# taz.de -- Waldbrände in Frankreich und Spanien: Hitzewelle naht – Feuer bei Bordeaux bleibt Herausforderung
> Die Brände bei Bordeaux bedrohen nicht nur Wälder, sondern auch das
> Tourismusgeschäft. Ein erstes Brandgebiet bringt die Feuerwehr jetzt
> unter Kontrolle.
(IMG) Bild: Abwurf von Brandhemmern aus einem Flugzeug bei Bordeaux am 27. Juli
Bordeaux (dpa) | Vor Beginn einer neuen Hitzewelle in Frankreich versucht
die Feuerwehr, die an der Atlantikküste wütenden Waldbrände weiter
einzudämmen. Während der größere der beiden Brände bei Bordeaux den
Einsatzkräften weiterhin zu schaffen mache, sei der flächenmäßig kleinere
Brand inzwischen unter Kontrolle, sagte Präsident Emmanuel Macron beim
Besuch der Einsatzleitung am Abend in Bordeaux. „Wir werden diesen Kampf
zum Schutz der Bevölkerung gewinnen“, sagte Macron und lobte „die
bemerkenswerte Arbeit zum Schutz der Zivilbevölkerung“.
2.500 Feuerwehrleute, 18 Löschflugzeuge und 1.500 Soldaten sind in der
Region im Einsatz. Unterstützung ist nicht nur aus weiten Teilen
Frankreichs, sondern auch aus dem Ausland eingetroffen. Aus Deutschland
kamen am Montagnachmittag zwei Transporthubschrauber und ein
Transportflugzeug A400M mit Material in der Krisenregion an. Sie sollten
die französischen Kräfte bei der Bekämpfung der Brände in der Umgebung von
Bordeaux unterstützen, teilte das Verteidigungsministerium in Berlin mit.
Der Einsatz sei zunächst auf fünf Tage begrenzt.
## Schneisen im Wald sollen Feuer stoppen
Um dem Feuer die Möglichkeit einer weiteren Ausbreitung zu nehmen, wurden
am Montag an zahlreichen Stellen Schneisen in den Wald gerodet. Ein
Übergreifen der Flammen auf weitere Gebiete soll damit verhindert werden.
Für die Brandbekämpfung sei auch die weitere Wetterentwicklung mit dem
Aufkommen von Wind und Hitze wichtig, hieß es von den Behörden.
Seit Mittwoch wurden mehr als 220.000 Menschen [1][in der auch bei
Deutschen beliebten Urlaubsregion an der Atlantikküste] in Sicherheit
gebracht, auch viele Touristen. Das Feuer hat sich inzwischen auf bis zu 15
Kilometern der Großstadt Bordeaux genähert und rund 42.000 Hektar Wald und
Buschland zerstört. Das sind 420 Quadratkilometer, eine Fläche größer als
die Stadt Köln. Seit der Nacht zum Montag hat die Feuerwehr allerdings eine
weitere Ausbreitung verhindern können, die Lage habe sich stabilisiert,
hieß es.
## Tourismusregion bangt um Sommergeschäft
[2][Die von Waldbränden betroffene Tourismusregion] um Bordeaux bangt
unterdessen um die Saison, nachdem die Regierung Urlauber aufgerufen hat,
vorerst nicht anzureisen. „Das ist ein schwerer Schlag für einen Großteil
des vorwiegend vom Tourismus geprägten Departements – der Tourismus ist
komplett zum Erliegen gekommen, die Saison ist vorbei“, sagte der Präsident
der Industrie- und Handelskammer (IHK) der Gironde, Patrick Seguin, wie der
Sender BFMTV berichtete. „Wir bitten die Französinnen und Franzosen
eindringlich, sich nicht in die Gironde zu begeben, solange das Feuer noch
nicht unter Kontrolle ist“, hatte Regierungssprecherin Maud Bregeon am
Montagmorgen gesagt.
## Leichte Entspannung in Spanien
In Spanien zeichnet sich eine leichte Entspannung der Lage ab, die Behörden
warnen jedoch vor verfrühter Entwarnung. [3][Besonders betroffen bleiben
die Provinz Ávila westlich von Madrid] sowie die benachbarten Regionen
Madrid und Toledo, wo die Brände zusammen knapp 80.000 Hektar Wald- und
Buschland verwüstet haben. Seit dem Wochenende hat sich die Ausbreitung der
Brände deutlich verlangsamt.
Rund 90.000 Menschen waren zuletzt von Evakuierungen oder
Ausgangsbeschränkungen betroffen. Die kommenden Stunden gelten als
entscheidend, da der Wetterdienst Aemet ab Mittwoch eine neue Hitzewelle
erwartet. Auch in der Provinz Castellón im Osten des Landes brennt es
weiter; dort mussten rund 16.000 Menschen ihre Häuser verlassen.
28 Jul 2026
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