# taz.de -- Waldbrände in Frankreich und Spanien: Feuer bedrohen Bordeaux
> Die Einsatzkräfte kommen kaum gegen die verheerenden Waldbrände in
> mehreren Regionen an. Allein um Bordeaux haben die Feuer rund 100 Häuser
> zerstört.
(IMG) Bild: Außer Kontrolle: Dichter Rauch bei Lège-Cap-Ferret im Département Gironde
dpa/afp/taz | Die Waldbrände im Südwesten Frankreichs haben eine der
größten Evakuierungsaktionen in der Geschichte des Landes ausgelöst.
Besonders betroffen ist das südwestfranzösische Département Gironde rund um
Bordeaux, [1][wo die Flammen weiter außer Kontrolle sind].
Wegen der inzwischen auch bedrohlich auf die Großstadt heranrückenden
Brände wurden nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez bis
Samstagnachmittag inzwischen 167.000 Menschen evakuiert. In der Nacht zum
Samstag ordneten die Behörden zudem vorsorglich die Räumung von weiteren
Gemeinden am Rand von Bordeaux an. Die Zahl der zusätzlich Betroffenen war
zunächst unklar.
Nach Angaben des Innenministeriums mussten außerdem 31.000 Menschen im
benachbarten Département Landes wegen der Brände ihre Häuser verlassen.
Angesichts der dramatischen Lage [2][verstärkt Frankreich den Einsatz der
Streitkräfte]. Die Zahl der Soldaten, die die Feuerwehr bei den
Löscharbeiten unterstützen, werde von 500 auf 1.000 erhöht, teilte
Premierminister Sébastien Lecornu nach einer Sitzung des
interministeriellen Krisenstabs mit. Zudem werden 1,5 Millionen FFP2-Masken
in die Region Gironde geliefert, um Einsatzkräfte und Bevölkerung vor dem
gesundheitsschädlichen Rauch zu schützen.
## Feuer „beispiellosen Ausmaßes“
Nach Angaben der Präfektur Gironde hat der seit Mittwoch wütende Großbrand
inzwischen rund 19.000 Hektar Fläche erfasst – eine Fläche größer als
Paris. Etwa 100 Gebäude wurden demnach zerstört. Der beißende Rauchgeruch
ist inzwischen bis in die Stadt Bordeaux vorgedrungen.
Die Behörden sprechen von einem Feuer „beispiellosen Ausmaßes“. Mehr als
1.200 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Da der Wind gedreht hat, breiten sich
die Flammen nun nach Osten in Richtung des Ballungsraums von Bordeaux aus.
Die Brände um Bordeaux sind nicht die einzigen in Frankreich. Auch in
anderen Regionen, darunter im Département Var und auf der Insel Korsika,
wüten Feuer.
## Brände in Spanien derzeit nicht zu löschen
Unterdessen verschärft sich auch in Spanien die Lage rund um die Hauptstadt
Madrid. Das dortige Großfeuer sei „auf seinem Höhepunkt“ und derzeit „nicht
zu löschen“, sagte der Leiter des Katastrophenschutzes der
Regionalregierung, Carlos Novillo. Wegen starken Winds könne sich der Brand
weiter ausbreiten.
Unter den 63.000 evakuierten oder zum Verbleib in Gebäuden aufgeforderten
Menschen waren nach Angaben des spanischen Innenministeriums auch 5.000
Urlauber auf einem Campingplatz. Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso
sprach vom „schlimmsten Brand in der Geschichte“ der Region Madrid und von
einer „Katastrophe“.
Zwei der drei Brände westlich der spanischen Hauptstadt waren nach
Behördenangaben bereits zu einem Großfeuer verschmolzen. Dieses zog auf die
Gemeinde Navas del Rey zu, rund 50 Kilometer von der Hauptstadt entfernt,
und stand örtlichen Vertretern kurz davor, sich mit einem weiteren
Waldbrand in der benachbarten Region Kastilien und León zu verbinden.
Im Zusammenhang mit dem Feuer in Ávila nahm die spanische Gendarmerie nach
eigenen Angaben einen Mann fest. Wie die Guardia Civil weiter erklärte,
soll er eine landwirtschaftliche Maschine in einem Gebiet eingesetzt haben,
in dem dies wegen der Brandgefahr streng verboten war. Die dabei
entstandenen Funken hätten vermutlich den Brand ausgelöst. Gegen einen
weiteren Mann werde ermittelt.
## Nasa evakuiert Bodenstation
Die Waldbrände in Spanien zwangen außerdem die US-Raumfahrtbehörde Nasa zur
Evakuierung einer ihrer drei weltweiten Bodenstationen für die
Tiefraumkommunikation. Die Flammen seien über das Gelände in Robledo, rund
65 Kilometer westlich von Madrid hinweggezogen, mögliche Schäden würden
bewertet, sobald dies gefahrlos möglich sei, teilte die US-Behörde mit.
Im nordöstlich von Madrid gelegenen Guadalajara entwickelte sich die Lage
dagegen günstiger. Das Feuer hatte nach Angaben der Einsatzkräfte rund
32.000 Hektar erfasst, verlor aber an Intensität. Bewohner von 14 Gemeinden
durften zurückkehren, die militärische Notfalleinheit zog sich zurück.
Gelöscht war der Brand zunächst nicht.
Wissenschaftlern zufolge erhöhen die [3][durch den menschengemachten
Klimawandel] häufigeren und intensiveren Hitzewellen das Risiko von
Waldbränden. Dürre und außergewöhnliche Hitze hatten die Vegetation in
weiten Teilen Südeuropas stark ausgetrocknet und erschwerten die
Löscharbeiten.
25 Jul 2026
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die Löscharbeiten.