# taz.de -- +++ Hitzewelle in Deutschland +++: Zur Hitzewelle jetzt auch noch Unwettergefahr
> Auch am Sonntag hat die Hitzewelle Deutschland weiter im Griff. Erneut
> könnte der Temperaturrekord geknackt werden, doch es kann auch heftige
> Gewitter geben.
(IMG) Bild: Wetter in Baden-Württemberg: Ein Mann geht am Morgen mit einem Sonnenschirm spazieren
## Dachstuhlbrand und ausgerissene Bäume durch Unwetter
Das Unwetter in der Nacht hat an mehreren Orten zu Schäden geführt. Nach
einem Blitzeinschlag in einem Wohnhaus in Aurich hat der Dachstuhl Feuer
gefangen. Wie die Polizei mitteilte, entstand dabei ein Schaden von rund
100.000 Euro. Der Bewohner des Einfamilienhauses konnte das Gebäude
unverletzt verlassen. Einsatzkräfte der Feuerwehr löschten den Brand noch
am Morgen. Auch in Cuxhaven schlug mutmaßlich ein Blitz in eine frei
stehende Scheune ein, wie die Polizei mitteilte. Das Gebäude brannte
vollständig nieder. Verletzte gab es nicht. Die Beamten schätzten den
Schaden auf 100.000 Euro.
In der Ostheide wurde die Feuerwehr nach eigenen Angaben in der Nacht
fünfmal alarmiert, half aber auch bei diversen zufällig entdeckten Schäden.
Die Einsatzkräfte beseitigten unter anderem zusammen mit Landwirten Bäume,
die umgestürzt waren oder umzustürzen drohten. Außerdem befreiten sie
verstopfte Abflussschächte von Laub und Schlamm. In Reinstorf wurde ein
Auto von einem Baum getroffen, verletzt wurde niemand. In Bremerhaven
rückte die Feuerwehr 25 Mal aus. Auch dort stürzten Bäume um, zudem liefen
Keller mit Wasser voll. Zusätzlich lösten nach Angaben der Einsatzkräfte
drei Brandmeldeanlagen aus. Darüber hinaus waren Feuerwehren und
Polizeikräfte im gesamten Nordwesten vermehrt im Einsatz. Auch dort ging es
um umgekippte Bäume sowie überflutete Straßen. (dpa)
## Rekordtemperaturen in Deutschland: Rufe nach mehr Hitzeschutz
Angesichts der Hitzewelle sind am Wochenende die Rufe nach besserem Schutz
gegen Extremtemperaturen lauter geworden. Die Deutsche Stiftung
Patientenschutz mahnte rasche Maßnahmen in Pflegeheimen an. Die Grünen
forderten von der Bundesregierung einen „Aktionsplan gegen den
Hitze-Hammer“. Dazu gehöre ein Sofortprogramm, um Krankenhäuser,
Pflegeeinrichtungen, Kitas und Schulen zu klimatisieren. Der Städtetag
forderte derweil mehr Mittel vom Bund für den Hitzeschutz.
Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge schlug ein neues Förderprogramm des
Bundes für soziale Einrichtungen vor. Dabei sei neben besserer Belüftung
und Dämmung der Gebäude „volles Tempo beim Ausbau von Klimaanlagen in
Verbindung mit Solaranlagen“ nötig. In diese Maßnahmen solle ein Teil des
Sondervermögens Infrastruktur fließen. Für den Hitzeschutz in den Städten
fordern die Grünen eine „Stadtbaum- und Entsiegelungsoffensive“. Mit fünf
Milliarden Euro könnten dort viele grüne und kühlende „Oasen“ entstehen.
Auch solle der Bund Hitze-Aktionspläne für jede Kommune verbindlich machen.
Diese sollten verstärkt öffentliche Abkühl-Orte wie Bibliotheken oder
Museen ausweisen, Kühlräume mit kostenlosem Wasser schaffen und die Zahl
öffentlicher Trinkbrunnen erhöhen.
Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß mahnte mehr Vorsorge
gegen Hitzewellen an und sieht dabei vor allem die Kommunen in der Pflicht:
„Viele Städte haben noch keine ausreichenden Strategien, um auf Hitzewellen
angemessen reagieren zu können“, sagte der Tourismusbeauftragte der
Bundesregierung der „Rheinischen Post“ (Montag). Nötig seien mehr
klimatisierte Räume, kühle Orte, Bäume und Trinkbrunnen. Er sprach sich
auch für die Einrichtung von Sonnencremespendern in den Städten aus. Der
Städtetag verwies indes auf die klammen Haushalte der Kommunen.
Städtetags-Präsident Burkhard Jung (SPD) forderte in der „Rheinischen Post“
(Samstag) Bund und Länder dazu auf, mehr Mittel für den Hitzeschutz in den
Kommunen zur Verfügung zu stellen. Viele Kommunen hätten praktisch keine
Möglichkeit für Investitionen angesichts eines Defizits der kommunalen
Haushalte von 30 Milliarden Euro pro Jahr. (epd)
## Fahrbahn auf A7 wegen Hitze aufgeplatzt
Auf der Autobahn 7 ist wegen der extremen Hitze die Fahrbahn aufgeplatzt.
Der Fall ereignete sich am Samstag zwischen den Anschlussstellen Bad
Fallingbostel und Dorfmark, wie die Polizei mitteilte. Die Hitze habe den
Beton einzelner Fahrbahnplatten so sehr aufgeheizt, dass sie sich
ausdehnten, auswölbten und schließlich aufplatzten. Zwei Autos wurden dabei
beschädigt, verletzt wurde niemand. Der Fahrstreifen wurde gesperrt. Wie
lange die Reparatur andauern sollte, war zunächst nicht bekannt. (dpa)
## Wind und Hitze erschweren Löscharbeiten in Gohrischheide
Bei dem Brand in der Gohrischheide bleibt die Lage angespannt. „Wir
bekommen ab Mittag ungünstige Witterungsbedingungen“, sagte Zeithains
Bürgermeister Mirko Pollmer (parteilos). Es werde mit steigenden
Temperaturen und böigen Winden gerechnet, zum Teil steige angesichts der
Temperaturen die Technik teilweise aus, so Pollmer. „Das macht die Sache
natürlich wesentlich komplizierter.“ Die Einsatzkräfte vor Ort hofften auf
Regen für eine Entspannung. „Nur müssen wir die Zeit bis dahin überbrücken
und das Feuer in dem eingegrenzten Bereich halten.“ Insgesamt brannten laut
Pollmer in der Gohrischheide 16 Hektar Fläche ab. Am Vormittag waren etwa
215 Einsatzkräfte im Einsatz, weitere sollen im Tagesverlauf hinzukommen.
Ortschaften seien derzeit aber nicht betroffen, so Pollmer. Der Waldbrand
befinde sich im nördlichen Bereich der Gohrischheide. „Da sind die
Ortschaft jetzt weit weg“, erklärte der Bürgermeister. (dpa)
## Berliner Freibäder voll – Ticketverkauf erneut gestoppt
Schon seit dem Morgen gibt es für die Berliner Sommerbäder keine Tickets
mehr. Laut der Webseite der Berliner Bäder werden nur noch Menschen
eingelassen, die bereits ein Zeitfenster-Ticket gebucht haben oder ein Abo
besitzen. Lediglich für das Kinderbad Monbijou gab es Stand 11.50 Uhr noch
wenige Tickets. (dpa)
## 29,4 Grad gemessen – Rekord für wärmste Nacht in Deutschland
Die vergangene Nacht war nach vorläufigen Angaben des Deutschen
Wetterdienstes (DWD) die wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen in
Deutschland. Der Rekord wurde demnach im ostsächsischen Kubschütz
aufgestellt, dort sank die Nachttemperatur nicht unter 29,4 Grad. Der
bisherige Rekord stammt dem DWD zufolge aus dem Jahr 2003, damals war das
Thermometer in der Nacht am Berg Weinbiet in Rheinland-Pfalz nicht unter
den Wert von 27,2 Grad gefallen. (dpa)
## 630 Menschen bleiben in Zug ohne Klimaanlage stecken
Mehr als 600 Passagiere sind ohne Klimaanlage in einem Zug in der Prignitz
in Brandenburg gestrandet. Drei Menschen kamen mit Kreislaufproblemen ins
Krankenhaus, wie Kreisbrandmeister Christian Reisinger mitteilte. Ein Baum
war bei einem Sturm am frühen Samstagabend auf eine Oberleitung gefallen
und der Zug der tschechischen Bahn (České dráhy), der von Hamburg nach Prag
fahren sollte, verlor seinen Fahrstrom.
