logistik und Entwicklung im Einsatz. Drohnen wie
       das schwarze Exemplar, das er mitgebracht hat, werden in der Ukraine
       produziert und sind an der Front im Einsatz.
       
       Man müsse genau überlegen, welcher Mix aus einerseits klassischen
       Rüstungsgütern wie Panzern und U-Booten und andererseits unbemannten
       Systemen, Software und KI der richtige sei, auch um das vorhandene Geld
       möglichst effizient einzusetzen. Da klingen durchaus Zweifel durch, ob dies
       derzeit der Fall ist. Man müsse heute sagen können, wo man in fünf oder
       zehn Jahren sein wolle, um „nicht in die falsche Richtung zu fahren“, sagt
       Hoffmann dazu. Mehr nicht.
       
       Zweifel aber gibt es nicht nur beim Drohnen-Unternehmer. Anton Hofreiter,
       grüner Vorsitzender des Europa-Ausschusses im Bundestag, fragte bei einem
       Ukraine-Besuch, ob Industrie, Politik und Bundeswehr die neue Ökonomie des
       Krieges mit ihren günstigen, aber massenhaft eingesetzten Drohnen und
       Raketen wirklich verstanden hätten. Und Moritz Schularick, Präsident des
       Kieler Instituts für Weltwirtschaft, kam in der Süddeutschen Zeitung zu dem
       Fazit: „Wir werden nicht verteidigungsfähig, wenn sich das
       Verteidigungsministerium vor allem als Altmetallhändler geriert.“ Statt in
       die Technik der Zukunft zu investieren, verplane Deutschland bisher „90, 95
       Prozent des Geldes für Panzer, Fregatten oder Kampfflugzeuge – und damit
       für Technik von vorgestern“.
       
       Die Verteidigung soll laut CSU auch im All stattfinden. „Sicherheitspolitik
       findet immer mehr auch im Orbit statt“, heißt es in Beschluss der
       Landesgruppe. Und weiter: „Mit der Bundeswehr wollen wir eine
       Weltall-Flotte mit mehr als 1.000 Satelliten für sichere Kommunikation für
       vernetzte Informationen, Aufklärung und ein hochpräzises Lagebild durch den
       Einsatz etwa durch Radarsatelliten und Spezialkameras bauen.“ So könne
       Deutschland maßgeblich die kollektive Verteidigung im Nato- und EU-Verbund
       stärken und Pionierarbeit bei der Absicherung des Weltraums leisten.
       
       28 Jul 2026
       
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