# taz.de -- Attentat auf Moschee in San Diego: Nur radikaler Universalismus kann den Hass bekämpfen
       
       > Selbst bei Attentaten solidarisieren sich viele selektiv – je nachdem,
       > welche Gruppe betroffen ist. Dabei gibt es einen gemeinsamen Nenner:
       > Ignoranz.
       
 (IMG) Bild: San Diego, Kalifornien, 19. Mai: Trauer um die Opfer des Anschlags auf ein Islamisches Zentrum
       
       Je mehr Details zu dem [1][Attentat auf eine Moscheegemeinde in San Diego]
       bekannt werden, desto erschreckender wird das Bild. 140 Kinder befanden
       sich dort vor Ort. Offenbar planten die beiden jugendlichen Täter [2][einen
       Terroranschlag mit vielen Toten wie im neuseeländischen Christchurch], und
       ihr rechtsradikales und islamfeindliches Motiv wird dabei immer deutlicher.
       
       Schlimmeres wurde nur verhindert, weil ein Wachmann und zwei weitere
       Männer, die dafür mit ihrem Leben bezahlten, geistesgegenwärtig handelten
       und die Moschee in San Diego ähnliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen
       hatte, wie es viele Synagogen und jüdische Einrichtungen in Deutschland
       tun. In mancherlei Hinsicht ähnelt der Fall dem rechtsradikalen und
       antisemitischen [3][Angriff auf die Synagoge in Halle 2019], am höchsten
       jüdischen Feiertag Jom Kippur.
       
       Seit dem 7. Oktober 2023 hat der Antisemitismus weltweit stark
       [4][zugenommen]. Juden werden angegriffen, auch weil sie für Israels
       Vorgehen in Gaza verantwortlich gemacht werden. Aber auch der
       antimuslimische und antipalästinensische Rassismus haben zugenommen.
       
       Muslime und Palästinenser werden angegriffen, weil sie mit Islamisten oder
       der Hamas gleichgesetzt werden. Viele Jüdinnen und Juden haben sich nach
       dem 7. Oktober 2023 über fehlende Empathie beklagt – weniger von
       staatlicher Seite als von ihren Nachbarn und Freunden.
       
       ## Palästinenser vermissen Mitgefühl
       
       Auch viele Palästinenser und Muslime vermissen solches Mitgefühl. Die
       Ignoranz äußert sich auf vielfältige Weise. Nicht nur in blankem Hass, in
       Pauschalisierungen und Ausgrenzungen im Alltag. Oder dadurch, dass viele
       Politiker und Medien nur das Leid der einen Seite sehen und betrauern.
       Sondern auch in der großen Nachsicht gegenüber einer [5][rechtsextremen
       israelischen Regierung], für die muslimische und palästinensische Leben
       nicht zählen.
       
       Antisemitismus darf nicht gegen antimuslimischen Rassismus aufgewogen
       werden, und umgekehrt. Beides sind Geisteshaltungen, die das friedliche
       Zusammenleben gefährden und, ob in San Diego oder Halle, zu Gewalt und
       Terror führen können. Nicht selten treten sie gemeinsam auf. Bekämpfen
       lassen sie sich nur durch einen radikalen Universalismus, für den jedes
       Menschenleben gleich viel zählt.
       
       21 May 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [4] /Zahlen-zu-Antisemitismus-in-Berlin-2025/!6177193
 (DIR) [5] /Rechtsradikaler-israelischer-Minister/!6180556
       
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 (DIR) Daniel Bax
       
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       unklar.