Ohne Strom fiel außerdem die Klimaanlage aus und die Türen blieben
verschlossen, wie es hieß. Die Einsatzkräfte öffneten die Türen, mussten
dafür etwa Bäume aus dem Weg sägen. Im Zug, in dem es laut Reisinger
mittlerweile etwa 40 Grad hatte, sichteten die Einsatzkräfte die circa 630
Passagiere. Zwei Menschen kamen mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus.
Zuerst hatte die Märkische Allgemeine berichtet. (dpa)
## Zugverkehr in NRW weiter beeinträchtigt
Wegen der Hitze ist der Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen weiterhin stark
beeinträchtigt. Das Bahnunternehmen National Express, das im
bevölkerungsreichsten Bundesland zahlreiche Regionallinien betreibt,
meldete am Sonntag Probleme unter anderem im Großraum Essen und am Knoten
Düsseldorf Hauptbahnhof. Am Samstag hatte der Betreiber zeitweise alle
Linien eingestellt.
Der Verkehr sollte nach Angaben des Unternehmens um 19.00 Uhr wieder
planmäßig anlaufen, wie der WDR berichtete, kam es jedoch bis spätabends
weiterhin zu Problemen. Am Sonntagmorgen rollten auf den meisten
Verbindungen dann wieder die Züge. Ein defektes Stellwerk in Düsseldorf
oder beschädigte Signale zwischen Hagen und Wuppertal sorgten aber
weiterhin für Verspätungen und Zugausfälle. Auch auf Linien anderer
Betreiber kam es zu Beeinträchtigungen. (afp)
## BVG: Einzelne Ausfälle von Klimaanlagen, System aber stabil
Die Berliner Verkehrsbetriebe haben die große Hitze mit Rekordtemperaturen
am Samstag eigenen Angaben zufolge gut überstanden. Das System sei
insgesamt stabil gelaufen, sagte ein BVG-Sprecher der Deutschen
Presse-Agentur. Zwischen Nollendorfplatz und Warschauer Straße habe das
Unternehmen am Samstagnachmittag zeitweise die U1 nicht fahren lassen und
bei der U3 einen Zehn-Minuten-Takt angeboten – als vorsorgliche
Entlastungsmaßnahme für die Infrastruktur. Bei Bussen und Trams habe es
vereinzelt Probleme mit den Klimaanlagen gegeben, die betroffenen Fahrzeuge
seien ausgetauscht worden. Zu nennenswerten Ausfällen sei es dadurch nicht
gekommen, sagte der Sprecher. (dpa)
## Zwei Männer sterben beim Baden in Berlin
In Berlin sind am Samstag zwei Menschen bei Badeunfällen gestorben. Wie die
Polizei mitteilte, entdeckte eine Gruppe in einem Schlauchboot gegen 13.00
Uhr eine leblose Person im Jungfernheideteich in Charlottenburg. Die
Menschen im Schlauchboot holten den 42-jährigen Mann demnach aus dem Wasser
und begannen mit Reanimationsmaßnahmen. Der alarmierte Rettungsdienst
führte diese fort, musste aber nach Angaben der Polizei noch vor Ort den
Tod des Mannes feststellen. Der zweite Vorfall ereignete sich am
Tempelhofer Hafen. Dort wurde ein 51-Jährige leblos im Wasser treibend
entdeckt. Nach Angaben der Polizei holten Feuerwehrleute den Mann aus dem
Wasser, konnten dann aber nur noch den Tod feststellen. (dpa)
