# taz.de -- Hetze in den sozialen Medien: Behörden prüfen Hassvideo auf Volksverhetzung
       
       > Ein Krefelder CDU-Mitglied soll in einem rassistischen Video Hass und
       > Morddrohungen gegen Muslime verbreitet haben. Jetzt ermittelt der
       > Staatsschutz.
       
 (IMG) Bild: Ein CDU-Mitglied aus Krefeld steht wegen eines rassistischen Videos im Fokus der Ermittler
       
       dpa | Nach der Verbreitung eines [1][menschenverachtenden Videos] eines
       Krefelder CDU-Mitglieds prüft die Staatsanwaltschaft nun gemeinsam mit dem
       Staatsschutz der Polizei, ob ein Anfangsverdacht auf Volksverhetzung
       vorliegt.
       
       Ein Sprecher der Krefelder Behörde bestätigte auf Anfrage der Deutschen
       Presse-Agentur in Düsseldorf, dass eine Strafanzeige des CDU-Kreisverbands
       eingegangen sei. Zudem werde geprüft, über welche Kanäle das Video
       verbreitet worden sei. Die CDU Krefeld hatte zuvor bereits angekündigt, ein
       Parteiausschlussverfahren auf den Weg zu bringen.
       
       „Jetzt vergasen wir die Muslime“, hatte der 23-jährige Christdemokrat in
       seinem Video vorgeschlagen, das über soziale Medien verbreitet worden war.
       Dort kündigt er an: „Wenn ich weit oben bin, schiebe ich die alle ab.
       Eigentlich würde ich die lieber umbringen lassen. So vergasen oder so.“
       
       An einen Gesprächspartner gerichtet, argumentiert er: „Man sagt immer
       Fairness. Wir haben früher die Juden vergast. Und jetzt vergasen wir die
       Muslime. Was hältst du davon?“ Als der Angesprochene antwortet, das könne
       er nicht kommentieren, legt der 23-Jährige nach: „Ich kann das. Scheißegal.
       Ich mach, was ich will.“
       
       ## „Kein Kavaliersdelikt“
       
       Bekannt gemacht hatte das Machwerk der Influencer Ali Demirelli, der sich
       immer wieder pointiert mit Hass und Hetze im Netz auseinandersetzt. Auch
       das verpixelte Video des Krefelders, das inzwischen mehrere Hunderttausend
       Mal aufgerufen wurde, [2][kommentierte er auf Instagram und TikTok äußerst
       kritisch]: „Ich kann das auch, und ich mach auch, was ich will“, kontert er
       dort. „Ich habe das Video gesehen und dachte mir: Alter, wer kann denn so
       was Böses sagen?“
       
       Eine Tiktok-Sprecherin erklärte, der verpixelte Beitrag sei „im Original
       kein TiktTok-Video“. Das Unternehmen habe „bislang auch kein Konto des
       Krefelder CDU-Mitglieds entdeckt“.
       
       Der Vorgang sorgte auch in der Bundespolitik für Entsetzen. Der
       Linke-Bundestagsabgeordnete Sascha Wagner forderte Ermittlungen und
       Antworten sowohl der ermittelnden Behörden als auch der Krefelder CDU,
       inwiefern der Mann bereits in der Vergangenheit durch derlei
       verfassungswidrige Positionen aufgefallen sei. Ebenso wie
       Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour (Grüne) in der Rheinischen Post
       unterstrich auch Wagner, es gehe dabei nicht um „ein Kavaliersdelikt“.
       
       Auch die CDU-Landespartei hatte die Äußerungen zuvor bereits als ekelhaft
       und menschenverachtend verurteilt.
       
       21 Jun 2026
       
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