# taz.de -- Studie zur extremen Hitze: Ohne Klimawandel wäre das unmöglich
       
       > Fossile Energienutzung hat die aktuelle Hitzewellen in Europa massiv
       > verschlimmert, zeigt eine Untersuchung. Der Zusammenhang sei „eindeutig“.
       
 (IMG) Bild: Auch Italien ist von der Hitzewelle betroffen, Rom meldet 41 Grad am 23. Juni 2026
       
       Für die aktuelle Hitzewelle über Europa ist „eindeutig“ der Klimawandel und
       damit der Mensch selbst verantwortlich, wie es in einer am Freitag
       veröffentlichten [1][Schnellstudie] des Forschungsnetzwerks World Weather
       Attribution heißt. Noch vor 50 Jahren sei ein derartiges Wetterereignis
       „praktisch unmöglich“ gewesen.
       
       Das Vorgehen der Wissenschaftler*innen: Vereinfacht gesagt vergleichen sie
       unter dem Einsatz von Klimamodellen die reale Welt mit einer, in der es die
       menschengemachten Treibhausgase nicht gibt oder weniger von ihnen. Dann
       gucken sie, ob das aufgetretene Wetterereignis in der einen
       wahrscheinlicher war als in der anderen. Den Unterschied kann man dann dem
       Klimawandel und der Nutzung fossiler Energieträger zuordnen.
       
       Mittel- und Westeuropa sind seit mehr als einer Woche [2][von einer
       extremen Hitzewelle mit Temperaturen bis um die 40 Grad betroffen] – in
       mehreren Ländern wurde die nationale Allzeitmarke geknackt: 37 Grad in
       Dänemark, 39 Grad in der Schweiz, in Tschechien 40,9 Grad – mit enormen
       Auswirkungen auf Gesundheit und Wirtschaft. Frankreich meldet die
       Gesundheitsbehörde rund 1.000 Todesfälle mehr als im Durchschnitt.
       
       Ursache ist eine große Warmluftmasse aus Afrika, die von einer stark
       ausgeprägten Hochdruckzone an Ort und Stelle gehalten wird, die die Hitze
       wie eine Art Kuppel umschließt. Expert*innen sprechen [3][von einem
       Hitzedom].
       
       ## Vergleiche mit 1976
       
       Unter anderem verglich das Forschungsteam das aktuelle Wetter mit den
       Bedingungen von 1976 – einem Jahr, in dem es ebenfalls eine bis dato
       unvergleichliche Hitzewelle gab. Eine mit der aktuellen vergleichbaren
       Hitzewelle im Juni wäre damals noch tagsüber um 3,5 Grad und nachts um 2,4
       Grad kühler gewesen, berechneten die Expert*innen.
       
       World Weather Attribution ist ein Projekt, dass unter anderem die
       Klimawissenschaftlerin Friederike Otto vom Londoner Imperial College
       gegründet hat. Sie gilt als eine Pionierin der sogenannten
       Attributionsforschung, die nach dem Anteil des Klimawandels an
       Extremwetterereignissen sucht.
       
       Das Besondere: Die Wissenschaftler*innen führen die Studien in
       Eigenregie durch – und veröffentlichen sie gleich selbst, statt erst in
       Fachmagazinen. Das hat den Vorteil, dass sie die Öffentlichkeit schon kurz
       nach oder sogar während Extremwetterereignissen informieren können. Es
       heißt auch, dass die Studien nicht durch die üblichen monatelangen
       Prüfverfahren von unbeteiligten Fachkolleg*innen gehen. Es werden aber
       nur Methoden genutzt, die diese Prüfverfahren schon durchlaufen haben.
       
       27 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.worldweatherattribution.org/wp-content/uploads/FINAL-WWA-Scientific-Report-European-Heatwave.pdf
 (DIR) [2] /Folgen-der-Klimakrise/!6189976
 (DIR) [3] /Hitzewelle-in-Deutschland/!6190925
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Susanne Schwarz
       
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