## Hitzewelle: Frankreich verzeichnet etwa 1.000 zusätzliche Todesfälle
In Frankreich haben die Gesundheitsbehörden während der aktuellen
Hitzewelle seit Mittwoch etwa 1.000 zusätzliche Todesfälle im Vergleich zu
den Vormonaten verzeichnet. Laut einer Mitteilung der Gesundheitsbehörde
Santé publique France vom Sonntag starben vor allem ältere Menschen ab 65
Jahren. Die Zahlen seien vorläufig und wahrscheinlich zu niedrig angesetzt,
hieß es. Nach elf Tagen außergewöhnlicher Hitze mit mehr als 40 Grad in
vielen Teilen des Landes sanken die Temperaturen in Frankreich am Sonntag
derweil wieder etwas.
Die größte Zunahme wurde den Angaben zufolge bei den Todesfällen in der
eigenen Wohnung registriert. Besonders betroffen war dabei die Region
Île-de-France, zu der auch die Hauptstadt Paris gehört. Dies sei eine
Erinnerung daran, wie wichtig Solidarität gegenüber denjenigen Menschen
sei, die isoliert lebten oder in tiefer Einsamkeit, auch in urbanen
Regionen, erklärte die Gesundheitsbehörde. Unter der aktuellen Hitzewelle
leiden weite Teile Europas. Ihre Intensität hängt nach Einschätzung von
Wissenschaftlern mit dem Klimawandel zusammen. (afp)
## Waldbrand in Gebiet mit Kampfmitteln in Rheinland-Pfalz
Wegen eines Brandes in einem Waldgebiet läuft ein großer Einsatz in
Rheinland-Pfalz. In der Nacht wurden deswegen auch Teile des Ortes Traisen
südwestlich von Bad Kreuznach geräumt, wie der Kreis Bad Kreuznach
mitteilte. Zunächst war laut Kreis am Samstagnachmittag ein Waldbrand in
einem Steilhang in der Nähe von Traisen ausgebrochen. Weil es sich bei der
Fläche um ein Kampfmittelgebiet handele, seien die Löscharbeiten
unterbrochen worden. Der Kampfmittelräumdienst wurde verständigt.
In der Folge wurden am späten Samstagabend erst einzelne Gebäude in
unmittelbarer Nähe zu dem Waldbrand geräumt, in der Folge entschieden die
Einsatzkräfte, mehrere Straßen im nördlichen Teil Traisens zu räumen.
Menschen mussten bis 2.00 Uhr in der Nacht Gebäude in einem Radius von
einem Kilometer um den Brand verlassen, eine Notunterkunft wurde
eingerichtet. Es bestehe derzeit keine Gefahr für die Häuser im
Evakuierungsgebiet, die Räumung erfolge vorsorglich, betonte der Kreis. Am
Morgen sagte eine Sprecherin des Kreises, der Einsatz laufe noch. (dpa)
## Unwetter und Hitze im Norden erwartet
Menschen in Hamburg und Schleswig-Holstein können sich zum Ende der Woche
auf starke Hitzebelastung und Unwetter einstellen. Wie der Deutsche
Wetterdienst (DWD) mitteilte, ist jedoch eine Abkühlung in Sicht. Am Morgen
kann es zu teils schweren Gewittern mit Starkregen, schweren Sturmböen und
Hagel kommen. Lokal seien auch orkanartige Böen mit bis zu 115 Kilometern
pro Stunde möglich. Im Laufe des Tages ziehen die Gewitter in Richtung
Nordosten ab. Tagsüber bleibt es meist freundlich.
