# taz.de -- Konsequenzen aus der Ahrtal-Flut: Von einer Klimakatastrophe zur nächsten
       
       > Fünf Jahre nach der Ahrtal-Flut leben wir mitten in einer neuen
       > Klimakatastrophe. Die Anti-Klimapolitik von Schwarz-Rot ist vor diesem
       > Hintergrund ein Hohn.
       
 (IMG) Bild: Die Bundesstraße durch das Ahrtal wurde hinter einem Tunnel von der Sturzflut im Juli 2021 weggerissen
       
       Fünf Jahre ist es nun her, dass das [1][Tief „Bernd“ über das Ahrtal
       herfiel]. Der extreme Regen ließ die friedlich plätschernde Ahr zur
       zerstörerischen Flutwelle mutieren. In den vom Unwetter betroffenen
       Regionen von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem belgischen
       Wallonien starben mehr als 200 Menschen. Tausende Anwohner*innen wurden
       obdachlos.
       
       Tausende Gebäude, zahlreiche Brücken und Straßen wurden weggespült.
       Versicherungen zahlten Milliarden, der Bund stellte bis zu 30 Milliarden
       Euro für einen Aufbau-Fonds bereit. Armin Laschet (CDU) kicherte und fiel
       unter anderem [2][deshalb im Rennen um die deutsche Kanzlerschaft zurück],
       die schließlich Olaf Scholz (SPD) einigermaßen überraschend gewann. Die
       Ahrtal-Katastrophe war auf vielen Ebenen ein Einschnitt für Deutschland.
       
       Das gilt auch, weil es eine der ersten Klimakatastrophen war, die in der
       Öffentlichkeit breit als solche benannt und wahrgenommen wurde.
       [3][Wissenschaftler*innen haben klar gezeigt]: Das war kein Zufall,
       kein normales Wetterchaos. Das waren mindestens zum Teil der Mensch und
       seine Treibhausgasemissionen aus Kohlekraftwerken, Autos, Gas-Pipelines
       oder Rindermägen.
       
       Den Starkregen, dessen Niederschlagsmengen die bisherigen Extremwerte in
       den Wetteraufzeichnungen weit überstiegen, hatte die Klimakrise um das 1,2-
       bis 9-Fache erhöht. Der Mensch war zudem nicht nur schuld an den extremen
       Regenfällen, sondern auch daran, worauf sie prasselten – nämlich viel zu
       oft auf Beton. Dort versickert Wasser nicht, sondern wird zur
       Überschwemmung. Insgesamt: Das war ein menschengemachtes Desaster.
       
       [4][Die Anti-Klimapolitik von Schwarz-Rot] ist auch vor diesem Hintergrund
       ein Hohn: das Abwürgen des klimafreundlichen Heizungsaustauschs, geplante
       Hürden für die Energiewende, das angekündigte Stopfen von Haushaltslöchern
       mit Geld aus dem Klima- und Transformationsfonds des Bundes – die Regierung
       von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht es nicht als Priorität,
       derartiges Unglück in Zukunft abzuwenden.
       
       Vertreter*innen fossiler Branchen fordern jetzt auch noch eine
       Verschiebung des deutschen Zieljahrs für Klimaneutralität. Statt 2045 solle
       Deutschland das europäische Zieljahr 2050 übernehmen, sagten etwa der Chef
       der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Michael Vassiliadis,
       und RWE-Vorstandschef Markus Krebber gerade der Welt am Sonntag.
       
       Was für ein Zeitpunkt: Schließlich jährt sich nicht nur die
       Klimakatastrophe im Ahrtal – wir leben mitten in einer aktuellen. Schon bis
       Ende Juni dieses Jahres gab es in Deutschland 5.120 Hitzetote. [5][Allein
       am 28. Juni sind bei rund 40 Grad 4.452 Menschen gestorben].
       
       14 Jul 2026
       
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