# taz.de -- Bericht über antimuslimischen Rassismus: Die alltägliche Ausgrenzung
       
       > Der Hass auf Muslime gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Doch
       > Widerspruch dagegen gibt es hierzulande viel zu wenig.
       
 (IMG) Bild: Kein neues Thema: Rima Hamamo von der Organisation CLAIM bei der Vorstellung einer Kampagne gegen Muslimfeindlichkeit im Jahr 2022
       
       Ein Mann in Edinburgh läuft mit einer Axt in der Hand durch die Straßen und
       [1][greift nahe einer Moschee wahllos Menschen an], bis ihn die Polizei
       überwältigt. Ein 23-jähriges Mitglied der CDU in Krefeld verbreitet in den
       sozialen Medien, er würde gern alle Muslime „vergasen“. Vor einem Monat
       greifen zwei jugendliche Terroristen in den USA eine Moschee an und töten
       drei Menschen. Sie [2][wollten ein Massaker verüben und ihre Tat live im
       Internet streamen].
       
       Über 4.000 antimuslimische Vorfälle wurden im vergangenen Jahr allein in
       Deutschland registriert, im Durchschnitt gut 11 Vorfälle pro Tag. Darunter
       fallen tätliche Angriffe auf Schulkinder, Bombendrohungen gegen Moscheen
       und sogar Morde, [3][bei denen Gerichte nicht immer ein antimuslimisches
       Motiv erkennen wollen]. Die große Mehrheit bilden aber Vorfälle in der
       Schule, bei der Wohnungssuche oder bei Behörden sowie, besonders häufig,
       rassistische Beschimpfungen im Internet: die ganz alltägliche Ausgrenzung.
       
       Sie fällt nicht vom Himmel: Rechtsextreme Influencer von [4][Laura Loomer]
       bis [5][Tommy Robinson] verbreiten ihren Hass auf Muslime weltweit
       millionenfach im Netz, einflussreiche Unterstützer wie Techbillionär Elon
       Musk verstärken ihn auf ihren Plattformen. Rechte Parteien weltweit
       [6][schüren Angst vor Muslimen], und rechte Publizisten verbreiten auch in
       hiesigen Talkshows vor Millionenpublikum die Mär, [7][Deutschland werde von
       Islamisten „unterwandert“]. Widerspruch dagegen gibt es kaum.
       
       Während scharfe Polemik gegen Israels Kriege regelmäßig zum
       „Antisemitismus-Skandal“ aufgebauscht wird, geht selbst handfester
       antimuslimischer Rassismus hierzulande häufig als Kavaliersdelikt durch.
       Diese Gleichgültigkeit erklärt womöglich auch das betretene Schweigen, mit
       dem große Teile der deutschen Öffentlichkeit auf den Völkermord in Gaza
       blicken – so, als wäre Deutschland selbst daran nicht beteiligt. Diese
       Toleranz gegenüber der Intoleranz ist ein Problem, denn sie gefährdet den
       gesellschaftlichen Zusammenhalt.
       
       24 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.spiegel.de/ausland/edinburgh-fuenf-verletzte-bei-mutmasslich-muslimfeindlichen-angriffen-a-5a93ac2f-832f-4302-8950-2df565272d8e
 (DIR) [2] /Islamophobie-in-den-USA/!6180761
 (DIR) [3] /Mord-an-Rahma-Ayat/!6143030
 (DIR) [4] /Rechte-Influencerin-Laura-Loomer/!6034173
 (DIR) [5] /Rechtsextremer-Brite-Tommy-Robinson/!6025164
 (DIR) [6] /Konservative-in-Oesterreich/!6140981
 (DIR) [7] /Rassismus-in-Deutschland/!6174304
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Daniel Bax
       
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