Der DWD warnt vor extremer Hitze. Die Temperaturhöchstwerte liegen zwischen
30 und 35 Grad. In der Nacht zu Montag rechnet der DWD im Norden mit
Schauern und teils starken Gewittern. Die Temperaturen fallen dann auf
Tiefstwerte von bis zu 17 Grad. Im Verlauf des Montags kommt vermehrt die
Sonne zum Vorschein. Die Temperaturen fallen auf Höchstwerte zwischen 23
und 27 Grad. (dpa)
## 42 Grad vorausgesagt
Ein Temperaturrekord von 41,5 Grad und der nächste Höchstwert ist schon in
Sicht: Für Sonntag sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) Temperaturen von
bis zu 42 Grad voraus, aber es drohen auch landesweit heftige Gewitter.
Heute erwartet der DWD Unwetterpotential durch heftigen Starkregen, schwere
Sturmböen und großen Hagel. Auch extremes Unwetter mit bis zu 50 Litern pro
Quadratmeter sei nicht ausgeschlossen.
In der Nacht zum Montag werden erneut schwere Gewitter mit Starkregen
erwartet. Für den Sonntag sagt der DWD Höchstwerte im Osten und Südosten
von 39 bis 41 Grad voraus, in der Lausitz bis 42 Grad. In den übrigen
Teilen Deutschlands werden 32 bis 38 Grad erwartet, an der Küste könnte es
kühler werden. Der gerade erst aufgestellte Temperaturrekord von 41,5 Grad
könnte also erneut gebrochen werden. (dpa)
## Neue Rekorde
Nach vorläufigen Angaben des DWD war am Samstag mit 41,5 Grad die höchste
Temperatur registriert worden[1][, die jemals in Deutschland gemessen
wurde]. Der vorläufige Höchstwert wurde um 16.20 Uhr in Möckern-Drewitz in
Sachsen-Anhalt gemessen, wie der Wetterdienst auf Anfrage mitteilte. Der
Hitzerekord für Deutschland war schon am Freitag gefallen, als in
Saarbrücken-Burbach 41,3 Grad gemessen wurden. Es handelt sich allerdings
ebenfalls um vorläufige Werte – sie könnten vom Wetterdienst im Nachhinein
noch korrigiert werden. Zuvor hatte der Höchstwert bei 41,2 Grad Celsius
gelegen, gemessen am 25. Juli 2019 in Tönisvorst und Duisburg-Baerl in
Nordrhein-Westfalen.
Der DWD teilte gleich mehrere bundesweite Rekorde mit: An 46 Stationen
wurden mindestens 40,0 Grad gemessen. An insgesamt 250 Stationen wurden so
hohe Werte gemessen wie nie zuvor. Zudem wurden an 211 weiteren Stationen
Rekordwerte für Juni gemessen. Zahlreiche Bundesländer vermeldeten
ebenfalls Rekordgradzahlen. (dpa)
## Hohe Waldbrandgefahr in Brandenburg und Berlin
[2][Die anhaltende Trockenheit s]orgt in fast allen Landkreisen in
Brandenburg am Sonntag für eine hohe Waldbrandgefahr, wie das Ministerium
für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz mitteilte.
In den Kreisen Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Märkisch-Oderland, Spree-Neiße
mit Cottbus und Teltow-Fläming herrscht sogar eine sehr hohe Gefahr.
Lediglich in der Prignitz wird die Gefahr auf einen mittleren Wert
eingestuft. Auch innerhalb Berlins reicht die Waldbrandgefahr laut
Waldbrandgefahrenindex des DWD je nach Bezirk von mittel bis sehr hoch.
