# taz.de -- Auftritt von Michel Friedman in Bayreuth: Katharina Wagner räumt „fatale Fehleinschätzung“ ein
       
       > Der Publizist Michel Friedman wurde von einer Gedenkveranstaltung bei den
       > Wagner-Festspielen ausgeladen. Nach Kritik wurde die Entscheidung wieder
       > rückgängig gemacht. Nun meldet sich die Intendantin zu Wort.
       
 (IMG) Bild: Katharina Wagner bei einer Preisverleihung in Regensburg (23. 2. 2026)
       
       epd/taz | Nach den Querelen um eine Gedenkveranstaltung mit dem jüdischen
       Publizisten Michel Friedman bei den Bayreuther Festspielen räumt die
       Intendantin Katharina Wagner Fehler ein. „Wir hatten hausintern ein
       erhebliches Kommunikationsdefizit“, sagte sie der Süddeutschen Zeitung. „Es
       gab zu Recht Kritik für diese fatale Fehleinschätzung.“ Als Leiterin der
       Festspiele trage sie die Verantwortung. „Das alles tut mir von Herzen
       leid.“ Sie sei sehr dankbar, dass Friedman ihre Entschuldigung angenommen
       habe.
       
       Die Festspiele feiern in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Geplant war
       dazu ein Gedenkkonzert am Vormittag des 26. Juli, dem Tag der
       Festspieleröffnung, [1][bei dem Friedman über Antisemitismus, den
       Komponisten Richard Wagner und die Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit der
       Festspiele sprechen sollte]. Diese Veranstaltung wurde jedoch
       zwischenzeitlich aus Sicherheitsgründen abgesagt.
       
       Die Empörung war groß, auch Friedman reagierte deutlich. Veranstaltungen
       aus Sicherheitsgründen zu streichen, das „ist in einer Demokratie der Tod
       durch Selbstmord“, sagte Friedman. Er wird nun wie geplant am 26. Juli in
       Bayreuth auftreten.
       
       ## Wagner erwartet kritische Rede von Friedman
       
       150 Jahre Festspiele seien zweifellos ein Grund zum Feiern. Zugleich sei
       sie sich der kritischen Geschichte des Festspielhauses und der Familie
       Wagner bewusst, sagte Wagner. Sie habe daher Michel Friedman angefragt,
       „weil ich uns nicht hochleben lassen wollte“. Sie erwarte eine „sehr
       kritische Rede von Herrn Friedman. Wenn ich es nur cosy haben wollte, hätte
       ich ihn nicht eingeladen.“ Aufarbeitung und Kunst seien für sie als
       Intendantin der Bayreuther Festspiele kein Widerspruch. Über die Kunst
       könne man einen Beitrag zur Aufarbeitung leisten.
       
       Die Tickets für die Gedenkveranstaltung sollen laut Wagner „in Kürze
       erhältlich“ sein, allerdings nicht zum Kauf angeboten werden. „Es ist eine
       Gedenkveranstaltung. Ich finde, dafür sollte niemand bezahlen müssen“,
       sagte Wagner.
       
       ## Nicht die erste Ausladung Friedmans
       
       Schon zuvor wurde Michel Friedman aus Angst vor Protest von einer
       Veranstaltung ausgeladen worden, so geschehen [2][im mecklenburgischen
       Klütz]. Auch diese Veranstaltung fand schließlich trotz
       „Sicherheitsbedenken“ statt, wenn auch [3][zu völlig neuen Bedingungen].
       
       Friedman ist bekannt für sein Engagement gegen Antisemitismus und
       Menschenhass. Im Januar 2025 trat Friedman aus Protest gegen die
       Kollaboration mit der extrem rechten AfD aus der CDU aus. Das Durchsetzen
       eines Unionsantrages zur Asylpolitik mit den Stimmen der AfD im Bundestag
       [4][sei ein unverzeihlicher Tabubruch gewesen].
       
       4 Jul 2026
       
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