# taz.de -- Gesundheitskrise in Uganda: Ugandas Kampf gegen Ebola
> In Kampala werden Ebola-Patient:innen behandelt. Doch wegen mangelnder
> Finanzierung fehlen Mittel für Schutzausrüstung.
(IMG) Bild: Oft unzureichend geschützt: Personal einer Ebola-Klinik in Kampala, Uganda
Kampala taz | Der Geruch von gechlortem Wasser und Reinigungsmittel liegt
in der Luft der Ebola-Isolierstation des Mulago National Referral Hospital.
In der staatlichen Einrichtung, nur vier Kilometer nördlich des
Stadtzentrums von Kampala, bewegen sich die Beschäftigten im
Gesundheitswesen auf einem schmalen Grat: Sie wollen Leben retten und
müssen zugleich ihr eigenes schützen.
Sie stehen im Zentrum von Ugandas Kampf gegen das seltene, aber tödliche
Ebola-Bundibugyo-Virus, an dem bei früheren Ausbrüchen zwischen 30 und 50
Prozent der Infizierten starben. Nach dem [1][jüngsten Ausbruch im Mai
2026] wurden 18 der 20 in Uganda registrierten Fälle in dieser Station
behandelt. 15 der Patient:innen kamen aus dem benachbarten Gebiet der
DR Kongo. Nach Angaben des ugandischen Gesundheitsministeriums wurden bis
zum 4. Juli 2026 16 Menschen nach der Behandlung als genesen entlassen.
Zwei Patient:innen starben, zwei weitere befanden sich noch in
Behandlung.
Von den fünf in Uganda erworbenen Infektionen betrafen vier Beschäftigte im
Gesundheitswesen, die in privaten Einrichtungen Ebola-Patienten behandelt
hatten. Bei der fünften Person handelte es sich laut Ministerium um einen
Fahrer, der einen der Patienten transportiert hatte.
Und so wächst die Sorge vor einer Infektion ausgerechnet unter denjenigen,
die im Zentrum der Epidemiebekämpfung stehen – den Beschäftigten im
Gesundheitswesen.
## Ungenügende persönliche Schutzausrüstung
Joseph Gavin Nyanzi von der Ärztegewerkschaft Uganda Medical Association
sagt, das Gesundheitspersonal habe Schwierigkeiten, sich ausreichend zu
schützen. Grund dafür sei die begrenzte Verfügbarkeit persönlicher
Schutzausrüstung. „Die Beschäftigten im Gesundheitswesen sind sehr
verunsichert“, sagt er. Der Mangel an Schutzausrüstung betreffe sowohl
staatliche als auch private Einrichtungen. „Wo diese Schutzausrüstung nicht
vorhanden ist, empfehlen wir unseren Kollegen, die Behandlung von
Patient:innen zunächst auszusetzen, bis sie selbst geschützt sind“,
sagt Nyanzi.
Christopher Wagobera ist Arzt und Ebola-Experte im Mulago National Referral
Hospital. Er sagt, dass das medizinische Personal seine Aufgaben mit
größter Sorgfalt ausführt und dabei strenge Vorschriften zur
Infektionsvermeidung befolge. Solange diese strikt eingehalten würden,
könne das medizinische Personal nach der Behandlung dieser Patienten
„sicher mit der Bevölkerung interagieren“, sagt Wagobera.
Zuvor hatte das ugandische Gesundheitsministerium erklärt, dass für
Maßnahmen zur Ebola-Bekämpfung finanzielle Mittel fehlten. Zugleich liefen
Gespräche mit internationalen Gebern über Unterstützung für die
Ebola-Bekämpfung.
## Finanzierungslücken bringen unsichere Zukunft
Bis Ende Mai hatten Geber Uganda und der DR Kongo Hilfen in Höhe von mehr
als 100 Millionen US-Dollar für Ebola-Bekämpfung zugesagt. [2][Im Juni]
klagte das Gesundheitsministerium in Kampala über finanzielle Engpässe.
Offen blieb, ob die zugesagten Gelder rechtzeitig ausgezahlt würden, um die
Lücken zu schließen.
Gesundheitsstaatssekretärin Diana Atwine sagte, die Regierung müsse Mittel
selbst aufbringen, weil sie nicht vorhersehen könne, wie viel Unterstützung
sie von den Partnern erhalten werde. Eine konkrete Summe nannte sie nicht.
Mit grenzüberschreitenden Maßnahmen will Uganda Infektionen bereits im
Epizentrum des Ausbruchs in der DR Kongo eindämmen. Dazu sollen temporäre
Test- und Behandlungszentren in den betroffenen Gebieten entstehen.
Infizierte sollen dadurch möglichst früh erkannt und behandelt werden,
bevor sie zur medizinischen Versorgung nach Uganda einreisen. Inzwischen
litten beide Länder unter den Folgen des Ausbruchs. Auch die Unternehmen in
den betroffenen Grenzregionen seien beeinträchtigt. „Märkte wurden
vorübergehend geschlossen, Flüge eingestellt und der Personenverkehr an den
Grenzen ist deutlich zurückgegangen“, berichtet Atwine. „Deshalb wollen
wir, dass dieser Ebola-Ausbruch schnell endet.“
„Präsident Museveni hat sehr deutlich gemacht, dass wir keine Hilfe von
außen benötigen, um Ugander zu retten. Wir werden das Geld finden“, sagt
Alan Kasujja, der Direktor des Uganda Media Centre. Kasujja koordiniert die
Kommunikation der Regierung zur Ebola-Bekämpfung. „Wir werden das selbst
regeln. Wenn Menschen bereit sind, uns zu unterstützen, ist das gut. Aber
bis dahin warten wir nicht darauf, dass jemand kommt und uns rettet.“
Die bisher zugesagten Finanzierungspakete sollen für die Versorgung und
Behandlung von Erkrankten, die Bereitstellung persönlicher
Schutzausrüstung, Risiko- und Krisenkommunikation, die Einbindung der
Bevölkerung, Logistik, die Nachverfolgung von Kontaktpersonen sowie die
Koordinierung der Maßnahmen eingesetzt werden. Ende Mai stockte die
US-Regierung die Ebola-Hilfe um rund 160 Millionen US-Dollar auf. Damit
sollten bis zu 50 Ebola-Behandlungskliniken in den betroffenen Gebieten
finanziert werden. Weitere 300 Millionen US-Dollar wurden für umfassendere
humanitäre Maßnahmen in der betroffenen Region in Aussicht gestellt.
Wann die Mittel tatsächlich ausgezahlt werden, blieb lange offen. Uganda
hatte ursprünglich geplant, die temporären Test- und Behandlungszentren in
der DR Kongo bereits Anfang Juni vollständig einzurichten. Nach Angaben des
Gesundheitsministeriums wurde das zentrale Team erst am 5. Juli entsandt.
Ein größeres medizinisches Team, zwei mobile Labore und logistische
Unterstützung seien auf dem Weg in die DR Kongo. Die Initiative solle die
Zahl der Ebola-Patient:innenen reduzieren, die zur Behandlung nach Uganda
gelangen. So soll der Ausbruch schneller enden.
Uganda setzt [3][bei der Eindämmung des Ebola-Ausbruchs] auf eigene Mittel
und internationale Unterstützung. Angesichts der bestehenden
Finanzierungslücken ist jedoch offen, ob die benötigten Ressourcen für
Schutzausrüstung, Diagnostik und Behandlung rechtzeitig bereitgestellt
werden.
21 Sep 2026
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## AUTOREN
(DIR) Mildred Pedun
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