(dpa)
## Hitzeschäden: Keine Straßenbahnen in Leipzig bis Montag früh
Aufgrund von Hitzeschäden fahren bis zum frühen Montagmorgen in Leipzig
keine Straßenbahnen. Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) stellen den
Straßenbahnverkehr wegen Hitzeschäden an Schienen und Weichen bis
Montagmorgen um 3.30 Uhr ein, wie das Unternehmen mitteilte. Zunächst
hatten die LVB den Betrieb nur bis in die Nacht zum Sonntag eingestellt,
der Zeitraum wurde jetzt verlängert.
Die hohen Temperaturen sorgten demnach an vielen Stellen im Netz dafür,
dass Fugenmasse für Asphalt und Beton in Weichen und Schienen lief und dort
verklumpte. Ein sicherer Straßenbahnbetrieb sei derzeit nicht möglich, hieß
es. Von der Einstellung sind sämtliche Straßenbahnlinien in der sächsischen
Stadt betroffen. Busse sollen so weit wie möglich planmäßig fahren.
Fahrgäste sollten sich vor Fahrtantritt über aktuelle Verbindungen
informieren. (dpa)
## Feuerwehr bekämpft Waldbrand in der Gohrischheide
Die Feuerwehr hat in der Nacht versucht, den erneuten Waldbrand in der
Gohrischheide an der Landesgrenze von Sachsen und Brandenburg unter
Kontrolle zu bringen. Die Einsatzkräfte wollten verhindern, dass für
Sonntag angesagter böiger Wind zu Funkenflug und neuen Brandausbrüchen
führen kann. Das Feuer hatte sich am Samstagnachmittag entwickelt und
schnell ausgebreitet. Erst vor einem Jahr hatte es in der Gohrischheide den
größten Waldbrand seit Jahrzehnten in Sachsen gegeben.
Das Gebiet im Landkreis Meißen ist munitionsbelastet, was Löscharbeiten
erschwert. Ortschaften waren von dem Feuer zunächst nicht bedroht. In
Sachsen herrschen derzeit große Hitze und Trockenheit. Im Laufe des
Sonntags sollen nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienst starke
Gewitter aufziehen. (dpa)
## Hitze treibt Hamburgs Trinkwasserverbrauch auf Jahreshoch
Heiße Temperaturen treiben den Trinkwasserverbrauch in Hamburg in die Höhe.
Am Mittwoch wurde mit 412,20 Millionen Litern (oder 412.195 Kubikmetern)
der diesjährige Tageshöchstwert erreicht, wie ein Sprecher von Hamburg
Wasser mitteilte. „Die jetzigen Verbräuche sind – noch – im Bereich der
saisonal zu erwartenden Schwankungen.“
Bei den Spitzenabgaben sei immer auch relevant, wann die heißen
Temperaturen auftreten. „Im Juni sind sie bei solchem Wetter quasi
vorprogrammiert, weil noch nirgendwo Sommerferien sind“, teilte der
Sprecher mit. Im Juli oder August auf müssen solche Spitzen nicht unbedingt
auftreten. Beispielsweise waren 2023 bereits am 7. Juni Spitzenwerte
erreicht und 413.000 Kubikmeter am Tag verbraucht worden (1. Juli 2025:
418.000 Kubikmeter). (dpa)
## Drohendes Gewitter: Philharmoniker verkürzen Konzert
Wegen eines drohenden Gewitters haben sich die Berliner Philharmoniker mit
ihrem Konzert in der Waldbühne beeilt. Erst wurde die Pause verkürzt, dann
wäre fast noch die berühmte Zugabe „Berliner Luft“ ausgefallen – gespielt
hat das Orchester das Lied von Paul Lincke dann doch, das Publikum sollte
währenddessen aber bereits die Arena verlassen. Das Spitzenorchester
beendet mit dem Freiluftkonzert traditionell seine Saison. Die Waldbühne
mit ihren rund 22.000 Plätzen war ausverkauft, auf der Bühne stand auch
Startenor Jonas Kaufmann.
Wegen der Sommerhitze war die Kleiderordnung für die Musikerinnen und
Musiker gelockert worden. „Die Herren treten ohne Jackett auf, dafür mit
einem schwarzen Hemd als Oberteil“, hatte eine Sprecherin angekündigt. Das
Oberteil der Damen musste nur bis zum Ellenbogen reichen und nicht
langärmelig sein. Im Publikum hatten sich viele mit Fächern gegen die Hitze
gewappnet. Chefdirigent Kirill Petrenko dirigierte etwa Werke von Ottorino
Respighi und Giuseppe Verdi. Im Laufe des Abends waren einige Blitze am
Himmel zu sehen. Das Konzert wurde auch im Fernsehen und im Radio
übertragen. (dpa)
## Karl-May-Spiele Bad Segeberg feiern Premiere
Bei großer Hitze haben die Karl-May-Spiele in Bad Segeberg begonnen. Das
diesjährige Stück „Im Tal des Todes“ bietet wieder eine Mischung aus wilden
Kämpfen mit Schießereien und Explosionen, aber auch fröhlichen Feiern mit
Tanz und Musik. Die Hitze bedeutete zur Premiere mit mehr als 7.000
Zuschauern eine Belastung für Darsteller und Publikum. „Hitze ist mir
lieber als schlechtes Wetter“, hatte „Old Shatterhand“ Bastian Semm bereits
während der Proben gesagt. In der Arena am Segeberger Kalkberg wird es bei
Sonneneinstrahlung schnell sehr heiß. Er habe überall Wasserflaschen
deponiert, auf die er in seinen Pausen zurückgreife, so Semm. (dpa)
## Temperaturrekord für Berlin: 39,9 Grad in Tempelhof
Der Temperaturrekord für Berlin ist nach Angaben des Deutschen
Wetterdienstes (DWD) geknackt worden. In Berlin-Tempelhof sind nach
vorläufigen Angaben 39,9 Grad Celsius gemessen worden, wie der DWD
mitteilte. Der bisherige Rekord für Berlin wurde am 7. August 2015 mit 38,9
Grad in Berlin-Kaniswall im Bezirk Treptow-Köpenick gemessen. (dpa)
## 40,8 Grad – Temperaturrekord für Brandenburg
Der Temperaturrekord für Brandenburg ist nach Angaben des Deutschen
Wetterdienstes geknackt worden. In Baruth (Landkreis Teltow-Fläming) sind
am Samstag gegen 16.00 Uhr nach vorläufigen Angaben Temperaturen von 40,8
Grad Celsius gemessen worden, wie der DWD mitteilte. Bisher lag der
Brandenburger Rekord in Cottbus, wo am 19. Juni 2022 38,9 Grad gemessen
wurden. (dpa)
## Extreme Wetterlagen werden häufiger
Seit Tagen sorgt eine Hitzewelle in Deutschland für [3][Temperaturen bis an
und über die 40-Grad-Marke] und lässt die Menschen kräftig schwitzen. Die
Belastung ist auch deshalb so groß, weil die Temperaturen aktuell nachts
keine wirkliche Abkühlung bringen. Extreme Wetterlagen wie diese sind wegen
der Klimakrise hierzulande häufiger geworden – und dürften noch weiter
zunehmen. Zahlen des Wetterdienstes belegen, dass die durchschnittliche
Zahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad in Deutschland zugenommen hat.
Trotz starker Schwankungen zwischen den Jahren sei der Trend insgesamt
deutlich steigend, betont das Umweltbundesamt. Hitzewellen sind weltweit
aufgrund des Klimawandels intensiver und auch wahrscheinlicher geworden.
Eine allgemeingültige Definition einer Hitzewelle gibt es nicht. Der
Deutsche Wetterdienst beschreibt eine Hitzewelle als eine mehrtägige
Periode mit ungewöhnlich hoher Wärmebelastung. Insbesondere für alte und
kranke Menschen bedeuten Hitzewellen ein großes Risiko für die Gesundheit.
(dpa)
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28 Jun 2026
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